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Der neue Pirnaer Busbahnhof

Es gehört schon viel Talent dazu, als Ingenierbüro eine Firmenhomepage zu betreiben, die sowohl im Internet Explorer, als auch im Firefox und auch im Opera vermurkst dargestellt wird. Aber vielleicht ist das nur ein verdeckter Hinweis auf die planerischen Leistungen — wie etwa beim neuen Pirnaer Busbahnhof.

Über Optik kann man bekanntlich streiten. Ob es vorher schöner aussah, sicher auch. Auf mich wirkt der Platz so, als ging eine Baufirma beim Bau der Wartehäuschen pleite. Und so strahlt der Sichtbeton im schönsten 70er-Jahre-Grau (ja, ich mag keinen Sichtbeton). Und ein Novum sind solche Konstrukte mit Sicherheit auch nicht mehr (siehe Berliner Jugendgästehaus).

Verkehrstechnisch gab es früher (rot) eine Einfahrt — dann lagen paralell zur Hauptstraße die einzelnen Haltestellen und auf der anderen Seite die Ausfahrt. Rein-Abfertigen-Raus. Pragmatisch und gut. Der Bus fährt 200 Meter — dann rollt er wieder auf der Hauptstraße (gelb) zu seinen Zielen.

Nun (grün) fährt der Bus an der alten Ausfahrt rein, fährt um die neue Landestalsperrenverwaltung herum — und fährt die Haltestellen nun von hinten an — und anschließend diesen Weg wieder zurück. Das macht eine Strecke von mehr als 700 Metern. Zu deutsch: bei jeder Anfahrt auf diesen Busbahnhof wird nun ein halber Kilometer unnötigerweise gefahren (Sprit, Zeiten, Verschleiß in engen Kurven).

Vor Witterungseinflüssen stehen die Fahrgäste so gut wie ungeschützt. Einige Haltebuchten haben gar keine Überdachung. Gegen Wind ist kaum eine gesichert. Die meisten Sitzgelegenheiten sind aus Beton und eignen sich nur bedingt.

Außerdem war ein direkter Zugang zum Bahnhof geplant. Und während ich gedacht habe, man unterquert das Gleis mit einem Tunnel, planen andere Leute einen Weg über die Gleise. Das im Rahmen der Verkehrssicherheit die Deutsche Bahn da nicht mitmacht, kann man sicherlich verstehen. Folglich gibt es an diesem Busbahnhof nun eine Treppe ins Nichts:

Achso: und grüner war der Platz früher ebenso.

Aktualisierung März 2011: Für die bauliche Fertigstellung des Bahnhofes hatte sich eine Pirnaer Bürgerinitiative engagiert, die es wohl drei Jahre später nicht mehr gibt. Der Busbahnhof sieht leider immer noch unfertig aus, auch den Übergang zum Bahnhof gibt es leider immer noch nicht. Die Architekten betrieben damals eine Seite, bei der man vermutlich Architektur studiert haben muss, um sie bedienen zu können. Ich fragte herum, wie man bspw. eine Pressemeldung abrufen kann. Die neue Homepage wirkt aufgeräumter: es gibt nun keine Pressemeldungen mehr.

Bisherige Kommentare (6)

Kommentar von Mehlstaub

Die Webseite vom Büro Seidel ist ja wirklich lustig :P

Vom optischen Eindruck her finde ich den neuen zentralen Omnibusbahnhof (so viel Zeit muss sein) gar nicht so schlecht. Allerdings bin ich der Meinung dass er völlig überdimensioniert ist. Es hat ja fast jede Linie ihre eigene Haltestelle. Sinnlos. Schade finde ich auch, dass die großen Bäume weggenommen wurden, die früher zwischen ZOB und Bahnhof standen.
Zum alten Busbahnhof: Der war wirklich richtig schlecht: Hässlich, gar keine Überdachung an den Haltestellen und kaum Sitzgelegenheiten. Es ist schon gut, dass der mal erneuert wurde.

Kommentar von Nini

Soo, ich kenne den alten ZOB (bin faul *g*) nicht, aber soo hässlich finde ich den neuen nicht.

Zur Homepage: Also diese grünen Striche sind ja der Witz. Ich habe auch mehrmals auf den Text geklickt ...nichts passiert..., bis ich es geschnallt hatte.

Aber: Bei mir wird die Seite schon richtig dargestellt, zumindest sieht es ansonsten ordentlich aus. Auf der Startseite verschwinden nur ein paar Links wo der graue Balken un das Bild von der Treppe ist. (Man muss runterscrollen, um sie zu sehen.)

Kommentar von René

Die alte Haltestelle hatte durchaus nur eine Überdachungsmöglichkeit beim Schalterhäuschen, die aber entsprechend groß war. Unter diesen Gesichtspunkt ist natürlich ein Fortschritt da, auch was Barrierefreiheit angeht.

Schöne hohe Bäume gab es aber nicht nur an der Bahnhofsseite, sondern praktisch nach allen Richtungen.

In den alten Zeichnungen ist sogar noch eine zwölfte Haltestelle eingezeichnet gewesen. Und trotz des großen Busbahnhofs müssen Reisebusse und nicht VVO-Busse außerhalb halten.

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