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Der Zug nach Kötzschenbroda

Entschuldigen Sie, vielleicht kennen sie den Sonderzug nach Pankow. So ein Lied von Udo Lindenberg, in dem er sich über Honecker amüsierte. Nun entdeckte ich eher zufällig, daß das Lied nicht wirklich aus seiner Feder stammt. Die Melodie selber stammt aus Big-Band-Zeit von Glenn Miller.

Interessanter ist dagegen, daß diese Melodie bereits in den 40er Jahren einmal auf Dresden bzw. dessen Umland gewidmet war: und zwar Kötzschenbroda, heute Teil von Radebeul. Und zu dem Lied hat sich bereits ein Mythos entwickelt: der Bahnhof Kötzschenbroda soll nach dem Zweiten Weltkrieg der einzige noch intakte Bahnhof im Dresdner Umland gewesen sein — und somit endeten Züge aus Berlin an diesem Bahnhof mit dem witzigen Namen. Daher die Idee, die Transportbedingungen der Bahn aufs Korn zu nehmen. Die Geschichte ist allerdings schon dahingehend kurios, denn der Bahnhof wurde noch während des Krieges in »Radebeul — West« umbenannt. Dazu hat sich in einer anderen Quelle selbst Ingolf Roßberg ausgelassen.

Verzeihn Sie, mein Herr,
Fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda?
Er schafft's vielleicht,
Wenn's mit der Kohle noch reicht.
Ist hier noch Platz,
In diesem Zug nach Kötzschenbroda?
Das ist nicht schwer,
Wer nicht mehr stehn kann, liegt quer.

Ja, für Geübte ist das Reisen heute gar kein Problem.
Auf dem Puffer oder Trittbrett steht man bequem.
Und dich trifft kein' Fußtritt, Fährst du auf dem Dach mit,
Obendrein bekommst du dort noch frische Luft mit!

Morgens fährt der Zug an Papestraße vorbei,
Mittags ist die Fahrt nach Halensee noch nicht frei.
Nachts in Wusterhausen Läßt du dich entlausen
Und verlierst die Koffer auch noch leider dabei. [..]

Zum kompletten Liedtext. Eine Neuauflage mit verändetem Text.

Was ich dabei nicht verstehe, ist die Reihenfolge der Bahnhöfe: Papestraße — Halensee — Wusterhausen.

(Übrigens: Etwas östlich von Pankow liegt der Lindenberg)

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