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Videoüberwachung ist Opium fürs Volk

Kai Hirschmann, Direktor des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik in Essen:

Wir werden uns in Deutschland daran gewöhnen müssen, dass es hier zunehmend Menschen gibt, die bereit sind ihre Auffassung mit Gewalt durchzusetzen, und dass es für einen demokratischen Staat schwierig ist gegen sie vorzugehen.

Mit anderen Worten: Entweder wir schaffen die Demokratie ab — oder wir sind den sogenannten Terroristen ausgeliefert.

Um das Volk aber wieder zu beruhigen, sollen verstärkt Videokameras eingesetzt werden, hat in den letzten Jahren zwar keinen einzigen Angriff verhindert, selbst in London nicht, aber für die gefühlte Sicherheit wird ja einiges getan. (Übrigens: der Bahnhof in Schwerte hat noch keine Kamera — und fühlte mich nicht weniger sicher als an anderen Bahnhöfen.) Selbst der MDR zeigte zu einem Beitrag zwei positiv eingestellte Bürger, die diesen Schritt befürworten. Die Krone setzt wie üblich die Bild auf:

Straßen, Bahnsteige, Busse, Tunnel, Einkaufspassagen, Parkplätze oder Stadien sind öffentliche Plätze. Wer was zu verbergen hat, darf da eben nicht hin.

(Quelle: bild.t-online.de/BTO/news/standards/kommentar/2006/08/19/kommentar.html)

Stichwort Gläserner Bürger: Was ist denn so schlimm daran, etwas zu verbergen?

Anderes Beispiel Dortmund: ein Koffer in einem nicht verschlossenen Schließfach löste die zeitweise Sperrung aus. Der Besitzer rannte eilig zum Zug (passiert ja öfters mal), andere Fahrgäste sollen wohl dabei noch arabische Schriftzeichen entdeckt haben (Welcher ernstzunehmende »Terrorist« zeigt sich so auffällig mit arabischen Schriftzeichen?) und alarmierten die Bundespolizei.

(vgl. heise, Presseportal, Tagesspiegel)

Update: Wovor uns ein handwerklicher Fehler bewahrte — die weitreichenden Folgen, wenn in Kiel die Bombe hochgegangen wäre.

Update: Interview mit Foebud-Vorstand:

Wir können nicht unsere freiheitliche Gesellschaft schützen, indem wir sie abschaffen.