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Volker Pispers - Spinner

Nicht unerwartet thematisiert Volker Pispers in seiner Dienstagsrede „Bis Neulich” über den Bundesparteitag:

Und in Textform:

Jetzt sagen sie nicht, es ist schon wieder Dienstach!

Was er denn nun, der Parteitag der Piraten am Wochenende?
Das große Chaos? Die Schwarmintelligenz der Doofen? Oder der Aufbruch zu neuen gesellschaftlichen Diskussion über das Bedingungsloses Grundeinkommen und der Abschied von der Wachstumsideologie?

Tja, das kommt ganz darauf an, welche Zeitung sie für ihre Altpapiersammlung abonniert haben.

Eines scheint immerhin klar. Unter denjenigen, die vom jetzigen Zustand profitieren gibt es große Ängste vor jedem Versuch, die Dogmen unserer Wirtschafts- und Sozialpolitik in Frage zu stellen. Und ein echter Politprofi, der lässt sich und seine Welt auch nicht in Frage stellen. Er bürstet die Infragesteller elegant mit dem Vorwurf ab, sie hätten ja keine schlüssigen Antworten zu bieten.

Nun ist es wirklich etwas enttäuschend, lieber Piraten, dass ihr es an diesem unglaublichen langen Wochenende in Bochum nicht geschafft habt, schlüssige Antwort auf all die Fragen zu finden, denen unsere Politprofis seit 40 Jahren so geschickt ausweichen.

Stellen sie sich mal vor, ein Pirat sagt zum Rente folgendes: „Wir können die Altersarmut abwenden, wenn wir fleißig sind, etwas für die private Altersversorgung tun und genug Kinder großziehen.” Da wäre das Gelächer doch groß über den offensichtlich planlosen Spinner.

Der planlose Spinner, der diesen Satz gesagt hat, ist aber meine als besonders tüchtige geltende Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Als meine Reserverkanzlerin diesen Satz so gesagt hat, brach kein Gelächter aus. Keiner hat gerufen „Genau, man muss den Millionen Menschen, die für unter sechs Euro die Stunde arbeiten, auch endlich mal erklären, dass sie fleißig sein müssen, von ihren 800 Euro netto gefälligst eine private Altersversorgung aufzubauen haben, während sie gleichzeitig genug Kinder in die Welt setzen.” Nur dann haben sie nämlich Anspruch auf die neue Lebensleistungsrente, mit der Ursula von der Layen die Altersarmt schlüssig bekämpft.

Was für ein Segen, dass wir von Intellifenzbestien wie Frau von der Leyen regiert werden – und nicht von Spinnern wie den Piraten.

Was haben die Berliner Glück, dass ihr Flughafen von seriösen Politikern geplant worden ist – und nicht von diesen einäugigen Spinnern. Und was beim Kölner U-Bahnbau oder bei der Elbphilharmonie in Hamburg alles passiert wäre, oder wie lecken Fässer heute in der Asse aussehen, wenn da nicht überall erfahrene Politiker mit schlüssigen Konzepten am Werk gewesen wären. Das mag man sich ja gar nicht ausdenken!

Merkt ihr was, Piraten? Der Wähler hat gar nichts gegen Spinner. Er möchte nur sicher sein, dass sie nicht nur dumm daherreden, sondern noch dämlicher handeln.

Und mit dieser beruhigenden Erkenntnis setze ich jetzt Segel nun in die Winterpause.

Bis neulich. Im Februar.

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