renephoenix.de

Wohnen

Versteigerung von Mietverträgen

Es war zugegebenermaßen nur eine Frage der Zeit, daher überrascht mich diese Ankündigung nicht: Online-Auktionsplattform vor dem Start – Mietwohnung zu ersteigern

Laut den Ankündigungen soll allerdings der Vertrag nicht automatisch mit dem Meistbietenden geschlossen werden, sondern der Vermieter darf sich aus den Angeboten (zunächst die TOP5, auf Wunsch auch alle) aussuchen.

Der noch weitaus dramatischere Punkt ist die Bonität – und der Bonitätslevel. Wenn nur Registrierte Kenntnis von Wohnungen haben, ggf. auch noch kombiniert mit der Bonität, werden sich wohl die Immobilienmakler über die Vorselektion freuen.

Die Gerichte werden sich auf jeden Fall über viele spannende Fälle freuen. Wenn unterlegene Bieter klagen, weil die Wohnung überhalb der Mietpreisbremse vermietet wurde. Mieter, die mehr bieten und dann die Miete via Klage reduzieren wollen.

Wohnungen für Geringverdiener

Der Spiegel analysiert eine Immobilienanzeigenbörse und kommt zu dem Ergebnis, dass Geringverdiener an den Stadtrand müssen.

Sie haben die Anzeigen einer Immobilienanzeigenbörse ausgewertet und die Kaltmieten mit dem Vollzeit-Mindestlohn-Einkommen in Relation gesetzt. Üblicherweise sollte die Kaltmiete 30% des Nettoeinkommens nicht übersteigen. Für einen Single, der demnach 1428 Euro brutto bzw. 1060 Euro netto im Monat verdient, liegt die 30%-Grenze bei ca. 320 Euro.

In Berlin fällt das Zentrum und der Südwesten komplett weg. Die innenstadtnächsten Ortsteile sind Plänterwald und Wedding. In Hamburg ist bei der 30%-Grenze Wohnen nur noch südlich der Elbe möglich. In München gar nicht mehr. Selbst bei 40% nicht mehr. Und bei 50% in wenigen Außenlagen.

In meinen Augen kann diese Analyse nur eine Grundstimmung wiedergeben (München teurer als Berlin), für weitere Aussagen ist die Analyse nur bedingt geeignet.

Zum einen wurden Durchschnittswerte ermittelt, auch wenn mit einem speziellen Verfahren statistische Ausreißer beseitigt wurden.

Würde man statt des Mittelwertes den Median nehmen, wäre die Aussage wesentlich sinnvoller. Dann hieße es, dass 50% des Wohnungsmarktes (in den entsprechenden Wohnungsgrößen) für Mindeslohnempfänger bezahlbar wäre.

Noch besser wäre es, wenn anstelle eines starren Medians ein ortsabhängiges Quantil genommen wird. Das Quantil würde dann den Gesellschaftsanteil, die nicht mehr Geld im Monat zur Verfügung haben als ein Vollzeit-Mindestlohner entsprechen. Damit wäre nicht nur das Angebot berücksichtigt, sondern auch der Bedarf. Möglicherweise würde München etwas besser dastehen.

Das zweite Problem der Analyse wird mit einem Nebensatz angerissen:

Lediglich nachverhandelte Mieten und Wohnungen, die auf anderen Wegen vermietet werden, bleiben dabei außen vor.

Es gibt auch noch einen Wohnungsmarkt außerhalb dieser einen Maklerbörse!

Immer noch keine Kurzzeitschaltuhr

Soeben erreichte mich eine E-Mail zu meinem mittlerweile zweieinhalb Jahre alten Beitrag Kurzzeitschaltuhr — gesucht!:

bin auf der Suche nach einer Zeitschaltuhr auf deiner Homepage gelandet. Du hattest nach einer Zeitschaltuhr gesucht, die nach einer abgelaufenen Zeit, eine Steckdose AN-Schaltet. Genau das gleich suche ich auch, bin aber leider bislang nicht wirklich fündig geworden.

Hast Du Deine damalige Suche fortgesetzt und etwas gefunden, das Du mir empfehlen könntest? Ich bräuchte eine zeitverzögerte Einschaltzeit von bis zu 8 Stunden. Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

Leider Nein! Ich habe die Suche frustriert aufgegeben. Es gab zwar diverse programmierbare Bauteile, die man in Schaltschränken verbauen kann und das möglicherweise können (habe ich nicht in den Anleitungen verifiziert) — aber keine Geräte, die man einfach in die Steckdose steckt.

Wenn aber jemand der Mitlesenden noch eine Idee hat: ruhig her damit!

Die Entwicklung der Rauchmelder

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzt sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

(aus Erich Käster, Die Entwicklung der Menschheit)

Und seit einigen Jahren haben diese zentralgeheizten Räume mit Telefon sogar schon Rauchmelder. Solche kleinen, weißen, runden Dinger, die bei der kleinsten Rauchentwicklung Alarm schlagen. Reine Präventivvorsorge, um nicht wieder zu den Bäumen zurückzukehren.

Nur die Praxis sieht leider anders aus: statt das Gebäude auf schnellsten Wege zu verlassen, wird der Alarm erst einmal kritisch hinterfragt. Warum dudelt das hier? Ja, könnte der Rauchmelder sein. Ja, das ist bestimmt wieder der Rauchmelder. Sicherlich wieder ein Fehlalarm. Riecht hier jemand was? Ich auch nicht. Man kann ja mal herumschauen. Ok, die anderen rennen auch nicht raus. Naja, wird wohl nur ein Fehlalarm sein. Wird hoffentlich gleich wieder aufhören.

Welche Funktion hat dann noch ein Rauchmelder?

In England lief das organisierter ab, und da sind die Rauchmelder sensibler als hier. Intensives Kochen reichte schon aus, teilweise auch nur eine Zigrette. Und wenn es Alarm gab, wurde das Gebäude oder das Wohnheim komplett beräumt. Ja, es mußten alle raus. Ja, da wurde sogar nachgeschaut, daß auch keiner mehr in den Räumen blieb. Selbst wenn sogar schon feststeht, daß es definitiv ein Fehlalarm ist. Dann warten alle noch mal 10 Minuten in der Kälte, ehe der schrille Alarmton abgeschalten wird.

Gibt es eigentlich überhaupt eine sinnvolle Anwendung von Rauchmeldern?

Großer Blumenkübel zerstört

Die Chinesen können aufatmen, deren Reissäcke brauchen wir nicht mehr, seit dem in Neunkirchen der große Blumenkübel zerstört wurde:

NEUENKIRCHEN Fassungslos waren die Bewohner des Antoniusstift, als sie am Dienstagmorgen vor die Tür sahen: Einer der zwei Blumenkübel vor dem Eingang des Altenheimes wurde umgestoßen und lag zerbrochen vor dem Eingang.

Nun ist die Love Parade erst mal vergessen. Ex-Innenminister Schäuble wird die Einführung von RFID-Chips an Blumenkübeln verlangen, welche gleich an den neuen elektronischen Personalausweis gekoppelt werden können — und auch nur jede Person erfaßt werden kann, die nur in 10 Meter Entfernung an einen Blumenkübel vorbeiläuft. Die Engländer dagegen lösen traditionell solche bitteren Erfahrungen mit Videoüberwachung:

Kurzzeitschaltuhr - gesucht!

Nachdem ich nun schon drei Elektronikmärkte abgesucht habe (natürlich online, bei einem dann auch telefonisch nachgehakt) will ich noch nicht aufgeben.

Ich will eine Zeitschaltuhr für die Steckdose, die für eine eingestellte Zeitspanne X (z.B. 8 Stunden) die Stromzufuhr unterbricht. Das kann am einfachsten ein Drehschalter sein (so wie bei einer Eieruhr).

Hintergrund: wenn man spät abends die Waschmaschine befüllt, soll sie erst morgens starten. Damit man die Wäsche früh zum Frühstück aufhängen kann. Es gibt Waschmaschinen, die so etwas integriert haben. Die alte hatte es, die neue nicht. Und nun vermisse ich diese Funktionalität.

Ich will keine 96 Minischalter (also je Viertelstunde) für einen täglichen Turnus einstellen (dann müßte man es jedes Mal ausschalten). Ich will auch nicht am Stromkasten rumfummeln müssen.

Kennt da jemand irgendetwas, was diesen Zweck erfüllt?

Mitbewohner gesucht (auf VOX)

In der WG, in der ich wohne, werden zur Zeit zwei Zimmer frei — so kann man es auch in verschiedenen WG-Börsen finden. Und so erhielt ich in dieser Woche einen Anruf (Vorwahl Köln), in dem ein Herr sich nach dem Stand der beiden Zimmer erkundigte. Als ich ihm sagte, daß eins bereits vergeben sei, meinte er schade. Er hätte da zwei nette Damen, die sich die Zimmer anschauen würden. Auf meine Rückfrage, warum die Frauen nicht selbst aktiv werden, meinte er, er mache eine Reportage für VOX mit dem Titel »Mitbewohner gesucht«. Es ist ja toll, für welche alltäglichen Situationen es heute Dokumentationsreihen gibt, wie man der Homepage entnehmen kann, mittlerweile Folge 64.

Als sich das Gespräch dann dem Ende neigte, fragte der Herr noch einmal nach, ob man nicht die WG-Suche etwas »faken« könnte. Also so tun, als seien noch zwei Zimmer zu haben. Natürlich könnte man für die WG-Kasse einen kleinen Obolus als Aufwandsentschädigung bekommen.

Etwa eine Stunde später hatte ich noch einen Anruf, diesmal erkundigte sich eine Frau, ob wir noch die Zimmer für zwei nette Frauen zu vergeben hätten.

Zeitgemäße Müllentsorgung!

In Pirna wechselte vor kurzen die Abfallentsorgung — und damit auch die Mülltonnen. Früher stand hier mal ne Hand voll große Tonnen:

Nun stehen da bis zu 48 kleine schwarze Mülltonnen. Ja, für jede Wohneinheit eine. Und wer will, darf seine nun auch im Keller bunkern (deshalb sieht man da nicht 48). Ich möchte nicht wissen, wie lange dafür nun das Müllauto zum Leeren benötigt. Aber dafür kann nun alles personengenau abrechnen. Wunderbarer wirtschaftlicher Fortschritt.

Und die blauen Tonnen dahinten und rechts außerhalb des Bildes sind für Papier. Für jede Wohneinheit eine halbe (Zum Vergleich: früher gab es einen großen Papiercontainer), das macht noch mal 24. Papier wird zwar nicht abgerechnet, aber egal. Nun fehlen nur noch die Weiß-, Braun- und Grünglascontainer — und vom Wiesenstück vor dem Wohnblock bleibt nicht mehr viel übrig! Schildbürger, wir kommen!

Penetrante Werbewirtschaft

Wenn der Briefkasten vor unerwünschter Werbung überquillt, ist das nervig. Aber wenn auch noch Mitarbeiter vorbeischauen und sich erkundigen, ob die Werbung des Praktikers angekommen sei, ist das einfach nur penetrant. Diesmal hatte es einen etwas älteren Herren im Haus erwischt. Sie war hartnäckig, ihm war es völlig egal. Und auf seine Rückfrage, warum es überhaupt wichtig sei, kam die fadenscheinige Antwort, daß sich öfters Kunden über das Ausbleiben der Wurfblätter beschweren?!?