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Scream Sequence (The Beelitz Song)

Scream Sequence war wieder einer dieser Trance-Titel, der überwiegend durch Akkorde und Effekte geprägt war. Das besondere waren hier die Effekte durch 16tel-Noten, die eine gewisse schaurige Atmosphäre erzeugten. Wodurch wir damals den Titel “Scream Sequence” gaben.

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Bei diesem Titel experimentierte ich gleich in die düstere Richtung: Dark Wave, Gothic Metal, mit Gitarre, ohne Gitarre. Klanglich passte das alles schon mal ganz gut zu den Akkorden und den Effekten. Es war nur wieder so: Instrumental hatten alle den Anschein, als würde etwas fehlen. Möglicherweise ist das aber auch ein Schwachpunkt von Suno.

Beim Text ließ ich mich auch vom alten Titel gleiten: eine Schrei-Sequence. Nur zu einem klassischen Schrie fiel mir erst einmal nichts passendes ein. Also überlegte ich nach etwas, was für sich schreien könnte. Eine Situation? Ein Ereignis? Oder vielleicht auch ein besonderer Ort?

Und so kam ich auf die Beelitz-Heilstätten, ein mystischer Ort eines alten Lungenkrankenhauses, welche viele Jahre dem Verfall preis gegeben worden sind. Zumindest löste der Ort durchaus Schreie aus – und er passt auch zu einer düsteren Grundstimmung. Und sofern ich das gesehen habe, ist zumindest noch niemand vor mir auch auf Idee gekommen – auch wenn zahlreiche Bands wie Rammstein, Covenant und Peter Fox in Beelitz schon posierten oder Musikvideos drehten.

Und nun ist die Frage: wie bringe ich das Thema Beelitz in einen guten Text. Einfach nur die Geschichte erzählen? Die Stimmung? Die Eindrücke? Bestimmte Räume? Ich probierte verschiedene Anläufe.

Am Ende wurde der Liedtext umfangreicher, verzichtete aber auf einen sich wiederholenden Refrain. Der rote Faden des Liedtextes war:

  • Strophe 1 beschreibt die Grundstimmung, wie man sie erlebt, wenn man morgens durch eine dieser Hallen gehen würde
  • Strophe 2 nimmt Bezug auf die Geschichte und den eigentlichen Zweck: Fenster, die zu den Kiefern geöffnet worden sind.
  • Strophe 3 springt in die Zeit des Verfalls und die Geschichte, die man da eben wahrnimmt. Die kyrillischen Schriftzeichen. Oder die spannende Situation, dass Fenster vernagelt worden sind, aber immer irgendein Fenster passierbar war.
  • Strophe 4: der Verfall. Mit “Roof by roof the sky grows wider” beschrieb ich, wie manche Idioten anfingen, die Dächer abzudecken. Mit “Door by door the rooms grow blind.” den blinden Vandalismus, Türen rauszureißen.
  • Hook: Ich wechsle in das Laborgebäude, in dem es einen Hörsaal gab. Und baute ein berühmtes Zitat, was sich damals an deren Wänden befand: “Der Raum spielt mit sich selbst Theather”. Auch wenn ich Beelitz selber im Liedtxt nicht einbaue: diese Zeile löst den Ort auf. Daher funktioniert es inhaltlich nicht so gut, wenn man ihn übersetzt. Sowohl lyrisch (“The room acts out a play with itself.”), wie auch von der Bedeutung. Deutsche Worte im sonst englischen Liedtext führten aber dazu, dass Theater auch mit englischen Th ausgesprochen wird. Hier half ein Tutorial-Tipp: “Te-Ater”.
  • Outro: Die Frage war nun: baut man eine Botschaft mit ein? So richtig gefiel mir das nicht. Also beschreibe ich wertfrei 8 Tätigkeiten, die Menschen mit solchen Gebäuden machten.

Und damit war der Text erst einmal eine in sich runde Sache.

Aber die Songstruktur war anspruchsvoll. Und wie bei Whale Nation hatte ich einige Probleme, dass die Taktanzahl sich von meiner Vorstellung abwich – nur hier genau umgekehrt: es wurden zu viele Pausen gelassen.

Ein anderes Problem besteht bei wechselnden Stimmen: er vertauscht gerne die Sequenzen. Da wurden die vier Zeilen vor dem Zitat wechselnd zwischen Mann und Frau gesungen. Das hatte durchaus auch Charme. Nur bei vier Zeilen machte ein Duett wenig Sinn. Ich blähte diesen Abschnitt mal auf acht auf – und man kann es vermutlich erahnen: Kein Duett – und dieser Block wurde nun langatmig. Also wieder zurück.

Aber hört selbst:

[intro]

[verse 1]
Morning enters broken glass. – Dust remembers every step.
Names have faded from the walls. – Yet the silence keeps them all.
Legends outlive every age. – Echoes never leave these halls.
Someone always wants to know. – One lost sunbeam finds its way.

[verse 2, more impressive dark male vocal]
Beds were made. Breath returned. – Windows opened to the pines.
Faces turned – toward the light.
White sheets danced in summer air. – Morning drifted room to room.
Hope arrived on forest winds. – Every window welcomed life.

[instrumental]

[verse 3]
Cyrillic letters stain the walls. – Their language lingers in the dust.
Time erased the hands that wrote. – Stone remembers every touch.
Boards concealed the empty frames. – Still one window wouldn’t sleep.
Someone always found a way. – Someone always left a trace.

[verse 4]
Rain rehearses through the floors. – Ivy studies every wall.
Beauty hides inside the ruin. – Silence settles in the cracks.
Roof by roof the sky grows wider. – Door by door the rooms grow blind.
Windows lose another eye. – Still one window catches light.

[instrumental]

[hook]
One – forgotten lecture hall.
Empty – rows beneath the dust.
Every – whisper takes the stage.
Each – echo knows its cue.

[spoken word, female] “Der Raum spielt für sich selbst Te-Ater.”

[bridge]
The walls remember – more than we do.
The walls never ask – who passed through.
They never choose. – They never judge.
They only – remain.

[outro]
Humans build.

Humans heal.

Humans claim.

Humans leave.

Humans find.

Humans save.

Humans loot.

Humans mend.

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