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Verteuerung bei HostEurope

Es gibt viele Arten, wie ein Dienstleister sich bei seinen Kunden unbeliebt macht. Oftmals sind es versteckte Bedingungen, Knebeleien oder auch mangelhafte Leistung. Eine selten dämliche Art erlebte ich bei meinen Provider HostEurope…

Was war passiert?

Mich erreichte vor Weihnachten ein Newsletter, in dem mir HostEurope erklärte, dass mein bisheriges Paket auf das Nachfolgerpaket mit der nächsten Abbuchung umgestellt werden soll. An sich nichts ungewöhnliches, geschah es ja bereits schon zweimal in der Vergangenheit. In der Regel verbesserten sich in der Vergangenheit die Bedingungen.

Die wichtigsten Eckdaten Ihres neuen WebPack L lauten:

  • - Webspace: 5 GB
  • - Max. E-Mail-Speicherplatz: 25 GB
  • - NEU: Homepagebaukasten WebBuilder Mini
  • - NEU: Datei-Übertragungsmethode WebDAV
  • - Geänderte Vertragslaufzeit: 6 Monate
  • - Zahlungsintervall: 3 Monate im Voraus
  • - Preis monatlich: 5,99 EUR

An sich alles ok, wenn nicht plötzlich ein anderer Preis auftaucht. Kein Wort von Preiserhöhung. Die gibt es nur zwei zwei Absätze später im Zusammenhang mit einer Verteuerung der de-Domainen von 50 auf 60ct.

Noch einmal zusammengefasst: in einem Newsletter, also einen Medium dass man als Kunde nicht unbedingt lesen muss, will der Dienstleister den Preis erhöhen, ohne dass es explizit so bezeichnet wird. Wer also nicht genau aufpasst, bekommt von der Verteuerung des Paketes erst einmal nichts mit.

Das ist zugebenermaßen eine Masche, die ich vor allen mit unseriösen Unternehmen in Verbindung bringe. Das ist eine Masche, von der ich mich distanzieren muß. Wer Vertragsbedingungen zu seinen Gunsten ändern möchte, hat das nun mal deutlich zu machen, verbunden mit einer Option zur Beendigung des Vertragsverhältnisses.

Für eine Vorab-Information mag das ausreichend sein, für eine Änderungskündigung (was es rechtlich ist) allerdings nicht. Ich fragte also nach. Die erste Antwort war gespickt aus Textbausteinen, in der um Verständnis für steigende Kosten gebeten wird, obwohl ich explizit betont habe, dass ich die Preiserhöhung an sich nicht bemängelt habe. Nach mehreren E-Mails fiel folgende Aussage:

In unserer E-Mail von 13.12.2012 wurden Sie bereits über die Vertragsänderung informiert. Eine weitere Information wird hierzu nicht versendet.

Und das ist der Punkt, an dem ich nun ehrlich gesagt nicht mehr weiß, wie lange ich Kunde von HostEurope sein werde – obwohl ich ich mit der Leistung und dem neuen Preis zufrieden bin. Ich hoffe, sie kommen von diesem Irrweg noch ab!

(Wer mir bereits seinen Lieblingsprovider wärmstens empfehlen will, kann das gerne in den Kommentaren tun)

Bisherige Kommentare (7)

Kommentar von Unbekannt

Hallo,

das Thema wird auch bei Heise diskutiert
Kurz vor Weihnachten über einen Newsletter eine Preiserhöhung von 20% bis 100% durchzudrücken ist schon eine Frechheit von Hosteurope bzw. der verantwortlichen Person. Wer will mit so einer Firma noch langfristig zusammenarbeiten, welche auf die Faulheit der Kunden setzt?

Kommentar von Adrian

Hallo,

ich war langjähriger Kunde bei hosteurope und zahlte in diesem Zeitraum weit mehr als 1000 Euro.

Ich bekam auch die Nachricht kurz vor Weihnachten, die ich sehr unpassend empfunden hatte. Da meine Email lange nicht beantwortet wurde (> 7 Tage) und man auf die grundlegende Kritik nicht genauer einging (außer Blabla) und weitere Emails wieder lange unbeantwortet blieben/bleiben, bekam ich den Eindruck, daß hosteurope nicht seinen Bestandskunden entgegenkommen möchte. Sie scheinen ihre Altkunden per „Zwang” in den neuen Vertrag drücken zu wollen, Kompromisse werden offenbar nicht gemacht. Erst nach einem weiteren Emailverkehr bekam ich ein Angebot auf ein leicht abgespecktes Paket, dabei sind allerdings auch hier die Konditionen deutlich schlechter, das gilt gerade für die Vertragslaufzeit.

Ich habe jetzt gekündigt, obwohl ich sonst bisher sehr zufrieden war. Ich hätte mich auch mit der Preiserhöhung zufrieden gegeben, aber mir gefällt die Reaktion und das Verhalten von hosteurope nicht. Nicht einmal auf mein FAX mit meinem Widerspruch wurde bis jetzt reagiert. Eine Kündigung schien mir dieshalb ein gangbarer Weg zu sein, diese wurde jedenfalls automatisiert akzeptiert.

Schade…

Kommentar von René

Aus meinen freundlichen Hinweisen, dass HostEurope mit seiner verschleierten Preiserhöhung bei mir auf wenig Gegenliebe stieß, erhielt ich heute eine E-Mail:

Ihren Unmut über diesen Vorgang können wir verstehen und möchten uns auch auf diesem Weg bei Ihnen für die Art der Kommunikation entschuldigen.

Ihrem Widerspruch entsprechend haben wir die Kündigung Ihres WebPack L 3.0 (xxxxxx) zum 11.03.2013 erfasst. Sofern Sie dem Vertragswechsel noch zustimmen bzw. alternativ den angebotenen Wechsel auf eine kleinere Ausbaustufe unserer WebPacks wünschen ist dies selbstverständlich weiterhin möglich.

Mir fehlen die Worte. Nach diesen Aktionen frage ich mich nur noch, ob das Unternehmen noch alle Tassen im Schrank hat.

Kommentar von Uwe

Ich denke genauo dasselbe, wie viele andere im Internet. Ich habe ziemlich schnell auf meinen Widerspruch eine Antwort bekommen:

„Ein Widerspruch im eigentlichen Sinne ist nicht möglich.”

und als letzten Satz:

„Sie haben ja auch immer noch die Möglichkeit Ihr Paket fristgerecht zum 22.03.2013 zu kündigen, denn erst danach würde die Umstellung erfolgen.”

Tja, seit letzter Woche ist alles woanders gehostet und der Vertrag gekündigt. So springt man nicht mit Kunden um, die seit 7 Jahren dabei sind und keinerlei zusätzliche Kosten (z.B. Support) verursachen.

Kommentar von René

@Uwe: wo bist du hin?

Rein formell haben sie Recht mit der Aussage, dass ein Widerspruch nicht möglich ist. Aber das ist eine Frage, ob man die Intention des Kunden kleinkariert oder kundenorientiert auslegt.

Und wie schon geschrieben: der eine Euro ist nicht Gegenstand der Debatte (auch nicht die 2 – 3 Euro, wenn man die Domains mitrechnet). Die Server laufen stabil, ich habe keine sonstige Rennerei – von daher ist ärgerlich, dass die nun dermaßen tief ins Klo gegriffen haben, dass sie Hand sich verkeilt hat (so wie bei Werner!).

Wie ging es weiter? Irgendwann interpretierte man meinen Unmut als Kündigung, worauf ich sie ausgelacht habe. Ich zitiere aus meiner E-Mail:

Bitte entschuldigen sie die deutlichen Worte, aber manches muss einmal gesagt werden: wie bescheuert muss ein Unternehmen sein, einen wirklich zufriedenen Kunden binnen weniger Tage zu einen zu machen, der sich fragt, ob das Unternehmen noch alle Tassen im Schrank hat.

Die Worte schienen etwas wachgerüttelt zu haben – zumindest wird dann der Fall von der Supporteinheit an eine nachgelagerte Kundenabteilung übergeben. Die Dame am Telefon war etwas verunsichert, wie sie loslegen sollte. Sie entschuldigten sich für das zuvor geschehene. Ich selber kann natürlich formal korrekt noch eine Änderungskündigung erhalten (was dann auch geschehen ist), aber ich machte deutlich, dass es mir nicht um mich geht, sondern dass ich mich unwohl bei Unternehmen fühle, die unseriöse Machenschaften betreiben. Es wird auf die Führungsetage geschoben, die das wohl bewusst so entschieden hat – da könne sie auch höchstens nachfragen und kann mir nicht garantieren, ob sie wieder zur Vernunft kommen. Die Domains, die im Januar aktualisiert worden sind, sind zum alten Preis verlängert worden – nach dem ich sehr freundlich drauf hingewiesen habe, dass Kündigungsfristen (auch für Änderungen) für beide Seiten gelten.

to be continued!

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