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Akteneinsicht zu Lollapalooza

Allergiehinweis: Dieser Artikel kann Spuren von Realsatire enthalten.

Vorbemerkung: Ich will das Hamburger Transparenzgesetz! Dies erspart für alle Beteiligten eine Menge Zeit und Frustration – weil solche Sachen einfach online verfügbar sind. Es scheiterte in Berlin an SPD und CDU!

Am 06.09. hatte ich gemeinsam mit Jacob Zellmer (Grüne) Akteneinsicht nach Bezirksverwaltungsgesetz. Als Bezirksverordneter bekommt man mehr zu Gesicht, als wenn man als sonstiger Interessierter eine Anfrage nach Informationsfreiheitsgesetz stellt. Dafür bekommt man als Bezirksverordneter auch zunächst eine Verschwiegenheitserklärung zu all den weiteren Dingen:

Die Veranstalterin hat zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen darum gebeten, bei Einsichtnahmen nach dem IFG Bln die Beträge zum Nutzungsentgelt, und den Sicherheitsleistungen sowie die Bau- und Betriebsbeschreibung wie auch das Sicherheitskonzept nicht bekannt zu geben.

Ich darf diese Dokumente einsehen, muss aber gleichzeitig die Verschwiegenheit mittels Unterschrift verpflichten.

Die eigentliche Einsichtnahme muss man sich so vorstellen: gemeinsam mit zwei Kollegen geht man in einen Besprechungsraum – mit einer sehr langen Tafel. Dort darf man dann (eben nach der Unterschrift) die Akten in Empfang nehmen und studieren. Dabei sitzt dann immer ein Mitarbeiter. Es hatte etwas von Klassenarbeit in der Schule!

Uns wurden zwei Ordner gegeben: ein Ordner war für die Einsicht als Bezirksverordnete, der andere enthielt nur die Daten, die auch mittels IFG-Anfrage eingesehen werden können. Diese Zweiteilung fand ich sehr nützlich, da ich einen guten Überblick habe, was ich nun sagen darf oder nicht. Binnen reichlich zwei Stunden lagen weit über 500 Seiten vor mir.

Vielleicht ein paar Worte noch zu den Themen mit Verschwiegenheit:

  • a) das Bau- und Betriebskonzept ist durchaus sehr spannend. Da sind beispielsweise die Bühnenbestandteile und -module beschrieben. Aber: aus politischen Aspekten spielen sie keine Relevanz. Oder anders ausgedrückt: der Veranstalter wird schon wissen, wie er die Bühne aufbaut, damit die Veranstaltung reibungsfrei laufen kann. Gewissermaßen sind dies auch Betriebsgeheimnisse. Das respektiere ich auch.
  • b) das Sicherheitskonzept ist dagegen spannender, zumal es Nachfragen gab wie „Hat man aus der Love Parade in Duisburg gelernt?”. Hier geht es beispielsweise um Fluchtwege, aber auch um Regeln, wer wie wann wo zu informieren ist bis hin zum Wording, was bei bestimmten Vorfällen zu sagen ist. Hier sehe ich durchaus Aspekte, die einfach öffentlich gehören, aber auch Aspekte, bei denen eine Veröffentlichung konträr zum Ziel ist. In den Details konnte ich mich hier noch nicht einarbeiten.
  • c) Sicherheitsleistung. Das ist ganz klar eine Information, die öffentlich zu sein hat. Ich werde sie aber nicht nennen dürfen. Leider. Wohl aber zum Berechnungsverfahren (siehe später)
  • d) Nutzungsentgelt. Das ist eine Zahl, für die die Öffentlichkeit einen Anspruch haben solle. Aber ich darf sie nicht sagen. Dieses Entgelt wird in einem Haushaltstitel ohne Ansatz eingebucht. Damit wird diese Zahl im Rahmen der Bezirkshaushaltsrechnung aufschlagen, da es eine außerplanmäßige Einnahme darstellt. Je nachdem welche weiteren Ereignisse 2016 noch passieren, wird die Zahl damit unweigerlich bekannt werden.

Nun zu meinen Erkenntnissen und Ergebnissen:

Bearbeitungsgebühr

Für die Erstellung dieses Bescheides waren mehrere Mitarbeiter über mehrere Monate eingebunden. In dieser Zeit konnten sie keine anderen Aufgaben erledigen. Dafür wird ein Bearbeitungsentgelt in Höhe von (bitte halten sie sich fest): 462 Euro erhoben.

Das ist das Maximum, was laut Umweltschutzgebührenordnung („Genehmigungen für gewerbliche Zwecke – wenn besondere Ermittlungen anzustellen sind”) zulässig ist.

Hier ist dringend Bedarf an der Überarbeitung der Gebührenordnung nötig.

(Bitte diese Zahl nicht mit dem Nutzungsentgelt verwechseln. Die Gebühr ist für den Vorgang, das Nutzungsentgelt für die Inanspruchnahme des Parks)

Putzige Grußformeln

Aus einer Mail vom 28.01.2016 von Festival-Managerin an Amtsleiterin Grün:

Meine allerliebsten Grüße, Frau Lehmann. Sie sind toll. Fruszina.

Ich glaube, ich weiß nun, wie ich künftig mit Ämtern kommuniziere.

Umgang mit BVV-Beschlüssen

Die BVV hat am 03.03. zu Lollapalooza entschieden. Es war expliziter Wille der Bezirksverordneten, dass die Naturschutzverbände mit involviert werden. Ich lese dazu in einer Notiz am 09.03.:

Naturschutzverbände eher nicht

Da bin ich auf Begründungen gespannt!

Gesamtstädtisches Interesse

Gemäß Grünanlagengesezt muss bei solchen Veranstaltungen „das überwiegende öffentliche Interesse dies erfordern”. Dazu muss die Senatsverwaltung eine Stellungnahme vorlegen. Ich fand Schriftsätze, dass dies am 18.02. schon vorlag (ob final kann ich nicht beurteilen). Am 30.06. fragte ich im Umweltausschuss nach, ob dies bereits vorliegen wrüde – und es wurde verneint. Auf der ersten Einwohnerversammlung am 14.07. erkudigte ich mich erneut – und da wurde es dann vorgetragen.

Teilnehmerzahl

Am 30.06. erzählte Stadtrat Hölmer im Umweltausschuss, dass der Veranstalter aufgrund der Auflagen überlegt, die Teilnehmerzahl zu erhöhen. Aber, er erklärte auch, dass dann viele Punkte neu geplant werden müssten, da ja bereits mit 45.000 Teilnehmern gerechnet und geprüft wurde. Ich fragte dann wieviel. Klare Antwort: bis 70.000.

Am 14.07. zur Bürgerversammlung fragte ich erneut wieviel beantragt wurde. Hr. Hegner (Geschäftsführer FRHUG, die Veranstaltungsfirma) sagte knapp: 70.000.

Ich frage nach Mehraufwendungen für die Umplanung, doch der wurde dementiert.

In den Unterlagen gibt es einen großen Lageplan mit vielen handschriftlichen Notizen vom 11.04., bei dem schon von 50.000 bis 70.000 Gästen je Tag die Rede ist.

Antragseingang

Der eigentliche Antrag zum Festival wurde am 25.03. beim Bezirksamt eingereicht. Zu diesem Zeitpunkt fehlten noch einige Details, die nachgereicht werden mussten. Es wurde für 45.000 Besucher beantragt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde der Eingang offiziell geleugnet. In der Bezirksverordnetenversammlung vom 28.04. wurde der Antragseingang jedoch geleugnet.

Anwohner informieren

Ich zitiere aus Unterlagen (Blatt 43) vom 09.05.:

also nach außen kommunizieren, dass der Treptower Park 1 Woche vor Veranstaltung nicht nutzbar ist – aus Sicherheitsgründen

Anfang Mai war bekannt, was Mitte Juli nicht auf einer Bürgerversammlung kommuniziert wurde.

Ebenso zitiert von 09.05.(Blatt 44):

Veranstaltungsfläche Ehrenmalseite bleibt ab Tag 1 gesperrt (inkl. beider Spielplätze wegen Sicherheit (Sattelzüge)

Anfang Mai war bekannt, was Mitte Juli nicht auf einer Bürgerversammlung kommuniziert wurde. Das zieht sich auch durch weitere Dokumente, bspw. dass Mitarbeiter ab 30.08. Aufbaubändchen erhalten und Personenkontrollen durchzuführen sind.

Der Uferweg sollte dagegen noch passierbar bleiben – wann diese Erkenntnis auftrat, konnte ich nicht feststellen.

Selbes Schriftstück (Blatt 43) vom 09.05.:

BVG avisiert das Einstellen des Busverkehres während der Veranstaltung.

Anfang Mai war bekannt, was Mitte Juli nicht auf einer Bürgerversammlung kommuniziert wurde.

Krisenleitstelle

Es sollte eine Wohnung oder Gewerbeobjekt angemietet werden, was als Krisenleitstelle fungieren sollte. Ich weiß dazu nicht viel mehr (Beleg: Blatt 50)

Figurentheather

Es war einst geplant, das Figurentheather als Teil von Lollapalooza werden zu lassen. Nette Idee. Aber: da dieses Theater als Maßnahme der Jugendhilfe gefördert wird, darf es nicht mit kommerziellen Veranstaltern zusammenarbeiten. Es hätte sonst gegen Auflagen verstoßen (Beleg: Blatt 72)

Politische Anbindung

Mehrmals in verschiedenen Dokumenten (u.a. Blatt 74) fand ich folgenden Satz:

Aufgrund der politischen Anbindung des Festivals…

Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Russisches Ehrenmal

Auf der Einwohnerversammlung am 01.09. lachten die Anwesenden über den Versprecher Russisches Ehrenmal. Das taucht in diesem Wortlaut mehrfach auf (u.a. Blatt 82)

Ermittlung der Sicherheitsleistung

Ohne Zahlen zu nennen: in der Sicherheitsleistung wurden diverse Posten eingerichtet, falls Schaden genommen wird:

  • Rasenpflege 1 (vor allem vor Bühnen)
  • Rasenpflege 2 (z.B. Lagerflächen)
  • Aufarbeitung der Wege
  • Pauschale für Schadensbeseitigung auf den Parkplätzen
  • Pauschale für Schadensbeseitigung an Einzelbäumen / Gehölzen,

Nach meinem Dafürhalten fehlen viele Punkte:

  • Schaden an Sondergärten: Auch wenn die Sondergärten ausgezäunt und folglich für Besucher nicht erreichbar sind, so besteht ein Restrisiko, dass die Umzäunung zu Bruch geht.
  • Hinterlassener Müll: Eine Auflage ist, dass die Veranstaltungfläche frei von Müll zu übergeben ist. Hier besteht das Risiko, dass nachgereinigt werden muss.
  • Schaden an Pflanzen im sonstigen Bereichen: Eher zufällig entdeckte ich, dass die Abdeckung der Tennenwege auch Anpflanzungen zerstörte.

Auch bei beiden Pauschalen … aber da bewege ich mich an den Grenzen des Vertraulichkeit.

Anlagen

Ich habe drei Dokumente abfotografiert. Mangels Zeit habe ich diese Fotos noch nicht durch die OCR-Texterkennung geschickt. Wer das machen möchte: nur zu, Ergebnisse bitte direkt an mich! Eine Anwohnerin hat diese Bilder mit OCR unterlegt. Vielen Dank!

(IFG = Informationsfreiheitsgesetz)

(Randnotiz: Alle Datumsangaben ohne Jahreszahl beziehen sich auf das Jahr 2016)

Bisherige Kommentare (28)

Kommentar von Heike

Obwohl ich immernoch und -wieder fassungslos bin, über diese Politik: DANKE!! für die Recherche, fürs Dranbleiben und die Informationen. Das Aufwachen aus dem Glauben an verantwortungsvolle Entscheidungsträger in diesem Verfahren ist schmerzhaft, doch notwendig. Ich stimme dem Ruf nach einem Transparenzgesetz zu.

Kommentar von Kerstin

Hallo,

danke fürs Veröffentlichen! Könntest du die Lagepläne auch noch hochladen? Oder geht das nicht? Oder sind sie irgendwo schon mit dirn und ich habe sie übersehen?

Kerstin

Kommentar von Zeroq

Super danke dir für deine Zusammenfassung euch sind die gleichen Sachen aufgefallen wie mir. Eine Sache würde ich noch ergänzen. Ich bin da über eine Mail vom 18.05 von Zeidler Ulrike (Stadtentwicklung) an Lehmann, Hölmer, von Schell,

„das der Bahnhof treptow Park nicht ausreichend Kapazitäten hat um mehrere 10000 Leute zu verkraften hinzu kommt das im relativ eng begrenzten Umfeld mit den ankommenden Massen auf den zu kleinen Vorplätzen am Bahnhof das Sicherheitsrisiko sich sehr erhöhen kann. „

Kommentar von René

Ich muss gestehen, dass ich das Sicherheitskonzept (im Rahmen der Zeit) nicht lesen konnte. Wie aber gestern im Umweltausschuss mitgeteilt, will man auch im Anschluss an das Fest noch Barbetrieb bis 1 Uhr aufrecht erhalten, um so die Besuchermengen besser zu streuen.

Was die tatsächliche Kapazität im Bahnhof ist, in wie weit zum Ende der Veranstaltung zusätzliche Bahnen eingesetzt werden, muss ich leider passen.

Kommentar von JS

Ich habe gerade den Genehmigungsbescheid quergelesen. Seite 16 findet sich der Absatz über den Sofortvollzug mit einer Formulierung, die man durchaus als Schlag in das Gesicht einer am Erhalt der Stadt interessierten Bevölkerung verstehen könnte.

Hier wird im Prinzip ausgeführt, dass Widersprüche gegen eine solche Veranstaltung eine Frage des Charakters ist… oder anders geschrieben: Querulanten soll die Möglichkeit genommen werden, Widerspruch einzulegen.

Wer so die Bevölkerung einschätzt, der hat m. E. ein Problem damit, wenn sich die Bevölkerung für Dinge einsetzt, die Schäden für die Stadt, den Naturraum u.v.a.m. bedeuten können.

Bisher dachte ich eigentlich, dass eine BVV die Vertretung der Bevölkerung eines Bezirks ist und nicht die Vertretung der Besucher einer Großveranstaltung.

Jedes Gemeinwesen sollte froh sein, wenn es Bürger gibt, die sich für ihre Stadt einsetzen. In Berlin hat man das scheinbar aus den Augen verloren, weil die Panem et circencem-Fraktion einfach dominiert. Die Folgen sieht man jeden Tag.

Kommentar von LaHaine

Auf einen Teil der Besuchermassen, die der S-Bahn fahren wollen, kommt der Schienenersatzverkehr zu. Davon steht aber nichts auf den Seiten der Veranstalter:
http://www.lollapaloozade.com/dein-ticket-dein-eingang/

Die S-Bahnlinien 5, 7 und 75 fahren nicht zwischen Ostbahnhof und Lichtenberg.

Kommentar von JS

Eigentlich kann man nur abwarten, wie es läuft. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Teile der Besucher zunächst zu Fuß unterwegs sein werden. Das in Richtung Treptowers, Schlesisches Tor. Aber wenn ich ehrlich bin, mir ist es egal, wie die Leute dahinkommen.

Was mich ärgert ist die Art und Weise, wie das hier insgesamt gelaufen ist und das Verhalten der Veranstalter.

Ich nehme an, dass es für Polizei und Co. ein hartes Wochenende wird. Es ist ja noch gleichzeitig Tag des offenen Denkmals, Tag der offenen Tür bei der Polizei u.s.w. Bald ist auch wieder Marathon.

Die Frage ist ja auch, wo die Besucher alle untergebracht sind, soweit sie nicht aus Berlin stammen. Lustig wird es sicher, wenn die Gäste auch noch mit PKW anreisen.

Kommentar von Zeroq

Super danke dir für deine Zusammenfassung euch sind die gleichen Sachen aufgefallen wie mir. Eine Sache würde ich noch ergänzen. Ich bin da über eine Mail vom 18.05 von Zeidler Ulrike (Stadtentwicklung) an Lehmann, Hölmer, von Schell,

„das der Bahnhof treptow Park nicht ausreichend Kapazitäten hat um mehrere 10000 Leute zu verkraften hinzu kommt das im relativ eng begrenzten Umfeld mit den ankommenden Massen auf den zu kleinen Vorplätzen am Bahnhof das Sicherheitsrisiko sich sehr erhöhen kann. „

Kommentar von Claudia H.

Danke, dass du es hier veröffentlicht hast!
Ich hoffe auch nur noch, dass es auszuhalten ist. Insbesondere für die ältere Nachbarschaft. Ich muss es aber noch in Ruhe ansehen und bin auch keine Politikerin. Für mich ist der Umgang mit Anwohnern seitens Bezirk und Veranstalter ein Skandal und ein Verstoß gegen Grundrechte. Wohnraum und Gesundheit!

Kommentar von Claudia H.

Einige hier kommentieren noch die Infos der Webseite vom Veranstalter. Darüber habe ich mich schon köstlich amüsiert, weil es schon damit losgeht, dass der Treptower Park direkt zwischen Friedrichshain und Kreuzberg liegt. Nach meiner Ortskenntnis fällt man da allenfalls von der Oberbaumbrücke.
Die Anfahrtsbeschreibungen und Eingänge für Schwerbehinderte sind unverschämt. Natürlich ist die Puschkinallee barrierefrei, aber weit zu laufen vom Plänterwald. U1 mit SEV am Halleschen Tor.
Die machen mir Angst.

Kommentar von JT (Stralauer Halbinsel)

Hallo!

Besten Dank für die ganze Mühe!

Allerdings ist mir störend aufgefallen, daß Sie Datumsangaben benutzen ohne die entsprechende Jahreszahl hinzuzuschreibem. Ein Datum wie „09.05.” wird man in ein paar Jahren kaum noch sicher einzuordnen wissen. Können Sie bei Gelegenheit Ihren Beitrag überarbeiten und die fehlendenden Jahrszahlen ergänzen?

Zu dem Eintrag, daß die Tante (war die von Lollapalooza?) „russisches Ehrenmal” gesagt hat (statt korrekterweise „sowjetisches Ehrenmal”): das war auf der Informationsveranstaltung am 1.9.2016 (Donnerstag) im Rathaus Treptow. Können Sie das vielleicht hinzufügen? (Daran kann man auch sehen, wie sehr die sich mit dem Treptower Park auseinandergesetzt haben, nämlich überhaupt nicht. Ob das ein russisches oder sowjetisches Ehrmal ist, interessiert die doch einen Scheißdreck.)

Ich habe vor, am Sonntag (11.9.2016) und Montag (12.9.2016) sehr früh in den Treptower Park zu gehen und zu photographieren.

Ich befürchte, daß die versuchen werden, dieses Drecksfestival 2017 wieder im Treptower Park stattfinden zu lassen, obwohl es ja hieß, daß es 2016 nur eine Ausnahme ist.

Kommentar von Zeroq

Super danke dir für deine Zusammenfassung euch sind die gleichen Sachen aufgefallen wie mir. Eine Sache würde ich noch ergänzen. Ich bin da über eine Mail vom 18.05 von Zeidler Ulrike (Stadtentwicklung) an Lehmann, Hölmer, von Schell,

„das der Bahnhof treptow Park nicht ausreichend Kapazitäten hat um mehrere 10000 Leute zu verkraften hinzu kommt das im relativ eng begrenzten Umfeld mit den ankommenden Massen auf den zu kleinen Vorplätzen am Bahnhof das Sicherheitsrisiko sich sehr erhöhen kann. „

Kommentar von Hochländer

Gute Information, danke! Weiter dranbleiben bitte.
Zur Sicherheitsleistung hat sich doch die tolle Frau Lehmann am 1.9.16 nach mehrmaliger Nachfrage widerwillig geäussert.
3 Mill. sollen es sein, zu überweisen bis 9.9.16.
Die grosse Frage ob es wirklich da ist bleibt.

Kommentar von Hochländer

Noch eine Ergänzung.
Der überaus peinlich agierende Herr Hölmer liess sich ja am 1.9.16 zu der Aussage hinreissen, dass die Obere Denkmalschutzbehörde die Untere Denkmalschutzbehörde in Treptow angewiesen hat das Lollispektakel zu genehmigen. Jetzt kommt der entscheidende Satz,
der Oberen Denkmalschutzbehörde hat der zuständige Senator (Geisel) die Weisung dazu erteilt.
Kann in der BVV kein Untersuchungsausschuss zum gesamten Verfahren einberufen werden? Das stinkt doch zum Himmel!
Das einzige was mich am 1.9.16 etwas versöhnt hat, ist die Tatsache, dass sich so viel jüngere Leute in dieser Sache engagieren.

Kommentar von René

Viele, viele Kommentare. Ich werde noch einen Artikel zum Festival schreiben.

Zuvor verweise ich noch auf einen Leserkommentar . Das wirkt etwas skurril.

@JT: Danke für den Hinweis mit den Jahreszahlen. Ich habe es pauschal oben eingefügt.

Zum Russischen Ehrenmal: Ich bekam die Info, dass es sogar auf beiden gesagt worden sein soll. Aber: mit wieviel Historie muss sich ein Festivalveranstalter damit beschäftigen? Ich persönlich habe zum Festival eine der Ehrenmal-Führungen mitgemacht, die von jemanden durchgeführt wurde, der weitaus mehr Ahnung hat als alle zusammen und mir auch den Kontext bspw. der einzelnen Stelen erklärte.

Der Veranstalter erklärte, dass er für 2017 andere Punkte im Visir hat. Ich gehe davon aus, dass wir in ein paar Tagen schlauer sein werden.

@Zeroq: Ich entnehme deinen Worten, dass du ebenso Akteneinsicht (aber nach IFG) hattest und freue mich, dass du meine Arbeit kontrolliert hast ;-)

Zum Bahnhof: Ja, in Erinnerung blieb mir das, aber daher entstand die Idee, dass auf mehrere Punkte zu verteilen („Eingang Ost”). Da das Festival vorbei war: Ist jemand da ein Problem aufgefallen? Mir nicht.

@Hochländer: Frau Lehmann sagte „knapp 3 Mio”, siehe oben. Der erste Teil sollte überwiesen werden, der zweite hinterlegt werden. Beides ist erfolgt.

Kommentar von JS

Ich empfehle mal diesen Artikel der Berliner Zeitung, die das Festival ziemlich hochjubelt.

Dort findet sich auch eine Aussage, wonach Frau Leh… ausgeführt hätte:

„Es sieht besser aus, als wir befürchtet hatten.“ Das trockene Wetter und die Schutzmaßnahmen hätten dazu beigetragen. So mussten alle Bäume und Anpflanzungen eingezäunt, alle Wege mit Spezialplatten belegt werden. Lehmann zeigte sich aber auch beeindruckt vom Verhalten der meisten Festivalbesucher, die kaum Müll in die Anlagen geworfen hätten: „Ich überlege, wie wir es schaffen, dass sich die Parkbesucher an normalen Wochenenden so rücksichtsvoll verhalten.“ – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24730650 ©2016

Für mich klingt das absolut unglaubwürdig, dazu haben wir schon viel zu viele Großevents in der Stadt erlebt, die einiges an Verwüstungen hinterließen.

Grüße und Danke

Kommentar von René

Da ich auch vor Ort war (ich schreibe gleich dazu noch was):

Ich habe an beiden Tagen zusammen einen Zaunpinkler gesehen. Bedingt durch die Masse an Leuten hat sich das kaum jemand getraut, zudem waren Toiletten ausreichend vorhanden.

Als Radiohead die Bühne verließen, lag schon ne Menge Unrat auf der großen Wiese, keine Frage. Aber als ich heute schon durch den Zaun kiekte, sah ich kaum noch was.

Aber: Es wäre schön, wenn die Spezialplatten auch im Bühnenvorfeld und den Hauptwegen zum Einsatz gekommen wären – hier beginnt dann meine Kritik.

Kommentar von JT (Stralauer Halbinsel)

Hallo!

Am 15.9.2016 findet im Grashüpfer eine Auswertung statt (Angabe von der change.org-Petitionsseite).

Hier ist der Beitrag von der Abendschau vom 12.9.2016, Direktlink zum Herunterladen zum Angucken oder im Browser:

http://media-stream-pmd.rbb-online.de/content/2abfa07f-f638-41c4-9064-ed97cd7e65b3_816996e0-9441-479f-9d64-b925db3a8ec8.mp4

Mediatheklink: http://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Positive-Bilanz-nach-Lollapalooza-Festiv/rbb-Fernsehen/Video?documentId=37692016&topRessort=tv&bcastId=3822076

(nur bis zum 20.9.2016 verfügbar).

Frau Lehmann und Frau Szép scheinen sich ja richtig gut zu verstehen. Ob Frau Lehmann bereits mit der Bürgerinitive Treptower Park gesprochen hat?

„Meine allerliebsten Grüße, Frau Lehmann. Sie sind toll.” Danke für ein versautes Wochenende!

Kommentar von Kerstin Lösch

Das Verkehrskonzept östlich des Tretpower Parker war eine einzige Katastrophe (B96a stadteinwärts und Neue Krugallee). Zum Festival erfolgte keine ausreichende Beschilderung, so dass der Verkehr in der B96a bis zum Polizeirevier floss und die Autofahrer dort feststellen mussten, dass es nicht weiter geht. So versuchten die Autofahrer über den Dammweg in die Neue Krugallee zu kommen, weil sie dachten, dort geht es weiter in die Stadt. Der andere Teil fuhr ahnungslos in die Neue Krugallee und stellte dann am Dammweg ebenfalls fest, dass abgesperrt wurde und wollte über den Dammweg zur B96a. Die Folge war, dass das Hupkonzert lauter als das Festival war, der Dammweg hoffnungslos verstopfte und auch Schäden an den Fahrzeugen zu vermelden waren. Eigentlich hätte der Verkehr bereits über Karlshorst bzw. über die Baumschulenstraße abfließen müssen. Da sich aber hinsichtlich normalen Verkehrs, der nicht zum Festival wollte, keine Gedanken gemacht wurde, zeigt sich der lasche Umgang der Verkehrsbehörde mit dem Sachverhalt.

Kommentar von René

@Kerstin: Danke für den Kommentar.

Es gab in den Akten eine Karte, in der die Standorte der Umleitungstafeln vermerkt wurde. Ich habe sie leider nicht fotografiert.

Das fing – wenn der Plan korrekt ausgeführt wurde – schon soweit an, dass die Leute über Karlshorst ausweichen konnten. Ich hätte schon unten am Dreieck Waltersdorf die erste Tafel hingestellt…

Allgemein hatte ich eher den Eindruck, die VLB wollte sich keine Platte machen und so wenig Arbeit wie möglich. Sonst hätte man mehr mit Bauampeln und der gleichen gearbeitet.

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