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NZ: Auckland

Um Auckland kommt man so gut wie nicht herum. Wir auch nicht. Wir blieben drei Nächte im Zentrum dieser Stadt (sowie eine weitere am nördlichen Stadtrand bei der Durchreise in Richtung Süden).

Auf dem Weg ins Zentrum

Obwohl der Flughafen in Auckland ein internationales Drehkreuz im ozeanischen Raum ist, so gibt es keinerlei Bahnanschluss. Das freut natürlich die örtlichen Busbetriebe, die dann einen speziellen, extrateuren Expressbus in die Innenstadt anbieten können. Welche Wahl hatten wir also, wenn unser Ziel die Innenstadt war?

Also löhnten wir – und stiegen ein. Der Bus fuhr über die Dominion Road. Das ist eine lange Magistrale im Süden Aucklands (und hat nix mit dem gleichnamigen Spiel zu tun). Wir sahen anfangs fast nur einstöckige Gebäude. Die wenigsten der einzeln stehenden Gebäude hatten ein Obergeschoss. Das wunderte uns schon, zumal wir in Neuseelands größter Stadt irgendwo zwischen Innenstadt und Flughafen waren. Andererseits: in Auckland wohnen ungefähr halb so viele Menschen wie in Berlin auf einer Fläche, die sechs Mal so groß ist wie Berlin.

Erst kurz vor dem Stadtzentrum wurde es höher. Und als wir die Queens Street erreichten, blickten wir auf ein Tal mit zahlreichen Wolkenkratzern. Wir lernten die drei Buchstaben CBD kennen, Central Business District. Zu gut Deutsch: Stadtzentrum.

Appartement

Direkt an der Queens Street lag auch unsere Unterkunft: Star Queens Serviced Apartment. Zugegeben: Zentraler ging es kaum.

Das Gebäude war sehr neu, erst wenige Monate vorher fertiggestellt, die Appartements wurden gerade eröffnet. In Googles Straßenansichten sahen wir von der Hauptstraße die Bauphase und von der Nebenstraße noch den Vorgängerbau.

Wir betraten die winzig kleine Rezeption und checkten ein. Wir bekamen einen kleinen Zettel, an welchen Punkten wir überall den Schlüsseltoken dagegen drücken müssen. Für den Innenhof, den Fahrstuhl, den Gang. Nur um beim Verlassen des Zimmers dann festzustellen, dass man die letzten beiden Punkte über die Außentreppe umgehen konnten. Irre.

Rein ins Zimmer mit unseren schweren Koffern. Wir stellten fest, dass beide Fenster offen waren. Verdammt, wo war die Heizung? Wir fanden keine. Auch keine versteckte, hochmoderne Fußbodenheizung. Es gab eine kleine elektronische Heizung:

Und einen Backofen, der wesentlich effektiver war:

Zum Glück war das ja alles noch brandneu, so dass es auch nicht nach fetten Braten roch. Zugegeben war alles noch so neu, dass auch viele Dinge schlicht fehlten. Also fragten wir an der Rezeption nach Pfanne, Schwamm und weiteren Küchenutensilien – und kamen uns vor wie zu Beginn der Känguru-Chroniken.

Wir hatten exakt zwei Bestecksets, zwei Teller, zwei Tassen, ca. 6 Gläser, einen Topf und – nach unserer Nachfrage – auch eine Pfanne. Und für dieses üppige Geschirr gab es einen Geschirrspüler. Das war kurios.

Die Dämmerung brach an – und es wurde dunkel. Nur nicht in diesem Gebäude, da die Außenscheinwerfer überall reinleuchteten. Sogar vom Haus gegenüber direkt schräg zwischen die beiden Jalousien vorbei in den Kopfbereich des Bettes. Juhu, Fehlplanung im Neubau.

Abendlicher Rundgang

Wir liefen abends noch einige Schritte, vor allem mit einem Ziel: eine Kaufhalle aufzusuchen. Um nun all die Dinge zu kaufen, die man nicht ins Land reinschmuggeln durfte, z.B. Obst. Countdown ist eine von Neuseelands größeren Ketten (und die uns auch bei der weiteren Reise noch begleiten wird):

Freunde warnten uns vor teuren Lebensmittelpreisen, doch das konnten wir hier in Auckland noch nicht feststellen. Was aber auffallend war: Irgendwelche Zucker-Limonade war preiswerter als stinknormales Mineralwasser – und im Radio ertönte Werbung, auch mal Wasser statt Limo zu trinken. Wir bekamen eine ganze Ananas für 3 NZD (unter 2 Euro), ein Kilo Kiwis kostet auch so viel.

Was dagegen sehr teuer ist: Käse. Leider hatte der Geschmack auch wenig mit der jeweiligen Sorte zu tun gehabt. Und auch Fleischprodukte.

Queens Street

Uns wurde schnell klar: innerhalb der Zeit in Auckland werden wir diesen Central Business District nicht verlassen. Die Queens Street ist eine der Hauptstraßen – mit teils imposanten Gebäuden. Wie z.B. die Town Hall:

Der Aotea-Platz:

Der Waharoa-Kunstwerk auf dem Aotea-Platz:

Demonstrationen gegen Tierversuche:

Entlang der Queens Street waren etliche Hochhäuser. Aber auch manche Touristenattraktion wie hier im Kreuzungsbereich zur Victoria Street das Sky Screamer Reverse Bungy. Man darf sich in eine runde Kugel setzen – und wird dann hochgeschossen. Unmittelbar daneben ist der Auckland Tower, den wir uns aber noch anschauen werden.

Besonders beeindruckend sind hier die Gegensätze aus alten und neuen Gebäuden: kleine niedliche Zweigeschossiger neben Wolkenkratzern.

Die Wyndham-Straße ist eine Querstraße von der Queen Street mit einer schneeweißen Kirche:

Hafen-Areal

Am Hafen gibt es ein Hallenbad, was von außen den Charme alter Badehäuser noch hat:

Das alte Fährenterminal, was britischer nicht hätte aussehen können:

Auf dem Princess Wharf:

Am Queens Wharf ist das Kongresszentrum „The Cloud” ein Blickfänger:

An der Spitze des Queens Wharf machten wir Rast.

Ein Motorradfahrer hatte eine Pizza zurückgelassen – und eine Möwe erhaschte unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie verteidigte mit dem fetten Pizzastück im Schnabel eine ganze Weile dieses Stück gegenüber andere Möwen.

Ohne Foto: Der Blick des Motorradfahrer, als er keine Pizza mehr vorfand!

Vom Hafen starten Fähren nach Waiheke Island. Dort gibt es noch Kauri-Bäume. Zu dessen Schutz sollte man vor dem Zustieg an Board die Schuhsohlen putzen:

Abendstimmung am Hafen:

Bahnhofsgegend

Vom Hafen liefen wir in Richtung Bahnhof. Der Bahnhof von Auckland wirkte wie ein Provinzbahnhof, wobei diese Halle derzeit ein Provisorium ist:

Das Areal über dem unterirdischen Bahnhof:

Emily Place Reserve

Der Emily Place Reserve ist ein kleiner dreieckiger Platz nur wenige Straßenzüge vom Bahnhof entfernt – und auf halber Höhe zum Albert Park. In diesem kleinen Park stehen eigentlich nur vier Bäume, die extrem ausladend sind. Das sind Pohutukawa (Neuseeländischer Weihnachtsbaum):

Albert Park

Der Albert Park liegt auf einer Anhöhe, von der man einen guten Blick auf den Hafen und die umliegenden Straßen hat. Einige Sichtachsen sind jedoch durch Hochhäuser versperrt. Im Park selbst genossen wir die Sonne des Frühlings und erfreuten uns den Blüten der Bäume und Blumen.

Am Rande des Albert Parks sind zwei Universitäten. Wir gingen einmal durch das Uhrenturm der Auckland-Universität.

Sky Tower

Der Sky Tower in Auckland ist ein Fernseh- und Aussichtsturm. Gegen kleines Geld kommt man auf eine Aussichtsplattform. Mutige dürfen – natürlich gesichert – einen Rundgang auf dem Außenring gehen. Und noch mutigere Bungee Jumping machen. Zugegeben: Wir gehörten nicht zu den Mutigen, wir begnügten uns mit dem Ausblick:

Einige der Bodenteile waren aus Glas, so dass man direkt nach unten ca. 200 Meter weit schauen konnte. Zur Beruhigung: Das Glas soll 38 Millimeter dick sein – und damit genauso robust wie der Beton daneben.

Und ein Blick zurück zur Town Hall, also da, wo der Rundgang in Auckland begann:

Wir verweilten ein wenig auf dem Turm – und genossen den Sonnenuntergang:

Bis in die Nacht hinein:

Irish Pub

Einen Abend haben wir im Tonys Steakhouse&Seafood-Rsestaurant ausklingen lassen. Das Lokal sah so aus, als hätte es auch irgendwo in England stehen können.

An sich wäre es der Erwähnung nicht wert gewesen, wäre da nicht eine kleine Unterbrechung. Zwischen der Bestellung und der Servierung ertönte ein schrilles Läuten. Nicht nur in diesem Gebäude, auch nebenan. Es war ein Feueralarm. Wie so allgemein üblich, wird dem kaum Beachtung geschenkt, erst als die Bedienung selbst mit Jacke durch das Lokal ging und alle auffordere, rauszugehen, leerten sich die Reihen. Und nicht nur in diesem Lokal: in diesem recht üppigen, großen Altbau war ein halbes Dutzend Restaurants verteilt.

Es rückten mehrere Feuerwehrfahrzeuge an. Die Feuerwehr ging in voller Montur durch die Gebäude auf der Suche nach Feuer. Sogar mit einer Axt bewaffnet.

Nach etlichen Minuten wurde die Sirene ausgeschalten. Wir durften wieder Platz nehmen und so tun, als wäre nichts gewesen. Das Essen dauerte noch etwas. Ursache des Ganzen war wohl ein etwas übersensibler Rauchmelder in einem der anderen Restaurants, der durch die Zubereitung von Essen Alarm schlug.

Fazit

Das Zentrum war Auckland ist durchaus beeindruckend, insbesondere der Gegenpol zwischen alten zweistöckigen Reihenhäusern, prunkvollen Altbauten, verschiedenen Wolkenkratzern und sogar einige Villen im Bereich der Universität. Das größte Hochhaus ist 167 Meter – und gerade entstehen da noch mehr im Umfeld des Bahnhofes.

Wir genossen vor allem die Frühlingssonne im Albertpark – und den Ausblick vom Fernsehturm. Wir hätten gerne noch einen Ausflug zur Weiheke-Island gemacht, doch wie wir noch oft während der Reise lernen mussten: Man schafft nicht alles in Neuseeland. Nicht in nur reichlich drei Wochen.

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