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Homepage von René Pönitz

Deutsche Bahn verspätete sich mit Ausschilderung

Im Dezember 2014 fuhr erstmals eine Straßenbahn zum neuen Lehrter (Stadt-)Bahnhof. Schon mit der Eröffnung im Jahre 2006 sollte die Straßenbahn diesen Bahnhof ansteuern. Noch sind zwar nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen. Noch fahren auch noch nicht alle Linien zum Bahnhof an der Lehrter Straße. Und noch gibt es im Bahnhof auch keine Indizien, dass vor der Tür die Straßenbahn hält. Doch gerade letzteres sollte einen Monat nach dem Start erwartet werden können. Immerhin reden wir hier vom Prestigebahnhof der Bahn, den die Deutsche Bahn im Fahrplan als Hauptbahnhof auswiest.

Fünf Monate für einen Gullideckel

Im Sommer des vergangenes Jahres wurde auf dem Rad- und Gehweg an meiner Straße gearbeitet. Zeitgleich. Eine Firma riss den Radweg auf und verlegte den Radweg mit gelben Markierungen auf dem Fußweg. Und eine andere Firma legte diese beiden gelben Markierbänder aufeinander und riss anschließend den Fußweg auf. Gewissermaßen eine tolle Leistung, einen fürstlich breiten Fußweg unpassierbar zu machen. Bei diesen Arbeiten wurde auch ein Gullideckel zerstört. Bitte fragt mich nicht, wie ein Gussdeckel halbiert werden kann, jedenfalls war der Gulli nur zur Hälfte bedeckt. Das war irgendwann im August.

Wir haben Januar – und der Radweg ist immer noch nicht wieder freigegeben!

Mein Fraktionskollege Volker fragt bereits das Bezirksamt, ob Wiedereröffnungsfeiern bereits geplant sind.

Aussichtsturm im Treptower Park

Völlig unscheinbar gibt es im Treptower Park einen kleinen Turm, der bis in die Wipfel der Bäume ragt:

Gut möglich, dass du hier in der Nähe wohnst und diesen Turm auch noch nie bemerkt hast. Und dann fragt man sich: welchen Zweck hat der Turm? Besonders groß ist diese Fläche nicht. Für Publikumsverkehr nicht geeignet.

Offensichtlich ist, dass der Turm mit einen Schornstein kombiniert wurde. Am Fuß befindet sich auch ein Heizhaus für das benachbarte Restaurant.

Anwohner berichteten, dass der Turm einst zur Überwachung der Ausänge des Straßenbahntunnels genutzt worden sein soll. Für diesen Ansatz mag es gute Begründungen geben, aber keinerlei Belege und ebenso gute Gegengründe. Beispielsweise dass Bäume die Sicht nach Stralau behinderten. Und bei Nebelwetter ebenso. Weitere Ideen gab es, dass es als Zielrichterturm für Wassersportveranstaltungen genutzt werden würde. Auch hier wären Bäume im Weg.

Die Lokalpresse startete im Dezember einen Aufruf, um die Funktion des Turmes aufzuklären. Mit Erfolg. Der einstige Bauleiter meldete sich. In den 50ern wurde nach Kriegsschäden das Zenner neu errichtet. Dem einher ging der Bau eines Heizhauses, der einen Schornstein benötigte. Die Aussichtsplattform war demnach nur Dekoration, damit eben kein blanker Schornstein im Park steht.

(Mehr zur Geschichte des Areals)

Personifiziertes Nutella

Freunde, die vor Weihnachten in England waren, entdeckten in den dortigen Konsumtempeln personifiziertes Nutella. Nutella mit Namensaufdruck. Mein Name ging sogar mit Akzent.

Es sollte ein witziges Geschenk werden, aber wesentlich witziger war der Transport im Flugzeug nach Deutschland. Denn nach der Paranoia-Verordnung wird Nutella als Flüssigkeit eingestuft. Die Winkeladvokaten mussten den passenden ruthe-Comic schon gekannt oder geahnt haben. Das Glas konnte als Handgepäck befördert werden, aber nicht deren Inhalt.

Und da der Gag das Glas war, musste das Nutella dran glauben. Mit einem im Bistro erworbenen Plastelöffel ging es auf Toilette, um die zähe, braune Masse aus dem Glas zu bekommen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die Reinigungskraft dachte, als sie den Papierkorb leerte. Anschließend in Deutschland musste nun aus einem anderen Glas nutella umgefüllt werden.

Nun, einige Tage nach Weihnachten gibt’s das auch bei uns. Zumindest wirbt der Hersteller großflächig:

Fahrgastjubiläum

Bei der Hamburger S-Bahn wurde am 3.12. der in diesem Jahr sechsmillionste Fahrgast begrüßt, der die S-Bahn zum Hamburger Flughafen nutzte – so die Titelstory im Wurfblatt des Verkehrsbetriebes. Namentlich genannt. Mit Foto. Mit Flughafenchef. Und S-Bahn-Sprecher. Dazu ein Reisegutschein über 500 Euro. Das volle Klischee solcher Ehrungen, die es scheinbar wohl nur gab, weil der Redaktionsschluss nahte und es nicht wirklich etwas zu berichten gab.

Aber Moment: wie kommt die S-Bahn eigentlich dazu, personengenau so ein Jubiläum feststellen zu können? Anders als bei Kaufhallen gibt es keine systematische Erfassung des Kaufvorganges. Wurde also da jede Fahrt gezählt? Wurden da Zählungen auf dem Bahnsteig durchgeführt? Beides wäre ein immenser Aufwand, nur um im Falle des Falles eine Titelstory zu haben. Sensoren? Lichtschranken/Infrarotsensoren? Ohne Vereinzelungsanlagen (sprich Drehkreuz) würden auch diese keine konkreten Zahlen geben können.

(Und liest man gespannt den Artikel weiter, wird deutlich, dass hinter der Zahl nicht nur Fahrten zum, sondern auch vom Flughafen gezählt worden sind. Also praktisch nur halb so viele Fahrgäste wie es erst den Anschein hatte)

Update: Ich bekam nach drei Tagen Post von der Deutschen Bahn. In den Bahnen sind Fahrgastzählsysteme verbaut. Aus den Daten der ersten drei Quartale wurden hochgerechnet. „Die Genauigkeit dieser Zählung entspricht den Anforderungen des HVV mit der Bedingung, dass 90% aller Fahrten einen zufälligen Messfehler <5% aufweisen müssen”, so die S-Bahn Hamburg GmbH. Mit anderen Worten: es knnte also durchaus auch der 5.999.983 oder 6.000.057 Fahrgast prämiert worden sein.