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Homepage von René Pönitz

Fahrgastjubiläum

Bei der Hamburger S-Bahn wurde am 3.12. der in diesem Jahr sechsmillionste Fahrgast begrüßt, der die S-Bahn zum Hamburger Flughafen nutzte – so die Titelstory im Wurfblatt des Verkehrsbetriebes. Namentlich genannt. Mit Foto. Mit Flughafenchef. Und S-Bahn-Sprecher. Dazu ein Reisegutschein über 500 Euro. Das volle Klischee solcher Ehrungen, die es scheinbar wohl nur gab, weil der Redaktionsschluss nahte und es nicht wirklich etwas zu berichten gab.

Aber Moment: wie kommt die S-Bahn eigentlich dazu, personengenau so ein Jubiläum feststellen zu können? Anders als bei Kaufhallen gibt es keine systematische Erfassung des Kaufvorganges. Wurde also da jede Fahrt gezählt? Wurden da Zählungen auf dem Bahnsteig durchgeführt? Beides wäre ein immenser Aufwand, nur um im Falle des Falles eine Titelstory zu haben. Sensoren? Lichtschranken/Infrarotsensoren? Ohne Vereinzelungsanlagen (sprich Drehkreuz) würden auch diese keine konkreten Zahlen geben können.

(Und liest man gespannt den Artikel weiter, wird deutlich, dass hinter der Zahl nicht nur Fahrten zum, sondern auch vom Flughafen gezählt worden sind. Also praktisch nur halb so viele Fahrgäste wie es erst den Anschein hatte)

Update: Ich bekam nach drei Tagen Post von der Deutschen Bahn. In den Bahnen sind Fahrgastzählsysteme verbaut. Aus den Daten der ersten drei Quartale wurden hochgerechnet. „Die Genauigkeit dieser Zählung entspricht den Anforderungen des HVV mit der Bedingung, dass 90% aller Fahrten einen zufälligen Messfehler <5% aufweisen müssen”, so die S-Bahn Hamburg GmbH. Mit anderen Worten: es knnte also durchaus auch der 5.999.983 oder 6.000.057 Fahrgast prämiert worden sein.

Streetart in der Cuvrybrache (Blu)

Was haben mich die beiden großwändigen Streetart-Gemälde an der Brache der Kreuzberger Cuvry-Straße all die Jahre erfreut, wenn ich von Kreuzberg nach Hause geradelt bin:

(Vom zweiten habe ich leider kein Foto)

In der Nacht zum vergangen Freitag wurden diese beiden Murals schwarz übermalt – mit Zustimmung des Künstlers:

In 2007 and 2008 i painted two walls at Cuvrystraße in Berlin (with the support of Lutz, Artitude and its volunteers) in 2014, after witnessing the changes happening in the surrounding area during the last years, we felt it was time to erase both walls.

Ein weiteres Zitat stammt von den Schwarzmalern:

The people who are destroying the artwork say that they act from BLU’s consent. They say that he doesn’t want to help real estate companies sell their apartments better.

Diese Bemerkung scheint jedoch weltfremd zu sein: Bei der bevorstehenden Bebauung kann davon ausgegangen werden, dass beide Brandwände nahezu vollständig angebaut werden. Es wäre also eh nichts von dem Kunstwerken übrig geblieben (siehe Konzeptstudie mit drei Entwürfen). „Liebe Interessenten: Und hinter dieser Außenwand befindet sich noch einzigartige Kreuzberger Straßenkunst!”

Eine Petition fordert Denkmalschutz für diese beiden Kunstwerke, da der Bebauungsplan keine Denkmäler ausweist. Bebauungspläne setzen keine Denkmäler fest, sie müssen vorhandene berücksichtigen. Die Debatte, ob Wandgemälde denkmalwürdig sind ist in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg noch nicht abgeschlossen, aber nach Vorstellung der Grünen geht es dabei vor allem um den Kontext von Hausbesetzungen (und der traf auf diese Bilder nicht zu).

Anstelle eines Denkmalschutzes wäre auch die Freihaltung einer Sichtachse möglich. Denkbar entweder als Abstandsfläche oder als Hof. Dies würde die Möglichkeiten der Bebauung innerhalb des Areals jedoch einschränken. Aber weder der derzeitig rechtskräftige Bebauungsplan 2-5 (Kerngebiet mit einer Geschossfläche von 39.000m²), noch der sich in Aufstellung befindende vorhabenbezogener Bebauungsplan 2-40 VE (Wohnen und teilweise Nahversorgung mit 34.500m² Geschossfläche, Begründung) sieht diesen Abstand vor.

Die Übermalungsaktion zeigte aber auch, dass solche Gemälde keinen dauerhaften Bestand haben werden. Man stelle sich vor, sie wären in der Planung berücksichtigt worden – und erst nach Fertigstellung des Bauwerks wäre die Wand geschwärzt worden.

Zu guter Letzt muss man sich aber fragen, warum gerade diese Gemälde wertsteigernd für die Entwicklung der Brache sein soll (mal von den baulichen Einschränkungen abgesehen). Ich zitiere mal einen Kommentar

Warum hätte es ein Anreiz für Wohnungskäufer sein sollen? Weil die sich freuen einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, wenn sie aus dem Fenster schauen?

Kurzum: das Kunstwerk sollte also zerstört werden, bevor es zerstört wird. Und mit der vorzeitigen Zerstörung war es möglich, der Stadt noch eine Botschaft mitzugeben.

Zurückbleiben also nur noch Erinnerungen. Hier das Making-Of mit den Masken (Juli 2007):

(Die Augen wurden später durch Taucherbrillen ersetzt)

Und das Making-Of zum Schlipsträger (November 2008)

Die Zerstörung ist u.a. bei Metronaut und Blogrebellen dokumentiert.

Sonstiges: An der Technischen Universität Eindhoven gibt es Entwürfe für die Bebauung des Areals, bei der die Brandwand unbebaut blieb

Reformation der Parteienfinanzierung nötig

Die Wahlergebnisse auf den einzelnen Ebenen entscheiden, welchen Finanzierungsanspruch die einzelnen Parteien haben. Aber diese Summe wird gedeckt durch die Höhe der selbst erwirtschafteten Beiträge (z.B. Mitgliedsbeiträge oder Spenden).

Nun sind die Piraten in der Hinsicht eine sehr ehrliche Partei, ganz im Gegensatz zur AfD. Sie betreibt einen Shop zum Erwerb von Gold. Also eine Leistung, die originär nichts mit Parteien zu tun hat – und das dient einzig und allein, Geld aus der Parteienfinanzierung zu erzielen.

Diesen Umstand parodierte nun die PARTEI: Kauf kein’ Scheiß (Gold) (bei der AfD), kauf GELD (bei uns)!.

Es kostet Sie praktisch nichts (5 Euro), bringt uns aber über die Parteienfinanzierung bis zu 105 Euro. Aus rechtlichen Gründen müssen wir Ihnen dazu leider noch zwei Original-PARTEI-Postkarten drauflegen.

Eine Reform der Parteienfinanzierung ist dringend notwendig.

Vier Anträge zu einem Unfall

In der Nacht zum 02.12.2014 stürzte an der Langen Brücke ein Auto in die Dahme, zwei der Insassen verstarben. Zur kommenden BVV gibt es gleich vier Anträge, die sich mit diesem Unfall befassen:

Aus Sicht der CDU sind es die einzigen beiden Anträge für die kommende BVV-Sitzung!

Spreetunnel Friedrichshagen

Als der Spreetunnel in Friedrichshagen in 1926 „erbaut und versenkt” wurde, dachte noch niemand an die Menschen, die ihn aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen nicht nutzen können. Der Bauzweck war damals als Entlastung der oberirdischen Fähren, welche Tagesspitzen von 40.000 Ausflüglern nicht mehr bewältigen konnten.

Wenn ich als verhältnismäßig junger Mensch am Eingangsportal des Tunnels stehe und die 50 Stufen hinabblicke, so habe ich durchaus Respekt vor dem Gefälle! Der Höhenunterschied beträgt ca. 10 Meter:

Für die, die allerdings nicht mehr durch den Tunnel können, sind die Umwege weit. Zwischen den Tunnelausgängen beträgt der Weg über die Salvador-Allende-Brücke knapp 6 Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Fahrtzeit zwischen Friedrichshagen und der Wendeschleife im Allendeviertel ca. 24 Minuten (mit 1 Umstieg), allerdings gibt es in Friedrichshagen noch zahlreiche Lücken in Hinsicht der Barrierefreiheit. Auch wenn absehbar ist, dass in einigen Jahren die Linie 61 mit Niederflurwagen betrieben wird: die Haltestellen rund um die Bölschestraße sind nicht barrierefrei. Man mag es vielleicht nicht für möglich halten, aber im Jahre 2013 stimmte eine Mehrheit der BVV (insbesondere SPD und CDU) gegen barrierefreie Haltestellen in der Bölschestraße, welche Grüne und Piraten forderten.

Mit diesem Beitrag möchte ich den aktuellen Diskussionsstand zusammenfassen einschl. der Aspekte, die wir Piraten bisher in die Debatte gebracht haben.

Standortpläne von Hamburger U-Bahnhöfen

Standortpläne von S- und U-Bahnhöfen? Was in Berlin wie eine Selbstverständlichkeit ist (z.B. Treptower Park), scheint es aktuell für Hamburg nicht zu geben! Dabei ist so ein Plan vor allem für die Stationen Hauptbahnhof und Jungfernstieg bitter notwendig!

Dabei gab es das alles schon einmal – vor fast 40 Jahren! Auf der privaten Webseite Hamburger Untergrundbahn sind die Pläne aus dem Jahre 1975 noch zu finden:

Wenn auch die Grafiken in die Jahre gekommen und einige Details heute anders sind (am Hauptbahnhof der S-Bahntunnel, die U4 am Jungfernstieg), helfen sie zur besseren Orientierung! Und besser als Nichts!

Für London gibt es ein privates Projekt mit 3D-Modellen zu einigen Stationen, unter anderem Bank/Monument und King’s Cross St. Pancras.

Anmerkung: Es gibt doch Standortpläne, diese gibt es unter dem Aspekt Barrierefreiheit. Die Pläne sind sehr schematisch und zeigen nur Auf- und Abgänge in einer unübesichtlichen Form! Hier das selbe Beispiel, allerdings nur für S-Bahn und U1 am Jungfernstieg