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Skandinavien-Reise - Teil 22 (Fehmarn)

Am Tag 22 erreiche ich nach 130 Kilometern Fehmarn. Mit Gegenwind. Ich nähere mich der Heimat!

Zunächst einmal gefiel mit der Campingplatz in Praesto sehr gut – auch wenn er leider offline war. Für 10 Euro inklusive Duschen war es ein sehr schöner Platz. Ich habe mich die Nacht wohl gefühlt. Und sehr sehr gute Duschen.

Ich lernte noch Nestor kennen, der das ganze schon etwas professioneller betreibt und auf dem Weg zum Nordkapp ist. Er war begeistert, wie ich das Gepäck auf meinem Fahrrad organisierte (Dazu schreibe ich später noch mal was). Ich bekam als kleines Goodie einen Schlüsselanhänger mit seiner Domain in Form eines Fahrrades geschenkt.

Nachdem der Zeltplatzbetreiber am Vorabend noch auf seine schöne Innenstadt hinwies, fuhr ich zunächst eine kleine Runde hindurch.

Dann folgte ich noch einwenig dem Berlin-Kopenhagen-Radweg. Dieser Teil war schon etwas hügeliger, aber noch mit Rückwind. Ich stand vor der Wahl, ob ich über die Inseln Møn und Bogø fahre – oder über die Brücke bei Vordingsberg. Da ich ab der Insel Bogø eine Fähre mit eher stündlichen und partiellen Fahrzeiten habe, entschied ich mich für die Brücke. Also ging es nun volle Kanne gegen den Wind nach Vordingsborg – und verlasse den Berlin-Kopenhagen-Radweg.

Was in Dänemark noch weitaus verbreiteter sind, sind die kleinen Minishops an den Wohnhäusern, die Beerenobst oder auch Gemüse anpreisen. Und so gönnte ich mir wieder mal ein kleines Schälchen Erdbeeren.

Vor Vordingsberg ging der Weg über eine alte Eisenbahntrasse. Und ehrlich: Ich liebe Bahntrassen-Radeln. Und vor allem: Ohne dass ich es plane oder recherchiere – du merkst sofort, wenn du auf so einer Trasse bist. Große Radien, wenig Gefälle, Brücken, Tunnel, weenig Übergänge, häufig Alleecharakter. Im Grunde genommen könnten Verkehrsplaner die Voraussetzungen einer Eisenbahnstrecke auch für Radverbindungen annehmen.

Gut durchgepustet erreiche ich Vordingsberg. Nette kleine Innenstadt.

Und da sehe ich sie nun, die Storstrømsbroen-Brücke

Die Brücke selbst war sehr anspruchsvoll. Volle Kanne Gegen- und Seitenwind, so dass ich nur mit 12 Stundenkilometer vorwärts kam. Voll durchgepustet. Auf einem sehr schlechten Fahrbahnbelag.

Ich kann aber verstehen, dass man an dieser Brücke nichts mehr machen wird – direkt daneben läuft der Bau einer neuen Brücke. Diese soll dann ohnehin abgerissen werden.

Nun ging es kerzengeradeaus über die Falster-Insel. Yeah. Mit Gegenwind. Und weiter.

Mal so ein exemplarisches Foto für die kleinen Flohmärkte am Straßenrand, wo all das verhökert wird, was man nicht mehr braucht. Ich bezeifle zwar, dass da andere genau das finden, was sie suchen. Aber putzig sind sie schon:

Nach Maribo verläuft die Strecke gut 17 Kilometer auf einem alten Bahndamm. Das war hier sehr praktisch. Trotz Gegenwind kam ich auf dieser Trasse mit gut 20 Stundenkilometern in Richtung Westen vorwärts, wo ich zuvor auf dem freien Feld eher so mit 12 bis 15 Stundenkilometern zu kämpfen hatte.

Ich erreiche die Fehmarnbelt-Fähre zur Überfahrt nach Deutschland. Kostet 21 Euro für Mich und Fahrrad. Zugegeben etwas schlecht ausgeschildert, ich stand erst am Bahnhof – und durfte wieder zurück. Auf der Fähre werden Radfahrer zuletzt gelassen, was irgendwie blöd ist, sich am Ende durch die LKWs durchzuquetschen. Das klappte bei der Fähre zwischen Hirtshals und Kristiansund besser.

Ich bin wieder in Deutschland. Ich suche einen Campingplatz – und davon gibt es unzählige auf Fehmarn. Ich suche den günstigsten: 10 Euro die Nacht inklusive Duschen. Ich rufe an, alles kein Problem. Mich trennten nur weitere 15 Kilometer mit Gegenwind.

Die Allee beeindruckte mich schon, nur schiefe Bäume. Sagt viel über den Wind aus.

Ich erreiche den Campingplatz Kleingarn, eine Art kleiner Bauernhof. Ich bekomme ein kleines Plätzchen zugewiesen. Aufgrund des Windes war es sehr praktisch, dass dahinter ein kleiner Wall war. Für nen 10er kann man nicht meckern. Der Besitzer fragt, ob er gleich das Geld nehmen soll – oder morgen. Ich sage: Ich habe keinen Bock, früh jemand ne halbe Stunde zu suchen. Also bezahlt – und alles seinen Gang.

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