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Die neue Homepage von René Pönitz ist da!

Skript Version 1.10b vom 11.11.2018 (Prod)

Hamburg

Helmut-Schmidt-Flughafen

Da ist Helmut Schmidt noch nicht einmal beerdigt gewesen, eröffnen schon die ersten die Diskussion über die Würdigung seines Namens im öffentlichen Raum:

Flughafenchef Michael Eggenschwiler war es, der die Diskussion schon zwei Stunden nach Schmidts Tod am Dienstag angestoßen hatte.

Dabei gibt es einen guten Grund, warum Plätze und Straßen erst nach einer bestimmten Anzahl von Jahren seit dem Ableben der entsprechenden Person benannt werden dürfen. Laut Welt sind es in Hamburg 2 Jahre, in Berlin sind das sogar fünf Jahre.

Also bitte um etwas Geduld für die Ungeduldigen!

Die Mauer in der S-Bahn-Tür

In Hamburg haben Unbekannte einfach so eine S-Bahn-Tür zugemauert. Das klingt skurril. Und sieht letztendlich auch so aus:

Aus der Pressemitteilung:

Nach jetzigem Sachstand der Hamburger Bundespolizei haben bislang unbekannte Täter die Eingangstür eines S-Bahnzuges der Linie S11 mit Ytong-Steinen zugemauert. Ein Triebfahrzeugführer fuhr am 28.04.2015 gegen 15.10 Uhr mit der entsprechenden S-Bahn aus der Abstellgruppe Barmbek heraus bis zum S-Bahnhaltepunkt Blankenese und anschließend zurück bis zum Bahnhof Hamburg-Altona. Danach wurde die zugemauerte Eingangstür entdeckt und der S-Bahnzug wurde im S-Bahnhaltepunkt Sternschanze gestoppt. Fahrgäste mussten an dieser Station die S-Bahn verlassen; die S-Bahn wurde ausgesetzt und in das Betriebswerk Ohlsdorf gefahren.

Sprich: der Zug ist einmal komplett bis zum Endpunkt gefahren. Erst beim dritten Kehren (in Altona kehrt die S11 zusätzlich) ist diese besondere Tür aufgefallen.

Handelskammer mit Parteipräferenz

Die Hamburger Handelskammer kommentiert den Ausgang der Bürgerschafswahl:

Der Verbleib der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft wird die politische Kultur und Vielfalt in unserer Stadt mit Sicherheit bereichern und erweitert den Handlungsspielraum der SPD bei der Suche nach einem Koalitionspartner.

Für so einen Satz müsste sich jedes Hamburger Zwangsmitglied unverzüglich eine Unterlassungsklage einlegen. Eine Industrie- und Handelskammer hat kein allgemeinpolitisches Mandat!

Aber leider bleibt selbst der Hamburger Senat trotz Kenntnis untätig.)

Straßenbahn für Hamburg

Die Aussage „Die Straßenbahn ist ein Relikt des 19. Jahrhunderts” ist ein Relikt des 20. Jahrhunderts.

Es ist unstrittig, dass Hamburg wieder eine Straßenbahn braucht. Die Grünen wollen sie. Die Piraten ebenso. Linke auch. Und, das mag überraschend sein, auch die CDU. Sie legt sogar ein fünfseitiges Konzeptpapier vor:

Die CDU hat aus dem gescheiterten Planungsversuch von 2008 bis 2011 Lehren gezogen. Wir sind der Auffassung, dass damals nicht das System gescheitert ist, sondern die Trassenauswahl falsch war und zudem zu wenig Rücksicht auf die Menschen entlang der geplanten Strecke genommen wurde.

Zugegebenermaßen: die damalige Planung war auch noch nicht das gelbe vom Ei. Für eine Neubautrasse hatte sie so viele Kurven, wie man sie sonst nur aus Bestandsstrecken durch Altstadtkerne kennt.

In den Nuancen unterscheiden sich CDU und Grüne aber noch. Die CDU setzt in ihrem 93km großen Netzvorschlag den Schwerpunkt auf tangentiale Verkehre, lediglich eine Linie würde die Innenstadt queren. Beim Netzvorschlag der Grünen werden die Linien näher am Zentrum geführt werden (wenn gleich der Vorschlag wohl noch nicht ausdiskutiert ist, da mehere Linien verschiedene Endpunkte ansteuern).

In der Zeit war nun ein Interview mit Kahl dem Großen, Oliver Scholz, in dem es auch um die Straßenbahn ging:

Es wird in Hamburg keine Stadtbahn geben, egal, wer Verantwortung in dieser Stadt hat. Hundert Kilometer Stadtbahn, wie sie die CDU vorschlägt, das sind 200 Kilometer dauerhaft beseitigte Fahrbahn. 50 Kilometer Stadtbahn quer durch die Innenstadt, wie es sich die Grünen vorstellen, sind fast 100 Kilometer beseitigte Fahrbahn. Und es handelt sich bei der Stadtbahn nicht um eine niedliche Straßenbahn. Das sind Züge, für die man Schneisen mitten durch die Stadt ziehen muss, die dann nur schwer überwunden werden können und die den Stadtraum teilen. Das möchte wirklich niemand.

Die Argumentationslogik ist typisch für die SPD: völlig bescheuert!

Erstens: Es existieren schon genügend solche unüberwindbaren Schneisen in Hamburg. Viele großen Straßen haben nicht einmal einen Mittelstreifen. Das reinste Asphaltmeer. So schlimm sieht es weder in Berlin noch in München aus.

Zweitens: es muss nicht zwingend für eine Straßenbahn ein seperater Gleiskörper angelegt werden. Sinnvoll wäre es. Aber im Einzelfall muss man jeden Abschnitt für sich evaluieren.

Und drittens: Die SPD selber möchte bei ihrem Busbeschleunigungsprogramm auch Busspuren. Auch wenn das Programm eher wie eine Farce wirkt: Aber eine Busspur ist nichts anders als ein seperates Gleis für die Straßenbahn. Je ernster die SPD ihr eigenes Ziel des Busbeschleunigungsprogramm nimmt, umso nichtiger ist dieses Argument.

Fahrgastjubiläum

Bei der Hamburger S-Bahn wurde am 3.12. der in diesem Jahr sechsmillionste Fahrgast begrüßt, der die S-Bahn zum Hamburger Flughafen nutzte – so die Titelstory im Wurfblatt des Verkehrsbetriebes. Namentlich genannt. Mit Foto. Mit Flughafenchef. Und S-Bahn-Sprecher. Dazu ein Reisegutschein über 500 Euro. Das volle Klischee solcher Ehrungen, die es scheinbar wohl nur gab, weil der Redaktionsschluss nahte und es nicht wirklich etwas zu berichten gab.

Aber Moment: wie kommt die S-Bahn eigentlich dazu, personengenau so ein Jubiläum feststellen zu können? Anders als bei Kaufhallen gibt es keine systematische Erfassung des Kaufvorganges. Wurde also da jede Fahrt gezählt? Wurden da Zählungen auf dem Bahnsteig durchgeführt? Beides wäre ein immenser Aufwand, nur um im Falle des Falles eine Titelstory zu haben. Sensoren? Lichtschranken/Infrarotsensoren? Ohne Vereinzelungsanlagen (sprich Drehkreuz) würden auch diese keine konkreten Zahlen geben können.

(Und liest man gespannt den Artikel weiter, wird deutlich, dass hinter der Zahl nicht nur Fahrten zum, sondern auch vom Flughafen gezählt worden sind. Also praktisch nur halb so viele Fahrgäste wie es erst den Anschein hatte)

Update: Ich bekam nach drei Tagen Post von der Deutschen Bahn. In den Bahnen sind Fahrgastzählsysteme verbaut. Aus den Daten der ersten drei Quartale wurden hochgerechnet. „Die Genauigkeit dieser Zählung entspricht den Anforderungen des HVV mit der Bedingung, dass 90% aller Fahrten einen zufälligen Messfehler <5% aufweisen müssen”, so die S-Bahn Hamburg GmbH. Mit anderen Worten: es knnte also durchaus auch der 5.999.983 oder 6.000.057 Fahrgast prämiert worden sein.

Standortpläne von Hamburger U-Bahnhöfen

Standortpläne von S- und U-Bahnhöfen? Was in Berlin wie eine Selbstverständlichkeit ist (z.B. Treptower Park), scheint es aktuell für Hamburg nicht zu geben! Dabei ist so ein Plan vor allem für die Stationen Hauptbahnhof und Jungfernstieg bitter notwendig!

Dabei gab es das alles schon einmal – vor fast 40 Jahren! Auf der privaten Webseite Hamburger Untergrundbahn sind die Pläne aus dem Jahre 1975 noch zu finden:

Wenn auch die Grafiken in die Jahre gekommen und einige Details heute anders sind (am Hauptbahnhof der S-Bahntunnel, die U4 am Jungfernstieg), helfen sie zur besseren Orientierung! Und besser als Nichts!

Für London gibt es ein privates Projekt mit 3D-Modellen zu einigen Stationen, unter anderem Bank/Monument und King’s Cross St. Pancras.

Anmerkung: Es gibt doch Standortpläne, diese gibt es unter dem Aspekt Barrierefreiheit. Die Pläne sind sehr schematisch und zeigen nur Auf- und Abgänge in einer unübesichtlichen Form! Hier das selbe Beispiel, allerdings nur für S-Bahn und U1 am Jungfernstieg