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Dresdner Striezelmarkt

In der letzten Woche hat der 576. Dresdner Striezelmarkt eröffnet. Auch wenn die Organisatoren wir jedes Jahr ein Jahr hinterherhinken — zumindest wenn man das Eröffnungsjahr 1434 zu Grunde legt. Übrigens auch nicht der älteste Markt in Deutschland, der Wenzelsmarkt in Bautzen ist genau 50 Jahre älter.

Im Vorfeld hörte man bereits viel, was man alles dieses Jahr neu machen will — und so ist der diesjährige durchaus einmal eine Diskussion wert.

Das erste, was auffällt: die Anordnung der Stände. Die neue Aufteilung ist zwar auf den ersten Blick unpraktisch, man kann ihn nicht mehr systematisch Reihe für Reihe abgehen. Das könnte zu gewissen Orientierungsproblemen führen, wenn man bestimmte Stände gezielt aufsucht (5. Reihe, 7. Stand auf der linken Seite — das klappt nun nicht mehr). Aber die Anordnung hat doch etwas interessantes: es entstehen viele kleine Plätze im Inneren des Marktes, eben Marktplätze. Es ist in diesen Bereichen auch viel mehr Luft.

An der Auswahl der Stände hat sich nicht viel geändert, auch am Sortiment nicht. Ich habe noch zwei Marktfrauen in Erinnerung: »Dein Stand sieht auch dieses Jahr gleich aus.« Vielleicht ist es mir vorher nicht so aufgefallen, aber es gibt ein starkes Nord-Süd-Gefälle: im Nordwesten gibt es eher Waren, im Südosten verstärkt Freßstände.

Die Nachteile des Marktes resultieren vor allem aus der Neugestaltung des Platzes. Der Pylon ist bisher schon umstritten gewesen. Für einen Weihnachtsmarkt ist so ein Flutlichtmast ein wahrer Standortnachteil. Zudem konkurriert dieser nun mit dem Weihnachtsbaum. Der Eingang in der Mitte der Straßenseite ist durch einen begehbaren Schwippbogen dekoriert — echt nette Idee. Doch geht man dadurch, ist man direkt auf der Treppe zum Parkhaus (Ja, der Altmarkt wurde untertunnelt).

Ein Wurstverkäufer regt sich über das Gesundheitsamt auf. So darf er nun — nachdem er die Wurst mit seinen Händen aus der Kiste geholt hat, noch eine kleine Folie drüber legen. Zudem dürfen solche Stände nicht mehr mit Kanister auskommen, sie brauchen nun unbedingt einen Wasseranschluß. Für 150 Euro.

Putzig ist auch ein Gewürzeverkäufer (relativ weit im Nordosten des Marktes). Laßt auch nur im Entfernten nur das böse Wort Geschmacksverstärker fallen. Ja, Mononatriumglutamat. Ist in einigen seiner Gewürzmischungen enthalten. Ihr bekommt einen Dialog aufgebrummt, wie man ihn besser nach einem Verkäufertraining nicht besser herunterbeten kann. Hätte man ihm lieber mal Verkaufstaktit beigebracht, damit er dann diejenigen ohne in den Vordergrund hebt.

Soweit ein kleiner Eindruck vom diesjährigen Striezelmarkt.

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