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Homepage von René Pönitz

Fahrpreisverteuerung in Berlin

Zum 1. Januar werden in Berlin die Tarife für den ÖPNV umgestellt. Was wie bei jeder Umstellung extrem nervig ist: die Übergangsbestimmungen:

  • Die alten Fahrscheine gelten noch 14 Tage lang, also bis zum 14.01.2015
  • Bis Ende Mai können alte Fahrscheine umgetauscht werden, danach wertlos
  • Umtausch nur bei dem Verkehrsunternehmen, bei dem der Fahrschein erworben wurde, kein Verbundgedanke

(Infos zur Tarifanpassung beim VBB, zu den Umtauschbedingungen bei der BVG)

Warum können Fahrkarten nicht unbegrenzt gelten? Selbst der Gefahr von Hortungskäufen zur Tariferhöhung kann gelassen reagiert werden. Betriebswirtschaftlich wäre dies eine vorgezogene Geldbeschaffung, die das Verkehrsunternehmen nur diese Tarifdifferenz kostet. Niemand wird kriminalisiert, weil ein gültig gekaufter Fahrausweis nachträglich ungültig wird. Und selbst wenn nicht anerkannt wird: Warum ist der unbefristete Umtausch nicht möglich?

Auch die Übergangsfrist ist mit zwei Wochen extrem kurz. Beim Verkehrsverbund Oberelbe sind es vier Wochen für Einzelfahrscheine und 3 Monate für Vierer-Karten. In München sind 3 1/2 Monate vorgesehen

Auch der Umtausch scheint in anderen Verkehrsverbünden lockerer gehandhabt werden. Im VVO kann der Umtauch bei jedem Partnerunternehmen im Verkehrsverbund erfolgen.

Linktausch bei datenleck.net

Bei meinem Projekt datenleck.net häufen sich zur Zeit Anfragen zum Setzen und Tauschen von Links. Hier meine (nicht ganz ernst gemeintes) Anleitung in 3 Schritten, wie eine Verlinkung bei datenleck garantiert ist:

  • Organisieren Sie ein Datenleck! Verwenden Sie eine fünf Jahre alte Version einer Webshop-Software. Lassen sie einen Firmenlaptop mit unverschlüsselten Daten auf einer Parkbank liegen. Entsorgen sie vertrauenswürdige Dokumente grundsätzlich ungeschreddert in öffentlichen Papierkörben. Seien sie kreativ!
  • Veröffentlich sie eine Presseerklärung, in der sie über Art und Umfang der Panne beschreiben (auf einer permanent gültigen Adresse)
  • Tragen sie die Panne direkt ein

U1 zum Ostkreuz und die Piraten

Die Arbeitsgruppe für ÖPNV der Berliner Piraten bekam im August einen „dezenten Hinweis”, dass von einer U-Bahnverlängerung zum Ostkreuz hinter verschlossenen Toren gemunkelt wird. Wir erstellten daraufhin eine Anfrage – und übergaben sie dem für Verkehr zuständigen Abgeordneten der Berliner Piratenfraktion. Fast drei Monate lang passierte nichts. Als Zwischenfeedback gibt es den Diskussionsstand von 2013. Wochen vergehen. Monate vergehen. Der Ball lag vorm offenen Tor, nur wo ist der Torschütze?

Nun ging Senator Müller in die Offensive:

Wir gehen jetzt noch einen Schritt weiter und sind jetzt mit der Bahn in der Abstimmung, ob wir nicht Flächen vorhalten für einen U-Bahn-Anschluss mit Umsteigemöglichkeiten.

Zum Artikel in der Berliner Zeitung

In der Sache habe ich mir in den Monaten noch kein abschließendes Urteil gebildet. Die Anbindung an die Ringbahn ist sicherlich nicht die dümmste Idee und wird vielen Leuten doppeltes Umsteigen beim Ostkreuz und Warschauer Straße ersparen. Die Linie wird von da aber keine weitere Verlängeroptionen mehr haben und dieser Abschnitt ist reiner Parallelverkehr zur Stadtbahn.

Die Verlängerungsideen zum Frankfurter Tor sind nun weitestgehend verbaut (zumindest wenn auf der Warschauer Straße kein Hochbahnviadukt wie in Kreuzberg entstehen soll). Unstreitig ist auf jeden Fall, dass das Freihalten von Flächen sinnvoll ist, um die Zukunft nicht zu verbauen.

Berliner Modell zur kooperativen Baulandentwicklung

Ende August veröffentlichte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt die Leitlinie für den Abschluss städtebaulicher Verträge in Berlin vom 28.08.2014. Die Presse pickte vor allem die These heraus, dass Investoren nun günstige Wohnungen schaffen müssen. Ich betrachte das Papier aus Transparenz-Gesichtspunkten und Mietpreispolitik.

The Majority Says in Berlin

In der Berliner Volksbühne gibt es den Roten Salon und den Grünen Salon. Warum im grünen Salon das Licht aber rot leuchtet? Ich weiß es nicht!

Am 10.11. traten The Majority Says auf. Schönes Konzert. Erste Reihe. Keine zwei Meter von der Sängerin entfernt. Leider gibt es von Berlin bisher keine Mitschnitte, wohl aber von Wiesbaden am Tag zuvor. Der mit Abstand stärkste Titel des Abends war für mich „You Steal I Steal” (mit einem überraschenden Outro):

Es gibt keine Bornholmer Brücke

Nur ein kleiner Tipp an alle Journalisten von FAZ bis Bild: In Berlin gibt es keine Bornholmer Brücke. Diese hat es auch vor 25 Jahren nicht gegeben.

Falls die Brücke im Norden Berlins gemeint sein soll, welche die Bornholmer Straße über die Eisenbahnanlagen führt und Prenzlauer Berg mit Gesundbrunnen verbindet und deren Grenzübergang 1989 als erstes öffnete: sie heißt Bösebrücke!

Kraftwerk in Berlin

Kraftwerk wird im Januar nach Berlin kommen und 8 3D-Konzerte in der Neuen Nationalgalerie geben. Die Preise sind mit 71,50 Euro: durchaus fürstlich.

Das Besondere ist aber, dass gerade die Band, die Anfang der 80er über Datenschutz und die Daten beim BKA sangen, nun ausschließlich personifizierte Tickets verkaufen – einerseits zur Verhinderung des Schwarzmarktes, andererseits damit jeder nur an maximal einem Konzert teilnehmen kann.

Interpol und Deutsche Bank
FBI und Scotland Yard
Kraftwerk und das BKA
Haben unsere Daten da

Wer Karriere macht, sollte sächsische Werbekampagnen verstehen

Ich laufe von der Baustelle der wohl sich nicht mehr abzuwendenden Autobahn zum Bahnhof Plänterwald. Noch schnell an zwei Plakatwänden vorbei… und dann das:

Wir finden, wer Karriere macht, sollte sich einen Sportwagen leisten können – So geht Sächsisch

Ich verstehe es nicht. Was soll mir diese Werbung sagen? Was soll es bei mir auslösen – außer Kopfschütteln und Kopfkratzen?

Soll ich auf die exorbitant hohen Verdienstmöglichkeiten in Sachsen hingewiesen werden? Oder auf die extrem günstigen Sportwagen-Preise? Möglicherweise soll auch all denjenigen, deren Karrieren weniger ertragreich sind, klargemacht werden, dass sie nicht ins sächsische Bild passen.

Oder ist der Sportwagen nicht als Auto gemeint, sondern eine Metapher zum abgebildeten Kinderwagen? Also wer Karriere macht, sollte sich auch Kinder(wagen) leisten können? Also eine Aufforderung an Karrieristen zur Kinderzeugung. Nur warum hängt das dann nicht in Sachsen?

Soll mir erklärt werden, dass Familie und Job in Sachsen besonders gut unter einem Hut gebracht werden kann? Nur dazu gibt es keinen Bezug im Spruch. Aber es würde zum klassischen Familienbild der CDU passen.

Vermutlich denke ich viel zu kompliziert und es soll nur heißen: in Sachsen gibt’s schönes Wetter!

Oder soll, vermutlich ist das das Ziel, ich fragend stehen gelassen werden, damit ich zu Hause mal nach „so geht sächisch” suche, um mich von Hochglanz-Werbung berieseln zu lassen. Ok, versuche ich:

45 Sekunden Diashow. Und? Für Emotionen wechseln die Motive zu schnell.

Power-Tipp: In der HTML5-Version von youtube kann man Videos auch verlangsamen

Das Leibzscher Blog Weltnest beschreibt das Video wie folgt:

Ja, der Film würde auch als verspäteter Wahlwerbespot der sächsischen CDU durchgehen. Fehlt eigentlich nur noch ein milde lächelnder Souverän Stanislaw am Ende.

Vielleicht ist es auch ein Beitrag für die Debatte gegen den Länderfinanzausgleich. Alle Jahre wieder rütteln ja vor allem Hessen und Bayern dran. Und die Kampagne kostet verteilt über vier Jahre 32 Mio Euro

Diese hohe Summe sähen nun hinter vorgehaltener Hand auch CDU-Kreise in Kommunen oder beim Straßenbau besser angelegt.

Ja, ich gestehe: Ich kann mit Image-Kampagnen für politisch definierte Gebiete nichts anfangen. Meine grundsätzlichen Bedenken hatte ich vor einigen Monaten mal in Bezug auf Tourismus-Konzept niedergeschrieben. Diese Kampagnen vermischen viele kleine Dinge zu einem Best-Of. Und so liegt der Schwerpunkt den oben eingebundenen Videos in Leipzig und im Elbsandsteingebirge. Beides Orte, die für sich stehen. Beides Orte, die von sich aus laufen. Ich könnte ja noch eine Werbekampagne für das östliche Sachsen verstehen. Da gibt es Probleme. Da läuft die Bevölkerung davon.

Wahrscheinlich soll uns die Kampagne etwas anders sagen: das unten im Bild ist Berliner Filz. Und für Filz ist auch Sachsen bekannt. Das Blog Dresdner Rand schlägt “Sachsen, Land der Sümpfe” vor. Die beauftragte Marketingagentur Ketchum-Pleon (Eselsbrücke: Ketchup-Blähung) hat den Büroleiter der CDU/CSU-Fraktion ausgelöst:

Mit Thomas Helm erweitern wir unser Public-Affairs-Profil bewusst um einen Experten aus dem Bereich der Koalitionsfraktion. Damit sind wir noch breiter aufgestellt und vernetzt und können unsere Kunden optimal durch das Wahljahr 2013 und die kommende Legislaturperiode navigieren.