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A Summer's Tale

Direkt im Anschluss an meine Radtour ging es zum Festival A Summer’s Tale. Ein Festival, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand. Für mich war es gleichzeitig auch das erste große Festival, was ich besuchte. Ich habe somit keinen Vergleich mit anderen Festivals. Dennoch gebe ich hier gerne meine Eindrücke wieder.

Gesamteindruck

Das erste, was mir auffiel: es sprangen extrem viele Kinder herum. Viele Eltern.

Das zweite: sowohl das Campingareal als auch das Festivalgelände war extrem sauber. Auch noch am letzten Tag!

Das dritte: ein sehr pünktlich eingehaltener Zeitplan.

Location

Lühmühlen liegt in der Nähe von Lüneburg. Auch wenn der Ort nach einem Kufkaff klingt, scheint’s da mehr Pferde zu geben. Und so war auch das Festivalgelände ein Reiterareal.

Vom Bahnhof Lüneburg sind es ca. 15 Kilometer noch zu fahren Zwischen Lüneburg und Lumühlen/Salzhausen gibt es einen durchgehenden Radweg zwischen den Ortschaften. Das war sehr praktisch. Es hat nämlich geregnet. Und es war dunkel. Gut eine Stunde dauerte die Fahrt. Irgendwann um Mitternacht war ich auf dem Areal.

So sieht das Areal außerhalb des Festivals aus:

Kosten

Das Festivalticket für vier Tage kostete mich inklusive Camping 199 Euro (129 Euro für’s Festival, 70 Euro für’s sogenannte Komfort-Camping). Ich brauchte das Komfort-Camping, weil es dabei Schließfächer gab – und Laptop, Kamera und Co wollte ich schon gerne sicher aufbewahrt sehen.

Das klingt erst einmal viel. Aber 50 Euro je Tag für viel Musik und Übernachtung ist dann eigentlich auch nicht zu viel.

Camping

Beim Camping spürte ich leider dieses Zwei-Klassen-Campen nicht nur im Sinne von zusätzlichen Komfort wie eben die Schließflächer, den Support fürs Laden von Mobiltelefonen oder den mit Holzrinde angelegten Wegen. Bei den Toiletten konnte man aufs jeweils andere Areal herüberblicken – und da gab es nur halb so viele Duschen und Toiletten mit teilweise extrem langen Schlangen. War das eine Fehlplanung oder eine bewusste Herabwürdigung all jener, die 30 Euro weniger bezahlt haben?

Allgemein hat man sich bei der Gestaltung der sanitären Anlagen sich zu wenig Gedanken gemacht. So gab es bspw. eine Pissrinne für die Männer, die aber quer über den gesamten Platz eingesehen werden konnte. Am zweiten Tag wurde da noch ein weiterer Bauzaun dazugestellt. Hier wäre es wohl sinnvoller gewesen, dieses Areal etwas zu separieren. Lobend muss ich aber sagen, dass die Toiletten regelmäßig gereinigt wurden.

Im Comfort-Camping gab es jede Menge voraufgebauter Zelte. Also Zelte, die eine Firma gegen Entgelt schon errichtet hat. An sich ja eine praktische Idee, nur finde ich deren Preise unverschämt. Ab 339 Euro geht’s los. Zusätzlich zum Festivalticket. Aber die Nachfrage war da.

Ich hatte das Glück, dass ich in der Nacht mein Zelt aufgebaut hatte. Das erwies sich als praktisch. Auf dem Campingplatz gab es ein Flutlichtscheinwerfer. Fragt mich nicht, wer auf die Idee gekommen ist, einen Campingbereich nachts mit Licht zu durchfluten, so dass es taghell war. Ich richtete mein Zelt also so auf, dass es im Schatten des Flutlichtes stand. Da waren die voraufgebauten Zelte sehr nützlich.

Im Comfort-Bereich gab es auch Frühstück. Ich fand 15 Euro etwas zu viel. Zwar konnte man da bis halb drei sich den Bauch vollschlagen, aber das war nun nicht gerade mein Ziel. Aber es gab auch einzelne Sachen zu kaufen. Mein Zeltnachbar hatte Rührei für 3,50 Euro bekommen. Als ich nachfragte, kostet es nur 2,50 Euro. Als ich am letzten Tag noch mal Rührei holte, nur noch 2 Euro. Das war der selbe Verkäufer. Keine Ahnung. Aber das war vollkommen ok!

Die Schließfächer waren ärgerlich. Sie spuckten das Geld nicht wieder aus. Man hatte aber die Wahl, ob man für einen Schließvorgang einen Euro oder zwei Euro versenken wollte. Ich hätte es zu gerne mal mit Einkaufschips probiert…

Am ersten Tag ist der Abwasserschlauch der Toiletten geplatzt. Ein herzlichen Dank an den, der das in der Hitze flicken musste…

Das da auf dem Bild war übrigens der „Berg”. Das hörte ich jedenfalls immer wieder von kleinen Kindern, die ihn meisterten. Ich habe also am Fuße des Bergs genächtigt.

Die Gegenüber hatten in der letzten Nacht ein wenig Pesch.

Festivalareal

Das Areal war teils im Wald. Und teils auf der Wiese. Es gab im Areal vier Bühnen: eine große Konzertbühne, eine weitere im Zelt, eine kleine Waldbühne, und ein Salon. Dazwischen noch verschiedene Aktivitäten, Stände, Workshops usw. Hier einige Bilder von einem Rundgang.

Im Eingangsbereich:

Die Waldbühne:

Verschiedene Kunstinstallation an Mülleimern (es gab noch mehr davon):

So witzig diese Bierfässer auch aussehen. Sie sind leider nicht wasserdicht!

Das Geschichten-Café:

Die große Konzertbühne:

Sie stand halt in der prallen Sonne. Neben der Bühne gab es noch eine Zuschauertribüne. Von da konnte man auf die Bühne schauen. Sie spendete Schatten.

Die Zeltbühne wurde tagsüber auch sehr warm. Am Donnerstag und Freitag öffnete man ein wenig die Seitenwände.

Natürlich gab es auch was zu Essen. Die Presse belustigte sich über den Lachs-Döner. Allgemein fand ich gerade an den letzten beiden Tagen die Essensangebote zu knapp. Bzw. die Schlangen zu lang.

Das ist Kunst (falls man es nicht sieht):

Der Schriftzug übrigens bei Nacht:

Ein gutgemeiner Tip: den Buchstaben S sollte anders befestigt werden. Sonst sieht’s halt abends immer wie ein Dollar-Zeichen aus.

Paranoia macht auch bei Festivals nicht halt. So waren hier weder Glasflaschen noch PETs erlaut. Nein, es musste ein TetraPak sein. Und mit maximal 1 Liter Inhalt. Mit Klebeband kann man auch schnell ne Tasche draus machen:

Es sei erwähnt, dass hinter dem Stand von Viva Con Aqua unzählige Glasflaschen einfach so herumlagen. Man hätte sich nur bedienen müssen, um schlimme Sachen anzustellen!

Musik

Im allgemeinen war ich mit dem Musikangebot zufrieden. Nicht alles würde ich zu Hause hören! Überzeugend und überraschend waren die Augstines, Belle and Sebastian, K’s Choice und Susanne Sundfor. Aber auch einige der Liedermacher.

Einige Bands hatten leider den falschen Slot bekommen. Eine Schlaftablette wie William Fitzsimmons kann man nicht 22 Uhr ins Programm nehmen. Oder eine Band wie die Augustines in der glühenden Nachmittagssonne spielen lassen.

Zu den einzelnen Bands werde ich einen extra Beitrag machen.

Kultur und Sonstiges

Ich wollte seit Ewigkeiten mal einen Poetry Slam anschauen. War also praktisch. Ebenso ein Impro-Theater.

In Sachen Kabarett gab’s Achim Knorr. Er war neulich bei Karstadt und wollte eine dichte und günstige Thermoskanne und bekamm stattdessen ein Auslaufmodell. So war das Niveau die ganze Zeit. Ich habe mich mehr darüber zereimert, wie sich andere über ihn zereimert haben. Heinz Strunk war schon etwas besser!

In den Abenden habe ich die Kurzfilme mitgenommen. Hier einen, den ich recht schön fand:

Oder noch ein anderer, der lief.

Fazit

Ich fand’s gut!

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