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Homepage von René Pönitz

Der ALDI-Hörsaal

Tagesschau: Studieren im orange-blauen"Aldi"-Hörsaal

ALDI Süd erworb sogenannte Namensrechte des Audimax der Würzburger Fachhochschule erworben. Das heißt, der Raum wird künfig ALDI-Hörsaal heißen und in blau-orange gestaltet werden. Was es für das Unternehmen bringt, wird mir nicht deutlich. Kaufe ich automatisch mehr bei ALDI? Gibt es vielleicht wirklich noch Studenten, die mit ALDI gar nichts anfangen können?

Wie auch immer: das bayrische Wirtschaftsministerium jubelt. Demnächst wird man wohl solche Dialoge an den Hochschulen hören dürfen:

»Ich habe gleich im Lidl. Und du?« -
»Ich muß in den Spar« -
»Na gut, treffen wir uns dann vorm Conrad«

Das letzte ist dann der Hörsaal der Elektrotechniker. Das ist viel spannender als irgendwelche Raum- und Gebäudenummern (Danke, Nini)

Der große Gegenschlag

DFL-Sprecher Tom Bender in der Berliner Zeitung:

Und abrufbare Spielzusammenfassungen haben in letzter Zeit regelrecht überhand genommen. [..] Wir haben festgestellt: Die Dimension ist leider erschreckend groß. [..] Die DFL kann und wird nicht einfach zusehen, wie unser Inhalt missbräuchlich genutzt wird. [..] Wir holen jetzt zum großen Gegenschlag aus.[..]  Wir haben die Firma NetResult damit beauftragt, Urheberrechtsverstöße im Internet aufzuspüren, die Verantwortlichen abzumahnen und Unterlassung zu fordern. [..] Für alle Rechtsverstöße gilt aber: Falls sie nicht abgestellt werden, sind auch zivil- und strafrechtliche Maßnahmen jederzeit möglich.

Der Fußballclub in einem Boot mit der Musikindustrie. Es wäre auch zu viel verlangt, wenn der DFL daraus vielleicht ein halbwegs sinnvolles Geschäftsmodell basteln könnte, mit dem Fußballfans weiterhin ihre semiprofessionellen Mitschnitte austauschen ...

Die demokratiefeindliche CDU

In Hamburg wurden durch einen Bürgerentscheid im Jahre 2004 die Hürden für die Bürgerbeteiligung gesenkt. Nachdem die Christlich Demokratische Union bei der letzten Wahl die absolute Mehrheit erringen konnte, mißbrauchten sie ihre politischen Möglichkeiten und revidierten das neue Wahlrecht. Aber wenigstens bekamen sie die Quittung: in aktuellen Umfragen verloren sie gleich 12%-Punkte! Damit hätte Hamburg wieder die Chance auf einem Farbenwechsel! (Danke Nini, vgl. Spiegel)

Steuerverschwendung für den Terror

Innenminister Schäuble dreht wieder frei: er will in den kommenden drei Jahren 132 Mio Euro für die Bekämpfung gegen den ... nennen wir es mal Terror ausgeben. Mit im Maßnahmenpaket: die Onlinedurchsuchung — also Suche auf einen »entfernten PC auf verfahrensrelevante Inhalte [..], ohne tatsächlich am Standort des Gerätes anwesend zu sein.«. Am Frankfurter Flughafen sollen Passagiere aus sogenannten Problemstaaten lückenlos überwacht werden. Den gesamten Bericht gibt es beim Spiegel und bei heise (vgl. fukami)

Aussperren leichtgemacht - bei OpenBC (Update)

Ich habe vor, dieses Portal einmal in nächster Zeit zu testen und zu schauen, ob es mir etwas bringt. Auffallend gegenüber anderen Portalen ist erst einmal, daß besonders viele Pflichtangaben gefordert sind — die ich vielleicht am Anfang noch nicht machen möchte! Aber ok ...

Als ich kurz nach meiner Anmeldung die angegebene E-Mail-Adresse noch einmal ändern wollte (ich bevozuge dann doch lieber portalabhängige Adressen), bekam ich folgenden Hinweis:

Ihre Änderungen wurden übernommen.

Da Sie Ihre E-Mail-Adresse geändert haben, müssen Sie diese jetzt bestätigen. Bitte prüfen Sie Ihre E-Mails für die Adresse »neue@adresse.de« und folgen Sie den Anweisungen.

Bis zur Bestätigung der neuen E-Mail-Adresse ist Ihr Zugang gesperrt.

Ich konnte mich nicht mehr einloggen. Die neue Adresse war zwar angelegt, aber noch nicht aktiviert (das dauert bei Host Europe maximal 15 Minuten). Aber ich hatte Glück: nach der Wartezeit konnte ich mir einen neues Paßwort zusenden lassen — und mich darüber wieder freischalten. Anschließend wurde ich gezwungen, eine neue Adresse anzugeben.

(Nur um diese Sinnlosigkeit einmal zu unterstreichen: die Nichterreichbarkeit der E-Mail-Adresse bemerkte das System tadellos. Es hielt das System aber nicht davon ab, sämtliche weitere E-Mails an diese Adresse zu senden. Aber als die Adresse wieder funktionierte und ich eine E-Mail mit neuem Kennwort erhielt, mußte ich die E-Mail-Adresse wieder ändern! Also genau da, wo dem System hätte klar sein müssen, daß es wieder geht.)

Um aber zum eigentlichen Punkt zu kommen: hätte ich mich bei der E-Mail-Adresse beispielsweise verschrieben, hätte ich mich unwiderruflich ausgesperrt. Das ist sicher nicht im Sinne des Erfinders!

(Wer etwas testen will: ich habe einen zweiten Account angelegt und mich ausgesperrt. Wer ihn erobern will, muß sich vorher die Adresse openbctester (@) web.de sichern!)

Aber die anfänglichen Hürden mal beiseite gelassen: hier geht es zur Nutzerseite!

Anmerkung: ich bekam Antwort von openBC. Sie haben dieses Verfahren explizit so gewollt! (Nicht lachen!)

Angenommen man möchte solche Fälle wie »Manager X wechselt die Firma und vergißt seine E-Mail-Adresse zu ändern und kommt nicht mehr dran« abdecken, so hat man dies verdammt schlecht umgesetzt:

  • die neue E-Mail-Adresse gibt man nur einmal an! Damit sind Tipfehler nicht ausgeschlossen
  • selbst wenn die E-Mail als Unzustellbar zurückkommt, wird die Adresse nicht zurückgestellt
  • durch die Änderung erfolgt eine Sperrung und die Nutzerseite ist vorrübergehend nicht erreichbar. Sicher: man ändert nicht jeden Tag die E-Mail-Adresse aber wenn man dann aufgrund eines Tipfehlers einen Tag absolut nicht erreichbar ist, wird sich jeder »Business«-Mensch freuen ...
  • wenn ich z.B. im Internet-Café an eine offene Session gelange (Unachtsamkeit), kann ich ohne Kenntnis des Paßwortes den Nutzer ausschließen ...

Streikwelle beim Patentamt

heise: Neue Streikwelle beim Europäischen Patentamt:

Prüfer von Anträgen auf gewerblichen Rechtsschutz am Europäischen Patentamt (EPA) legen [..] am heutigen Mittwoch in einer großen Protestaktion erneut die Arbeit nieder. Mit dem Ausstand wehren sie sich gegen ein neues Beurteilungsverfahren und den Kurs des Managements, die ihrer Ansicht nach vor allem auf einen quantitativ hohen Ausstoß an Monopolrechten angelegt sind und eine ernsthafte Prüfung von Patentansprüchen nicht mehr zulassen.

Es ist ein Streik, bei dem es nicht um Gehaltserhöhung oder Arbeitsplatzerhalt geht, sondern darum, daß die Arbeit auch gewissenhaft ausgeführt werden kann. Und das ist gerade beim Patentamt wichtiger als das quantitative Durchwinken (u.a. von Trivial-)Patenten.

BigBrotherAwards 2006

Die diesjährigen BigBrotherAwards wurden am 20.10.2006 verliehen, und zwar unter anderen:

  • für Wirtschaft: SWIFT (Übermittlung internationaler Banktransaktionen an US-Behörden)
  • für Politik: 4. Landtag in Mecklenburg Vorpommern (gesetzliche Erlaubnis zur verdachtsunabhängigen Tonaufzeichnung) und die Bundesinnenministerkonferenz (Antiterrordatei)
  • Technik: Philips GmbH (CD-Brenner sollen eindeutige Seriennummer in den Rohling schreiben)
  • Behörden: Kultusministerkonferenz der Länder (Schüler-ID)
  • Verbraucherschutz: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (Austausch von Versicherungsdaten — ohne rechtliche Grundlage und Wissen der Beteiligten)

Zur offiziellen Seite der BB-Awards (vgl. golem)

Anmerkung: Auch in Österreich fanden die BigBrotherAwards statt. Hier wurde die SWIFT gleich zwei mal geehrt.

Abgebloggt ...