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Delay (Time Does Not Pass) / Das Bild

Das Original war ein eher experimenteller Titel, basierend aus einer treibenden Melodie, einem ausgefeilten Schlagzeug und ein paar Effekten. Allerdings schaffte ich es damals nicht, unter die Melodie einen Rhythmus zu bekommen. Zudem experimentierte ich damals auch mit den Effekten des Synthesizers, um das Schlagzeug ins verschwommene zu überführen.

Also war der erste Gedanke: Lass daraus was Experimentelles machen. Grauenvoll. Alles zu rauh und zu eckig und total überladen mit Effekten. Es gefiel mir vorne und hinten nicht.

Es brauchte einen Stilwechsel. Ich ging in den Chillout. Und die Ansätze gefielen mir besser. Aber ohne Gesang hatte es noch keinen Charakter.

Also gab es der KI den Befehl einen Text zum Thema “Delay” (Verspätet) zu machen. Und plötzlich bekam ich einen deutschsprachigen Text, der stellenweise sehr markante Begriffe verwendet, aber dann wieder in zufälligen Banalitäten sich drehte, so dass das Ergebnis eher wirr klang. Aber das ist auch nicht verwunderlich: du musst beim Text mehr Anweisungen geben. Aber rein klanglich wertete der Text das Lied ungemein auf und gab ihm auch eine Struktur.

Als fokussierte ich mich auf den Text. Ich überlegte, was denn alles zu spät sein kann? Irgendein Mensch zu irgendwas? Irgendeine Erkenntnis? Ich stieg in einen Brainstorming-Prozess gegen eine KI ein. Das ganze Beziehungsthema war eine Idee. Aber mir gefiel dann eine Metapher besser – und die suchte ich im Meer und den Wellen.

Dann wurden auch die Versionen immer besser, aber so richtig überzeugend war keine Version. Bis dann diese Version kam und ich das erste Mal den Refrain hörte und echt begeistert war.

Leider hatte diese Version noch einen Textfehler: Eine Zeile brachte noch eine zweite Person rein, die aber im restlichen Text nie auftauchte. Ich versuchte nun in dieser Version den Text zu ändern – und das kann echt zum Verzweifeln sein.

Und dann war Delay fertig:

[Verse 1]
I sat by the coast today
Sand in my shoes
Cold in my hands
The water kept its own dark face
A ferry leaned on the horizon
Like it had news
It would not say
So I just watched the line

[Pre-Chorus]
The gulls went quiet
Then they spun
A dog barked once
And nothing came

[Chorus]
No waves yet
Still waiting here
No waves yet
The shore feels strange
I count the boats
I count the foam
No waves yet
But I stay

[Verse 2]
A kid in rain boots
Built a crown from shells
Then kicked it down
And laughed at the sea
An old man folded his arms
Like he knew the trick
Like he had seen
This kind of hush before

[Pre-Chorus]
The sky held still
For just too long
My name felt small
Inside the wind

[Chorus]
No waves yet
Still waiting here
No waves yet
The shore feels strange
I count the boats
I count the foam
No waves yet
But I stay

[Bridge]
The salt tastes near
The hour tastes thin
A green bottle rolls
And stops again
Then out past the rocks
A dark lip lifts
Like something waking
Under the skin

[Final Chorus]
No waves yet
Still waiting here
No waves yet
The shore feels strange
I count the boats
I count the foam
No waves yet
Time does not pass

[End]
No waves yet
But I stay

Aus einer der früheren Versionen mit Herzschmerz in deutscher Sprache blieben aber einige Textfragemente im Ohr. Es reifte dann die Idee, diese Zeilen noch einmal aufzugreifen. Allerdings war diese Version in Gänze nicht stimmig.

Und so nahm ich einige Textzeilen, dir mir besonders gefielen und baute einen neuen Text drum herum. Da der Refrain in dieser Fassung mir absolut nicht gefiel, verzichtete ich gänzlich drauf.

Die KI erkannte dann in der Generierung, dass die ersten drei Strophen eher den Zustand beschrieben. Und die letzten beiden Erklärungen liefen. Und das wurde dann auch mit einer anderen Stimmlage sehr gut umgesetzt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, da gerade im deutscher Sprache Texte sehr schnell kitschig werden können.

[Verse 1]
Ich seh dein Bild an der Wand
Doch der Raum bleibt dunkel
Ich nehm es in die Hand
Erinner mich an altes Funkeln
Es war eine schöne Zeit
Als wir uns verknallten
Ich hör noch deine Stimme
Und Worte, die verhallten

[Verse 2]
Doch das ist lange her
Ich hör dein Echo in den Fluren
Dein Bild verblasst langsam
Verliert seine Konturen
Ich such nach dem Warum
Nach Dingen, die wir verschwiegen
Doch zwischen uns blieb nur
Was wir nicht mehr besiegen

[Verse 3]
Auf dem Tisch steht kalter Tee
Neben deinen alten Karten
Jede Spur von dir bleibt hier
Doch die Stunden wollen warten
Der alte Weg am Fluss entlang
Trägt noch unsere Schritte
Ich hör deinen leisen Klang
Als wärst du noch in meiner Mitte

[Verse 4]
Vielleicht war es unser Weg
Vielleicht musste es enden
Manchmal verliert man sich
Auch ohne sich zu wenden
Ich trag noch dieses Gefühl
Von den alten Tagen
Auch wenn wir uns nicht mehr sehen
Bleiben offene Fragen

[Instrumental]

[Outro]
Ich seh dein Bild noch immer
An der Wand im alten Licht
Manches bleibt für immer
Auch wenn man weiterzieht
Die Zeit nimmt vieles mit
Doch nicht, was wir einst waren
Ein Teil von dir bleibt hier
Zwischen all den alten Jahren

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