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Bussituation in Schöneweide

Der Artikel behandelt von der Bussituation am Bahnhof Schöneweide und ist ein sehr lokales Thema. Dazu haben die Grünen im Januar folgdenden Antrag in die BVV eingereicht:

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die BVG-Kunden, die vom S-Bahnhof Schöneweide, Ausgang Sterndamm, in Richtung Johannisthal fahren möchten und die Buslinien M11, X11 oder 160 nutzen, bereits an den Haltestellen am Busbahnhof einsteigen können und dort für den jeweiligen Bus ein gültiger Fahrplan ausgehängt wird.

Ich habe mich nun die letzten Tage damit beschäftigt und komme zu folgenden Fazit: Wünschenswert, aber nur dem geplanten Straßenbahntunnel realisierbar.

Situation

Die Buswendeschleife stammt noch aus Zeiten, in denen Westberlin eingezäunt war und ein Fahrtziel nach Zehlendorf völlig undenkbar war. Durch die neuen Verbindungen (insb. M11/X11) geriet der Bahnhof an seine Kapazitätsgrenze. Und nun ist die Situation leider so, dass mehrere Linien nicht mehr innerhalb der Schleife starten können – sondern wenige Meter entfernt. Das ist zugegebermaßen unschön, wenn sprichwörtlich der nahe Bus fort fährt.

Wer es sich im Detail anschauen möchte, kann die nachfolgenden Erläuterungen mit den Karten unten sowie der Luftbildaufnahme in GoogleMaps nachvollziehen.

In den Schleifen werden praktisch drei Schritte vollzogen: Abladen – Pause – Einladen. Busfahrer können bekanntlich nur an den Linienenden ruhen – und folglich müssen dafür ausreichend Positionen zur Verfügung stehen. Die Warteposition wird, wo es geht, von der Einstiegsposition getrennt. Im Straßenraum sieht man häufig 20 Meter vor der eigentlichen Haltestelle eine weitere – nur ohne Fahrplan.

Wie sieht das nun in Schöneweide aus?

  • Linie 163/166/265 (grün): Die Busse passieren die Schleife. Im Norden werfen sie die Fahrgäste raus – und warten dann mit dem Bus in der unmittelbaren Schleife (Google Maps: ein Bus steht in der Mitte, einer am Rand). Dann starten sie von da und nehmen die südlichste Position zum Einstieg.
  • Linie M11/X11 (rot): Die Busse passieren ebenso die Schleife, aber sie haben keinen Platz mehr. Deshalb warten die Busse an den beiden anderen Bahnsteigen (Google Maps: da stehen 2 Busse der 11er Linien). Von da können sie die Einstieshaltestelle nicht mehr anfahren. Deshalb fahren sie raus und halten dann im Sterndamm.
  • Linie 160 im regulären Betrieb (blau): vom Sterndamm kommend fährt dieser durch die gesamte Schleife hindurch und hält dann an der Einstiegshaltestelle der 163/166/265. Die Linie fahrt danach eine Schleife durch Schöneweide und endet in der Hasselwerder Straße. Von da fährt er zurück (ohne Schleife) und hält an der Einstiegshaltestelle der 11er Busse. (Anmerkung: der Kreist durch Schöneweide ist dem geschuldet, dass es für ihn keinen Platz mehr in der Schleife gibt.)
  • 160 derzeit: Da der Bus nicht die Eisenbahnbrücke passieren kann, muss er im Sterndamm halen. Die Halteposition ist im Sterndamm eingerichtet (sieht man auch in Google Maps). Dann passiert er die Schleife ohne Halt und beginnt mit der Haltestelle des M11/X11 im Sterndamm.

Möglichkeiten

Die Linie 160 könnte derzeit auch in der Schleife starten. Da er Zusammen mit der M11 und X11 Johannisthal erschließt, sind die Fahrgastströme ähnlich. Das führt dann aber zu der unschönen Situation für Fahrgäste: Stehe ich hier oder da?

Würde die Warteposition auch als Einstiegsposition genutzt werden, könnte da die 160 nicht starten (weil ja in der Regel ein wartender Bus die Haltestelle blockiert). Also müsste der 160 wieder an einer anderen Position starten. Davon abgesehen müsse abgewägt werden, ob diese Lösung auch in Hinblick auf die Busfahrer vertretbar ist.

Baulich wären Umbaumaßnahmen durchaus denkbar. Wenn zur Einfahrt in die Schleife bspw. auch das Straßenbahngleis genutzt werden kann.

Aber: Beide Schleifen sollen ohnehin umgebaut werden. Dann werden Straßenbahn- und Busschleife ineinander verwoben. Mit diesem Bau wird dann ausreichend Kapazität bestehen und die Umsteigesituation insbesondere zwischen Bus und Straßenbahn wesentlich verbessert. Weit mehr als dieser Antrag nun geht. (Zum Umbau selber schreibe ich noch einen eigenen Artikel).

Fazit

Das Ziel ist wünschenswert, aber leider wohl unrealistisch. Die BVG wird aber das Anliegen prüfen. Vorsichtshalber hat’s die BVV beschlossen.

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