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erweitertes Keyboard-Layout

Das Problem:

Während meines Auslandssemester hat mich eins gestört: auf dem deutschen Keyboardlayout gibt es keine Pfund-Taste (£). Wir haben nur Euro und $.

Die Lösung:

Datei entpacken und Installationsroutine durchführen. Das blanke Kopieren der DLL ins Systemverzeichnis reicht scheinbar nicht aus!

Hinweis: Eine automatische Deinstallationsroutine gibt es nicht, bei Nichtgefallen kommt man aber auf jeden Fall zurück zur herkömmlichen Tastatur.

Die Details:

Im Gegensatz zum herkömmlichen Layout sind lediglich Sonderzeichen bei gedrückter AltGr-Taste hinzugekommen, somit ist die gewohnte Bedienung in keinster Weise beeinträchtigt!

  • AltGr + 1 : ¹ (vergleichbar mit ² und ³)
  • AltGr + 5 : ‰ (Promille, da auf 5 das Prozentzeichen liegt)
  • AltGr + R : ®
  • AltGr + T : ™ (Trademark)
  • AltGr + I : π (Buchstabe Pi, in Mathe häufig gebraucht)*
  • AltGr + O : Ø
  • AltGr + F : ƒ (Funktionszeichen in Mathe)
  • AltGr + L : £
  • AltGr + # : † (Todeszeichen)
  • AltGr + Y : ¥ (Yen)
  • AltGr + X : ¢ (cent)
  • AltGr + C : ©
  • AltGr + B : ∞ (unendlich)*
  • AltGr + , : • (Aufzählungspunkt / Bullet-Point)
  • AltGr + . : … (drei Punkte)
  • AltGr + – : ±

Hinweis: Die mit * dargestellten Zeichen sind nicht im Standardschriftsatz für Deutsch enthalten – und werden nicht überall dargestellt.

Die Umsetzung:

Ausnahmsweise Microsoft bietet dafür ein sehr hilfreiches Werkzeug an, den Keyboard Layout Creator . Das Programm setzt ein Windows 2000/XP/2003 mit DotNet-Framework voraus. Um das Tool herunterladen zu können, muß eine sogenannte „Genuine”-Prüfung durchgeführt werden (Bauchschmerzen hatte ich schon, ob nur die Echtheit der Lizenz geprüft wird).

Das Programm selber funktioniert sehr einfach: je nach Wunsch kann man von einem bereits installierten Keyboard-Layout ausgehen. Die eigentliche Arbeit besteht lediglich darin, festzulegen, welcher Buchstabe bei welcher Taste und Tastenkombination erscheinen soll. Dabei kann man auch sogenannte Dead Keys, also tote Tasten festlegen, diese werden z.B. für Akzente verwendet.

Als Tastenkombinationen stehen folgende zur Verfügung:

  • keine
  • SHIFT
  • AltGr
  • AltGt+SHIFT
  • CTRL
  • CTRL+SHIFT

Man sollte bei den CTRL-Kombinationen aufpassen: diese verwendet man teilweise als Kurzgriffe, um im Windows Programme zu starten. Daher sollte man sich auf die oberen vier beschränken!

Zur Unterstützung steht ein Validator, der nach Fehlern Ausschau hält – und ggf. auch Warnungen ausspricht, sowie ein Testformular, mit dem man die gerade erstellte Layout testen kann. Die Layouts kann man einem Microsoft-eigenen Format zwischenspeichern. Es werden in ASCII-Dateien gespeichert, d.h. mit einem gewöhnlichen Editor kann man sich die Datei betrachtet bzw. mit entsprechenden Kenntnisstand auch bearbeiten.

Nach getaner Arbeit wird anschließend ein Setup-Programm generiert, mit dem man das Tastaturlayout anschließend installieren kann. Das neue Layout wird dann wie üblich über die Systemsteuerung angesteuert.

Witzig: man kann die Layouts sowohl als JPG speichern (leider zu schlecht die Qualität), als auch Drucken. Beim Drucken druckt das Tool allerdings den Druckdialog mit:

Eine Alternative zu dem Microsoft Programm ist der Keyboard Layout Manager . In der kostenfreien Medium-Version sind allerdings Deadkeys noch nicht möglich. Für Mac-Freunde gibt es Ukele.

Weitere Ideen:

Ausgehend vom deutschen Layout kann man auch alle fast denkbaren Kombinationen des lateinischen Zeichensatzes einbinden. Allerdings ist allein die Fülle der möglichen Kombinationen schon erstaundlich: neben den Umlauten und den drei französischen Akzenten gibt es noch viele weitere Typen:

  • der doppelte Akut (insbesondere Ungarn)
  • einzelne Punkte
  • Umlaute auch auf E, I und Y
  • Zedillen und Kommas (Füßchen nach links, unterscheiden sich jeweils zueinander nur minimal)
  • Ogonek (aus dem Polnischen, Füßchen nach rechts)
  • Hatschek (umgekehrter Zirkumflex)
  • Breve (Halbkreis nach oben)
  • Krouzeks (Ringe)
  • Makrons (Strich über dem Buchstaben)
  • Ligaturen (Niederländisch: ij, Isländisch: æ)
  • durchgestrichende Buchstaben (im Polnischen L, Serbisch D)

Es ist möglich, die Menge an Sonderzeichen auf Dead-Keys zu verteilen – hauptsächlich auf AltGr-SHIFT-Kombination. Allerdings bleibt die Intiutivität dabei auf der Strecke (wer Interesse hat, dem schicke ich gerne meinen Entwurf zum Testen). Zudem wäre es auch möglich, mit weiteren DeadKeys auch das griechische Alphabet zu integrieren.

Von Rauch setzte sich auch mit dem Thema auseinander und hat darauf hin bereits ein komplettes Layout entworfen: Unicode-Tastaturlayout für lateinischschreibende Sprachen .

Bisherige Kommentare (3)

Kommentar von Thiemo

Für welche Windows-Version ist die DLL gedacht?

Ich hätte gern den Gedankenstrich und echte Anführungszeichen. Wie könnte man diese einordnen, ohne auf das ebenfalls nützliche Plusminus zu verzichten?

Kommentar von René

Ich habe das Resultat lediglich gepackt. Ich nehme an, daß es mindestens für 2000/XP/2003 funktioniert.

Du meinst damit die HTML-Zeichen ndash, raquo und laquo? Man könnte diese auf die Tastenkombination AltGr+SHIFT packen: diese Kombination ist üblicherweise unbelegt.

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