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Nordseeradtour Tag 25 - Kehl

Die Tour ist zu Ende. Es ging zurück. Das vorläufige Ziel ist Lüneburg bzw. Luhmühlen. Dort findet das A Summer’s Tale statt. Für die Rückfahrt sind nun zwei Tage eingeplant. Einen Tag für Frankreich. Und einen für Deutschland.

Ich verlasse das Hotel und suche einen Fahrradladen auf. In Paris gibt es zumindest auch welche, die Montags offen haben. Der erste hat im gesamten August geschlossen (sind die Mieten so günstig, dass man einen Monat das Geschäft pausieren lassen kann?) Der zweite half mir schnell. Nun hatte ich ungefähr zwei Stunden Zeit, noch etwas von Paris anzuschauen. Nicht gerade viel Zeit. Ich fuhr am Saint-Martin-Kanal.

Ein Schlumpf lächelt mich an:

Und anschließend ein Stück an der Seine. Da genoss ich ein wenig den Blick.

Und während ich so auf die Seine schaute, kam hinter mir ein Mann die Treppe herunter. Er ging zielstrebig zur Mülltonne hinter mir. Aber nicht um etwas hineinzuwerfen. Er sah aber auch nicht so aus, als würde er nach verwertbaren Müll suchen. Nein, er holte einen Sack Eis raus und füllt sich etwas davon in eine kleine Tüte. Ich saß mit Fragezeichen daneben. Bekommen die Gäste einer sich evtl. da drüber sich befindenden Bar ihre Cocktails mit Eis, was in einer Mülltonne gelagert wurde? Drei Minuten später die Erkennnis: es gibt Straßenverkäufer für Mineralwasser. Und die steckten die Flaschen im Eis.

Ich bewege mich zum Ostbahnhof. Ja, ein wirklich beeindruckender Bahnhof! Durch Zufall bekomme ich mit, dass man in Frankreich Fahrkarten entwerten („Validieren”) muss. Nicht im Zug. Oder durch den Schaffner. Welches Gleis eigentlich? Da sind die Franzosen spontaner: das steht frühestens 20 Minuten vor Abfahrt fest. Eher 10. Und nun stürmen alle vom Verbindungsgang auf den Bahnsteig.

Und dann kommt der TGV. Eher älteres Baujahr. Im TGV gibt es Platz für vier Fahrräder. Zwei vorne, zwei Hinten. Die werden jeweils an die Seite gelehnt. Ich komme ins Gespräch mit einer älteren Frau aus dem Elsass, die an der Loire entlang geradelt ist.

Am Straßburger Bahnhof werden Formulare wegen der Verspätung herumgereicht.

Leider sind an dem Bahnhof die die Fahrstühle zu klein für Fahrräder. Also tragen. Mit dem Rad einmal quer durch die Innenstadt geht per Rad rüber nach Kehl. Da wurde eine neue Fußgängerbrücke über den Rhein errichtet. Und vorm Bahnhof liegen die Bauteile, um eine weitere Brücke zu errichten, auf der in ca. 2 Jahren die Straßenbahn nach Straßburg verlängert wird

Ich betrete den Kehler Bahnhof. Obwohl Kehl sehr klein ist und kein einziger Fernzug am Bahnhof hält, hat der Ort eine Fahrkartenausgabe, aber nur mit einem Mitarbeiter besetzt. Ich habe mittlerweile eine Fahrradkarte und die Reservierung. Was fehlt ist aber noch mein Ticket. Der zog sich leider etwas hin, weil ein älteres Radler-Pärchen in Berlin ein Hotel braucht und dies über die Fahrkarte buchen will. Und leider scheint das Vertragshotel der Bahn wohl ausgebucht zu sein. Und das dauerte und dauerte.

Wo campiere ich? In Kehl liegt der Zeltplatz am Rhein. Im Örtchen Sand bei Appenweier an der Autobahn. Ich nehme Kehl. Das erste Mal seit Belgien werfe ich Münzen beim Duschen ein. Auf dem Campingplatz sind viele Fahrradfahrer. Ich komme mir mit meiner Tour sehr klein vor. Zwei Australier, die von Istanbul gekommen sind und vier Monate einplanen. Ein Radler, der an der Mittelmeerküste bis Portugal und anschließend übern Jakobsweg radeln möchte. Da ist eine Nordsee-Tour sehr klein.

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