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Essen & Trinken

Teestab Ernesto - Ein Produktfehler auf der ganzen Linie

Ich trinke gerne Tee. Besonders schwarzen. Irgendwann bekam ich diesen Teestab von Ernesto geschenkt:

Ich habe ihn einmal genutzt. Nie wieder. Und das hat durchaus viele Gründe. Genau genommen ist es ein Musterbeispiel für schlechte Usability auf der gesamten Linie. Dabei besteht das Produkt doch so schönen „hochwertigen Edelstahl”. Zumindest wird mir das auf der Verpackung erklärt.

Beginnen wir den Teegenuss mit dem „praktischen Befüllen mit losem Tee direkt aus der Verpackung”. In der Regel scheitert das schon daran, dass das Röhrchen länger ist als der Durchmesser üblicher Teedosen. Also muss man mit viel Geduld und Geschickt die Teeblätter in das runde Röhrchen mit 1,6cm Durchmesser einfüllen.

Pro-Tipp: Trichter.

Weiter gehts. Das Röhrchen „Einfach in die Tasse oder in das Kännchen stellen”. Natürlich sollte die Tasse nicht zu klein bemessen sein. Und das Kännchen nicht zu hoch. Nun kommt das heiße Wasser.

Traditionell nimmt man Tee nach wenigen Minuten wieder heraus. Nun spürt man den hochwertigen Edelstahl direkt an den Fingern.

Pro-Tipp: Zange.

Beim Herausnehmen sollte das Röhrchen möglichst gerade hingestellt werden – denn im Inneren ist noch heißer Tee. Unten hat der Teestab kein Loch.

Pro-Tipp: Schüssel.

Nun kommt aber der eigentliche Genuss. Doch auch der wird getrübt, weil einige Krümel im Tee mitschwimmen. Die Öffnungen sind zu groß für feinen schwarzen Tee.

Pro-Tipp: Sieb.

Nachdem man nun die Teekrümel eingesammelt, die Brandwunden verarztet, die Pfützen auf dem Tisch weggewischt und den Tee gesiebt hat, kann man endlich den Tee genießen.

Anschließend steht die „einfache Reinigung durch den abnehmbaren Bodendeckel” an. Und das sollte man am besten noch machen, wenn das Röhrchen schön warm ist. Denn sonst trocknet der Tee im Röhrchen fest. Den Deckel kann man abnehmen (und ich bin froh, dass er sich nicht in der Tasse schon gelöst hat). Übern Mülleimer leeren? Pustekuchen. Aufgequollener Tee verlässt nicht freiwillig das Röhrchen. Also schön unterm Wasserstrahl – und anschließend den Tee im Spülbecken einsammeln und ab in den Müll. Nur im Bodendeckel klebt es dann immer noch.

Pro-Tipp: Schraubendreher.

Möchte ich wirklich mit Trichter, Zange, Schüssel, Sieb und Schraubendreher greifen, um eine Tasse Tee zu trinken? Nein, dann greife ich lieber wieder zum Papierfilter.

(So nebenbei: als Klangröhrchen ist es auch nicht besonders tauglich)

Wedermann Tischgrill

Die wohl beste Anschaffung des letzten Jahres war der Tischgrill. Nach gut einer Saison will ich dazu einen Erfahrungsbericht schreiben.

tl;dr: Zufrieden! Raucharm und sparsam mit Kohle.

Bis zum Kauf

Im Frühjahr wurde ich durch eine Promotions-Aktion des Konkurrenten Lotusgrill aufmerksam. Sie grillten in einer Baumarkthalle und waren durchaus ein Hingucker. Jeder, der vorbeiging, fragte, ob das ein Elektrogrill ist. Allerdings hat der Grill auch seinen Preis: 159 Euro (teilweise auch im Netz reduziert für 120 Euro zu haben).

Die Idee ist aber praktisch: man kann da grillen, wo es normalerweise wegen der Rauchentwicklung nicht so sinnvoll ist. Zum Beispiel auf dem Balkon.

Nach etwas Recherche habe ich dann den Wedermann-Grill entdeckt. Nach eigenen Angaben war dieser das Original. Er sieht etwas nostalgischer aus (wenngleich er nun gegen Aufpreis in vielen Farben angeboten wird). Ich bestellte ein Set mit einem Ersatzkohlekorb von 87,95 EUR.

Vorstellung

Die Handhabung wird in dem Video kurz beschrieben:

Das Prinzip des Grills ist auch recht einfach: von unten wird durch einen Lüfter Luft durch den Kohlekorb geblasen, wodurch die Kohle schnell Glut bekommt. Über der Kohle ist ein Deckel, so dass kein Fett in die Kohle tropft.

Erfahrungen

Meine Erwartungen wurden erfüllt. Mit der richtigen Kohle ist kaum Geruch wahrnehmbar, allenfalls das Essen. Ferner hat mich beeindruckt, wie wenig Kohle eigentlich nötig ist. Mit einem 3-Kilo-Sack konnte ich 13mal brutzeln. Ebenso praktisch ist, dass man den Grill jederzeit anfassen kann und dass er in der Mitte des Tisches stehen kann (es muss also niemand abseits grillen).

Ein kleiner Schwachpunkt (aber den haben vermutlich alle Grills dieser Bauart): die größte Hitze ist in der Mitte, also über dem Kohlkorb am Rand des Korbes. Der äußere Rand ist schon merklich kühler. Nicht, dass es nicht reicht, aber im Zweifel muss man halt das Grillgut auch tauschen.

Aufgrund der Größe des Kohlekorbs kann man schlecht den Kohlesack ausschütten, eher empfiehlt sich die Befüllung direkt mit der Hand.

Der Hersteller empfiehlt Buchenholzkohle. Es sollten aber keine Holzkohlebriketts sein (die zwar grundsätzlich gehen, aber es dauert länger und riecht stärker)

Mit einer Ladung kann das Rost einmal komplett gegrillt werden. Danach nimmt die Stärke ab und es sollte nachgelegt werden. Das Nachlegen ist etwas frickelig. Den Grillrost kann man am oberen Ring auch im Betrieb anfassen. Hebt man das Rost an, klemmt in der Regel der glühende Deckel des Kohlekorbs dran. Ich habe da aber immer Skepsis, dass er abfallen könnte. Am besten empfiehlt es sich, eine Greifzange griffbereit zu haben.

Meine erste Batterieladung für den Lüfter reicht etwa so lange wie der Kohlesack. Wenn die Batterien zur neige gehen, spürt man das vor allem daran, dass es wesentlich länger bis zur Glut dauert. Mit frischen Batterien kann man i.d.R. nach zwei bis drei Minuten schon Essen auflegen.

Zur Reinigung habe ich bisher Stahlwolle genommen. Der Hersteller meint, man kann (mit Ausnahme des Kohlekorbes) auch alles im Geschirrspüler reinigen. Beim Rost empfiehlt sich das nicht (nicht wegen Rost, sondern weil Angebratenes sich nicht löste).

Ich hatte vorsorglich eine Option mit Ersatzkohlekorb bestellt, weil ich befürchtete, dass hier die Sollbruchstelle liegt. Einerseits verträgt sich Nässe mit dem dünnen Metallgitter nicht, andererseits können diese auch glühen. Nach gut 25 Einsätzen gibt es noch keine Indizien zum Austausch. Aber hier sollten die Hinweise des Herstellers befolgt werden, diese Körbe nicht nass werden zu lassen (und insb. wegen der nächtlichen Nässe auch nicht außen über Nacht liegen zu lassen).

Fazit

Ich habe den Grill insbesondere zu schätzen gelernt, als ich dieses Jahr einmal konventionell grillte. Wo ein halber Sack Kohle in der Grillschale lag und gut eine halbe Stunde mit Nebelschwaben rauchte, ehe die Glut gut war.

Anmerkung

Die alte Seite des Herstellers ist offline! Zwischenzeitlich gab es diesen auf anderen Plattformen – nur etwas teurer.

Coca-Cola reduziert Mehrwegverpackungen

Frankfurter Rundschau: Coca-Cola schafft Mehrwegflaschen ab

Wenn Coca-Cola die Mehrwegflaschen weitestgehend abschafft, trifft mich das persönlich weniger. Meine Mehrwegquote von gefühlt weit über 90% wird sich wohl – dank meines Getränkekastenhalters – nicht ändern. Nicht zuletzt da die Coca-Cola-Kästen da ohnehin keinen Platz haben. Aber da leider viel zu viele Menschen diesen Konzern zum Marktführer verhelfen, wird diese Entscheidung zusätzlichen Müll verursachen. Und es könnte negative Signalwirkung auf die Getränkebranche insgesamt haben. Eine Entscheidung, ein Trend, der höchst fragwürdig ist.

Personifiziertes Nutella

Freunde, die vor Weihnachten in England waren, entdeckten in den dortigen Konsumtempeln personifiziertes Nutella. Nutella mit Namensaufdruck. Mein Name ging sogar mit Akzent.

Es sollte ein witziges Geschenk werden, aber wesentlich witziger war der Transport im Flugzeug nach Deutschland. Denn nach der Paranoia-Verordnung wird Nutella als Flüssigkeit eingestuft. Die Winkeladvokaten mussten den passenden ruthe-Comic schon gekannt oder geahnt haben. Das Glas konnte als Handgepäck befördert werden, aber nicht deren Inhalt.

Und da der Gag das Glas war, musste das Nutella dran glauben. Mit einem im Bistro erworbenen Plastelöffel ging es auf Toilette, um die zähe, braune Masse aus dem Glas zu bekommen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die Reinigungskraft dachte, als sie den Papierkorb leerte. Anschließend in Deutschland musste nun aus einem anderen Glas nutella umgefüllt werden.

Nun, einige Tage nach Weihnachten gibt’s das auch bei uns. Zumindest wirbt der Hersteller großflächig:

Knusperflocken-Kuchen

Erste Experimente mit Kuchen backen – und schon werde ich nach Rezepten gefragt. Dabei war ich selbst überrascht, dass ich auf den gängigen Rezeptseiten diese Kuchenidee noch nicht entdeckt habe: ein Knusperflocken-Kuchen.

Zutaten

Ich habe verwendet:

  • 3 Eier
  • ca. 300gr Weizenmehl
  • ca. 200gr Zucker
  • ca. 0,1 L Milch
  • 2 Tütchen Backpulver
  • ca. 200 gr. Knusperflocken

Zubereitung

Mehl, Zucker, Milch, Backpulver und die Eier zusammen in eine Schüssel und kneten. Wenn eine teigförmige Masse entsteht, ca. 100gr. der Knusperflocken in den Teig geben. Den Teig in eine passende Form und ab in den Ofen!

Wenn der Kuchen aus dem Ofen genommen wird, die dekorativen Knusperflocken drauf geben, solange er noch warm ist.

So sieht’s aus:

Das vorliegende Exemplar war leider zu kurz im Ofen gewesen, wodurch der Teig in der Mitte nicht durch war. Auch solche Kuchen haben Freunde! In der Mitte fiel der Kuchen wieder zusammen, was nicht am Gewicht der Knusperflocken hing. Lecker war er!

Gourmet Still - Mild moussierendes Mineralwasser

Die Kreativität bei der Vermarktung von Mineralwasser scheint keine Grenzen zu kennen und soll Verbraucher wohl absichtlich in die Irre führen. Normalerweise gibt es drei Arten: normal, medium, still. Blubbert ordentlich, Blubbert wenig, Blubbert nicht.

Schon vor einigen Jahren stand ich mit Fragezeichen in einer bayrischen Kaufhalle, als ich von Adelholzener eine Flasche Extra Still gesehen habe. Also stiller als still. Und die Verarschung ist perfekt, dass gerade dieses Wasser nicht still ist.

Nun servierte der Kellner im Restaurant eine Flasche „Gourmet Still” von Staatl. Fachingen. Also Wasser mit Kohlensäure mit der wahnsinnig kreativen Umschreibung: „Mild moussierendes Mineralwasser”. Der Widerspruch auf dem Etikett:

Schokolade aus dem anderen Ende der Welt

(Der Beitrag sollte bereits schon vor einem Jahr hier erscheinen, naja spät, aber nie! Foto gibt es leider auch nicht davon.)

Bei der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk bin ich irgendwann in dem Weblog eines anderen Renés gelandet und fand einen Artikel über die Whittakers Kiwi Schokolade.

Ich hätte vorher nie geglaubt, daß es so etwas gibt — irgendwo am anderen Ende der Welt in Neuseeland. Macht ja nichts, dafür scheinen die Erdbeerschokolade kaum zu kennn. Also forderte ich die globale Welt einfach mal heraus und importierte so eine Tafel.

Einen Versandhandel findet man schnell: shopnewzealand. Bezahlung macht bei so etwas dann nur mit Kreditkarte Sinn. Das Porto für diese Entfernung hat den Warenwert praktisch verdoppelt. Und es ist scheinbar nahezu linear mit dem Gewicht. (2 Tafeln betragen knapp das doppeltes Porto). Die Lieferzeit betrug dann fünf Werktage. Und dann war eine Tafel Schokolade um die halbe Welt gereist. Über die Ökobilanz darf man dabei nicht denken...

Nunja der Geschmack? Die Schokoladenkonsentenz ist wie ganz normale Vollmilchschokolade. Sie sticht nicht heraus, kann sich mit Ritter Sport und Co jedoch vergleichen. Die Kiwis waren in Form von kleinen kandiertenm fruchtigen Stückchen in der Schokolade integriert. Daß es nun ausgerechnet Kiwi war, mußte man erahnen oder der Zutatenlisten entnehmen. Interessant war es trotzdem.

(Mittlerweile gibt es auch hier Kiwischokolade in den Regalen — allerdings nicht in dieser Form, sondern in Form einer Creme. Kann man mögen, muß man aber nicht).

Bildlizenz: CC, Quelle