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Fahrradstadt ohne Fahrradinfrastruktur

Hamburg will Fahrradstadt sein. Oder eine werden. Oder träumt jedenfalls davon, dass es mit Fingerschnippen eine wird:

Solche Absichtserklärungen brennen sich so stark sein, dass manche Medien schon davon ausgehen, dass Hamburg schon längst eine sei (z.B. Zeit). Dieser Traum wird ewig dauern.

Um es mal an einem kleinen Beispiel zu verdeutlichen: Wir sehen hier einen kleinen Ausschnitt des Radroutennetzes für das Gebiet östlich der Alster mit jeweiligem Ausbauzustand:

  • die roten, durchgehenden Striche gelten als fertig. Auch wenn diese handtuchschmalen Schutzstreifen wie in der Wagnerstraße kreuzgefährlich sind
  • die grau gestrichelten Linien wird noch Ausbau geplant. Immerhin.
  • bei den schwarz gestrichelten sieht man nur Potential.

Allgemein ist dieses Netz schon in dichteren Wohnlagen sehr grobmaschig.

Nun schauen wir uns den Abschnitt Bachstraße – Beim Alten Schützenhof – Heitmannstraße an. Laut der Karte ist auch dieser ausgebaut. Mit Ausnahme eines kleinen Abschnittes in der Bachstraße gibt es aber keinerlei Fahrradinfrastruktur. Es gibt keine Anordnung und Führung als Fahrradstraße, es gibt keine Modalfilter. Es sind einfach Nebenstraßen.

(Ok. Es gibt eine Freigabe für Radverkehr entgegen der Einbahnstraße)

Und zu diesem Abschnitt wurde eine eine Anfrage bei Frag den Staat gestellt:

1. Ab wann erfolgt der Ausbau der Veloroute 13 in der Bachstraße (zwischen Herderstraße und Beim Alten Schützenhof). Gibt es hierfür schon ein Datum?

2. Ab wann erfolgt der Ausbau der Veloroute 13 in der Straße Beim Alten Schützenhof. Gibt es hierfür schon ein Datum?

3. Ab wann erfolgt der Ausbau der Veloroute 13 in der Heitmannstraße. Gibt es hierfür schon ein Datum?

Und die Antwort ist bahnbrechend:

Zu 1.: Für diesen Bereich sind keine Maßnahmen vorgesehen, da der Ausbaustandard für die Veloroute bereits ausreichend ist.

Zu 2.: Für diesen Bereich sind keine Maßnahmen vorgesehen, da der Ausbaustandard für die Veloroute bereits ausreichend ist.

Zu 3.: Für diesen Bereich sind keine Maßnahmen vorgesehen, da der Ausbaustandard für die Veloroute bereits ausreichend ist.

Mit anderen Worten: Hamburg ist super effizient, keine Frage. Aber nicht effektiv. Und so werden wir auch in vielen Jahren noch hören, wie man aus Hamburg eine Fahrradstadt machen will.

Bisherige Kommentare (3)

Kommentar von Stefan

Hauptsache Autostadt behalten u.a. durch ‘Parkplatzmoratorium’…
Obwohl dringend ein (Privat)Automoratium in der Stadt gebraucht wird. Keine Neuzulassung von Privatpkw ohne nachgewiesenen eigenen Mietstellplatz auf privatem Grund.

Kommentar von René

@Stefan: Der Idee eines (Privat)-Automoratoriums stehe ich kritisch gegenüber. Zunächst in der Idee, aber auch in der Umsetzung. Zulassungsregeln macht der Bund, das kann Hamburg nicht festlegen. Und selbst wenn: ob das Auto in Hamburg oder Niedersachsen angemeldet ist, ist auch egal. Und es ist auch egal, ob der Miet-Stellplatz dann in der Niedersächsischen Pampe nachgewiesen bzw. dort nicht nötig. Ein Auto bewegt sich ja…

Was ich dagegen befürworten würde: eine Zwangsfluktation der Fahrzeuge durch ein wöchentliches zweistündiges Halteverbot zur Tagesmitte (z.B. Mittwoch 12-14 Uhr). Andere Orte machen das zur Straßenreinigung. Das hätte dann den Vorteil, dass die Stellplätze vor allem von denen genutzt werden, die sie wirklich für das Erreichen der Arbeitsplätze etc. brauchen.

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