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in Berlin

Große Testphase zum Kneeling in Bussen

Kneeling nennt sich eine Technik vor allen in Bussen, die in den Haltstellen auf der Einstiegsseite absenken (oder bildlich gesprochen: in die Knie gehen). Damit sollen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einfacher in die Busse einsteigen können. Hierunter zählen nicht nur Rollstühle. Auch die Einstiegshöhe des Busses (ca. 30-32 Zentimeter) müssen im Zweifel auch da überwunden werden, wo es keinen Bordstein gibt. Durch das Kneeling wird der Bus um ca. 8 Zentimeter abgesenkt.

Seit 2009 gibt es Kneeling in Berlin flächendeckend. Seit 2011 wurden Fahrzeuge angeschafft, die das nicht mehr standardgemäß machen, sondern auf Bedarf. Dazu führte die BVG nun eine Studie durch, in wie weit durch dieses sogenannte „Bedarfskneeling” Betriebskosten eingespart werden können (es sollen wohl 1,9 Mio Euro im Jahr sein). Der Bus geht demnach nur noch in die Knie, wenn der Fahrer beim Einfahren bereits Bedarf sieht (in der Regel einen Rollstuhl) oder wenn dies mit Hilfe einer Taste gefordert wird).

Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe:

  • Wie kann man bereits für eine „Testphase” mehr als ein Drittel der gesamten Busflotte bereits umstellen? (Der Durchlauf der Busse für 1 oder 2 Linien hätte ich ja verstanden)
  • Wieso wird so ein Test nicht so durchgeführt, dass die Fahrzeuge hinterher wieder das vollständige Kneeling anbieten können?

Es wirkt für mich wie eine Testphase, deren Ergebnis von vorn herein fest stand – und welche Überraschung: es so auch eintrat

Was mir aber in der ganzen Debatte untergeht, ist die Diskussion zu Alternativen. Hier stellte ich mir vor allen die Frage, ob anstelle einer wartungsintensiven, aktiven Lösung nicht auch eine bauliche passive Lösung in Form von Hochbordsteinen möglich ist. So gibt es in Oberhausen eine Strecke, auf der Kneeling nicht notwendig sei:

Auf der gesamten ÖPNV-Trasse zwischen Hauptbahnhof und Sterkrade gibt es Hochbordsteine. Hier ist ein Absenken der Busse nicht möglich – und auch nicht nötig.

(Aus Mangel an Ortskenntnis kann ich diese Aussage nicht verifizieren. Allerdings ist hier ein seperater Abschnitt gemeint, der nur von Bus und Straßenbahn genutzt wird).

In normalen Straßenverkehr ist allerdings das Problem, dass ein Bus in die Haltestelle einfährt – und dabei auch das Kap überfährt (damit der Bus in die richtige Position schwenkt). So ein Ansatz würde also nur da gehen, wo ein Bus mit Sicherheit gerade einfahren kann, also entweder bei Haltestellen direkt am Fahrbahnrand – oder da, wo die Haltestelle in den Straßenraum hineinragt (wie z.B. Haltestelle Bouchéstraße). Nur dann bliebe da ein hoher Bordstein. Ob der bauliche Aufwand dann den zu erwarteten Einnahmen in irgendeiner Weise in Relation steht, sei dahingestellt.

Nachbar A100

Im Wintersemester 2009/2010 machten sich Studenten der TU München Gedanken über den sogenannten Infrastruktururbanismus. Eins der Unsuchungsschwerpunkte war dabei auch die Verlängerung der A100. Damals, ja das waren noch Zeiten, war sogar die SPD noch mehrheitlich gegen diesen Bau!

Der Entwurf von Andre Behnke sah drei Wohnblöcke vor, die L-förmig entlang des Görlitzer Bahndamms beginnt und in Höhe Herkomerstraße nach Neukölln abzweigt. Vorm Haus ein Lärmkessel und hinterm Haus der Bahndamm.

Ein zweiter Entwurf von Eva Herbst sah die Entwicklung des gesamten Gebietes inklusive verlängerter Bulgarischer Straße vor – und sieht den Bau von Gebäuden direkt am Fahrbahnrand vor.

Zu den Entwürfen

A100 - Le Chemin de l'Enfer

All die Versuche der letzten Jahre, das schwachsinnige und teure Projekt der Verlängerung der A100 zu verhindern, sind leider gescheitert. Die Senatsverwaltung macht nun ernst und will die rückwärtsgewandte Verkehrspolitik nun zementieren. Die feierliche Eröffnung ist genau ein Tag vor Himmelfahrt. Welch originelles Datum, um diese Autobahnverlängerung einmal in einem anderen Licht zu betrachten:

(Quelle: DrAlzheimer, im Original ist ein alter Eisenbahntunnel im Saarland zu sehen. Bild mit Erlaubnis des Urhebers verändert)

Wer noch einmal seinen Unmut kundtun möchte: am 5.5. findet eine Protestaktion vorm roten Rathaus statt, am 8.5. kann ab 12:00 Uhr noch einmal auf diesen Weiterbau gepfiffen werden. Und ein Bienchen bekommt der, der dem CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus den Unterschied zwischen „Ausbau” und „Weiterbau” erklärt.

Mehdorn statt Chuck Norris

Vor einigen Wochen war der lustigste Witz folgender:

Chuck Norris übernimmt ab sofort die Leitung des Berliner Flughafens. Morgen um 7:30 Uhr ist Eröffnung!

Nun ist genau das Gegenteil eingetreten: Hartmut Mehdorn übernimmt die Leitung des Flughafenbaus. Mit Verlaub: es gibt Persönlichkeiten, die will ich nie wieder mit irgendeiner verantwortungsvollen Aufgabe vertraut sehen!

Passende Satire im Positilion: 92% der Befragten dachten, Mehdorn wäre bereits Chef des Flughafens – und würde nun „sämtliche Bauarbeiten aus Kostengründen einstellen, um die Flughafengesellschaft noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen.”

Terroristen halten sich an Fluglinien

Diese weise Erkenntnis ist vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, als es über die Wannsee-Flugroute zu beurteilen hatte. Dort gibt es einen Forschungsreaktor. Neben der Angst vor Unfällen (was ich nachvollziehen kann) bringen sie auch die Terroristen ins Spiel. Aus der Pressemittelung:

Das Risiko eines Flugunfalls und eines terroristischen Anschlags auf den Luftverkehr und der dadurch ausgelösten Freisetzung ionisierender Strahlung des Forschungsreaktors wurde nicht hinreichend in den Blick genommen.

Ich stelle es mir schon bildlich vor. Es ist morgens, 6:30 Uhr. Der Wind weht von Westen. Drei maskierte Männer am neuen Flughafen BER. Sie mogeln sich durch die Sicherheitskontrollen. Binnen weniger Minuten bringen sie ein Flugzeug in ihre Gewalt. Sie rollen auf die Startbahn. Jegliche Versuche des Bodenpersonals scheitern, das Flugzeug zu stoppen. Das Flugzeug hebt ab. Die Männer kennen nur ein Ziel: den Forschungsreaktor. „Scheiße”, sagt der eine zu den anderen, „hier dürfen wir nicht langfliegen!” und brechen den Flug wieder ab.

Die fünfte Verschiebung der Flughafeneröffnung

Was haben die Berliner Glück, dass ihr Flughafen von seriösen Politikern geplant worden ist – und nicht von diesen einäugigen Spinnern.

Das Zitat über die Piraten stammt von Volker Pispers – und passt zur Nachricht des Tages wie die Faust aufs Auge. Der Eröffnungstermin des BER im Oktober 2013 ist gleich in den ersten Tagen des Januars gekippt worden. Also doch erst 2014 (siehe Tagesspiegel).

Ein Segen für die Bundesregierung, die mit ihren ebenso schon längst überfälligen Regierungsflughafen am BER etwas Zeit gewinnt?