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Hamburg

Kommentar von René

@Stefan: Der Idee eines (Privat)-Automoratoriums stehe ich kritisch gegenüber. Zunächst in der Idee, aber auch in der Umsetzung. Zulassungsregeln macht der Bund, das kann Hamburg nicht festlegen. Und selbst wenn: ob das Auto in Hamburg oder Niedersachsen angemeldet ist, ist auch egal. Und es ist auch egal, ob der Miet-Stellplatz dann in der Niedersächsischen Pampe nachgewiesen bzw. dort nicht nötig. Ein Auto bewegt sich ja…

Was ich dagegen befürworten würde: eine Zwangsfluktation der Fahrzeuge durch ein wöchentliches zweistündiges Halteverbot zur Tagesmitte (z.B. Mittwoch 12-14 Uhr). Andere Orte machen das zur Straßenreinigung. Das hätte dann den Vorteil, dass die Stellplätze vor allem von denen genutzt werden, die sie wirklich für das Erreichen der Arbeitsplätze etc. brauchen.

Kommentar von Stefan

Hauptsache Autostadt behalten u.a. durch ‘Parkplatzmoratorium’…
Obwohl dringend ein (Privat)Automoratium in der Stadt gebraucht wird. Keine Neuzulassung von Privatpkw ohne nachgewiesenen eigenen Mietstellplatz auf privatem Grund.

Kommentar von Florian Mallok

Lieber René,

als Vorstandsmitglied des ADFC Hamburg bin ich doch reichlich irritiert über Deine Aussage: “Umso fragwürdiger liest sich das Statement des ADFC , welches Schutzstreifen nicht als Notlösung toleriert, sondern diese ausdrücklich begrüßt.”

Es werden ausdrücklich Radverkehrsanlagen an der Stelle begrüßt, weil derzeit gar keine vorhanden sind. Dadurch fahren immer wieder Radfahrende auf dem Gehweg, was ein reales Problem darstellt. Im weiteren Verlauf wird sich dann aber kritisch über die Ausführung der Schutzstreifen in der Dooringzone der Fahrzeuge geäußert.

Da Du als Mitglied des ADFC Hamburg selber regelmäßig bei den Sitzungen der Bezirksgruppe Nord dabei bist, weißt Du über die kritische Diskussion um Schutzstreifen bzw. diese spezielle Maßnahme. Wie Du selber schreibst, ist es kein großer Wurf, sondern eine Minimallösung. Darüber sind wir uns beim ADFC Hamburg einig. Die an der Stelle aber immer noch besser ist, als gar keine Radinfrastruktur.

Es bleibt für mich daher fragwürdig, wie Du – trotz aller Dir zur Verfügung stehenden Informationen – zu der eingangs zitierten Wertung kommst.

Mit vereinsfreundlichen Grüßen
Florian

Kommentar von Frauke Johannsen

Hallo René, ich fahre seit 20 Jahren die Jarrestrasse mit dem Fahrrad entlang. M.E. ist es wichtig, die Strasse von den parkenden Autos, z.T. auf der Strasse, zu entlasten.
Diese machen es unübersichtlich, weil auch überall Fussgänger kreuzen. Übergänge zwischen den Bereichen wo Geschäfte sind, ist sicherlich eine erforderliche Massnahme, genügen aber nicht.
Es werden regulierte Parkflächen (Parkhäuser) benötigt, wo Anwohner ihre Autos lassen können. Leider nimmt die Zahl der gemeldeten PKWs in Hamburg stetig zu, daran muss insgesamt gearbeitet werden. Stichwort: Verdichtung!
Auch fällt auf, dass die Busse z.T. in beiden Richtungen zur selben Zeit fahren, daher die Strasse “verstopfen”.
Vielleicht lässt sich am Fahrplan etwas drehen..Die neuen Buslinien 17 / 18 scheinen mir in unserem Bereich auch nicht wirklich ausgelastet, wenn auch gut frequentiert. Müssen es lange Busse sein? Danke f.d. Kenntnisnahme

Kommentar von Leif von Speyer

Ich habe mir deinen Artikel mal durchgelesen, und er beschreibt genau die Probleme, die ich in Hamburg auch beobachte. Verkehr wird dort nicht in Knoten gedacht und Verkehrssysteme nicht zusammen gedacht. Ich kritisiere auch, dass an der Stadthausbrücke, die U-Bahn die S-Bahn unterquert, ohne dort zu halten. Insbesondere hier sollte zwingend ein Umstieg entstehen. Beim Baumwall vielleicht sogar ebenso. Die Tramophobie der Hamburger verstehe ich bis heute nicht. Hamburg ist die größte Stadt Europas, die ohne Straßenbahn auszukommen glaubt. London und Paris haben wenigstens Straßenbahnen in den Außenbezirken wieder eingeführt und wollen diese sogar weiter ausbauen. Ich werde dazu zeitnah mal ein Video auf YouTube machen.

Kommentar von René

Danke für den Kommentar.

Zweckentfremdung hat mehrere Gesichter. Leerstand ist auch eine Form, ja. Aber die wollte ich hier bewusst außen vor lassen. Hier gibt es den Leerstandsmelder – und wenn ich die Statistiken sehe, wird es auch sporadisch genutzt.

In Bezug auf Zweckentfremdung durch Ferienwohnung deckt sich also dein Eindruck.

Kommentar von Berno

Hmm, vielleicht jetzt:
In meinem Quartier (HH-Horn), gute ÖPNV-anbindung, gab es vor 1 Jahr ca. 20 Airbnb angebote. Jetzt gibt es noch eines.

Andererseits stehen aktuell etwa drei Häuser leer, mit einer Eigentümerin habe ich gesprochen: sie wohnen auf einer Doppelparzelle in einem Haus, das andere hat die indessen verstorbene Mutter bewohnt. Sie sind selber alt und wollen nicht vermieten und es auch nicht selber nutzen.

Wenn sie versterben oder ins Altersheim gehen, werden die Erben die beiden nebeneinander liegenden Häuser verkaufen. Dieses Haus steht indessen seit einem Jahr leer und wird vielleicht noch jahrelang leerstehen.

Ein anderes Haus (50er) stand fast zwei Jahre leer, es wurde dann verkauft, abgerissen und durch durch zweu (sehr hochwertige) Kaufobjekte ersetzt.

Mein Eindruck hier ist: das Zweckentfremdungsverbot hat das airbnb-Geschäft ziemlich gekillt. Das führt aber nicht notwendig zu mehr Wohnraum. Eine Menge Wohnraum ist jedenfalls hier (viel Wohnbebauung aus den 60ern, viele alte Eigentümer) wegen Vererbung ungenutzt.

Vielleicht wären flexiblere Regelungen für Kurzzeitvermietungen ein wirksames ergänzendes Mittel um der Wohnungsnot entgegen zu wirken.

Kommentar von René

Die Linke in Eimsbüttel hat die Idee des Wohnraumschutzes nicht wirklich verstanden – wie dieser Antrag beweist:

Viele Anbieter rufen inzwischen Mondpreise für ihre möblierten Apartments auf. 4000,- € für 40 Quadratmeter über einen Monat sind keine Seltenheit. Am Ende werden sie vermutlich kaum komplett vermietet, da niemand bereit ist 4000,- € für eine solche Wohnung zu zahlen, während man damit in den teuersten Hotels Hamburgs einkehren kann.

Wenn ein Anbieter eine möblierte Wohnung für Mondpreise anbietet – und irgendjemand bereit ist, diese Mondpreise zu bezahlen und dort einzieht, dann hat offensichtlich eine Person dort ihr Zuhause gefunden. Und dann ist das – aus Sicht des Wohnraumschutzes – nicht zu beanstanden. Klar, kann man das doof finden. Und man kann sich fragen, was mit Menschen nicht stimmt, die sich darauf einlassen. Es könnte Wucher etc. sein.

Wenn aber niemand sich drauf einlässt, dann steht die Wohnung leer. Dann liegt – ab einer gewissen Zeit – eine Zweckentfremdung vor, weil die Wohnung keiner Wohnnutzung zugeführt wurde.

Wenn man nun Touristen im Wochentakt durch die Wohnung schleift, dann liegt auch eine Zweckentfremdung vor, weil dann ebenso keine Wohnnutzung vorliegt, sondern eine gewerbliche Nutzung.

Die Grenze zwischen Touri und Wohnen ist allerdings fließend. Und man kann es wohl auch nicht so trennscharf sehen. Nehmen wir allein das Duale Studium, wo Studier- und Arbeitsort unterschiedlich sind – und man im Drei-Monats-Takt zwischen beiden wechselt.

(Siehe auch die Fachanweisung )

Kommentar von René

Auch aus der PM der Linken:

Seit der ersten kleinen Anfrage zum Thema Ferienwohnungen im Jahr 2019 sind in Eimsbüttel fast 1.500 neue Ferienwohnungen hinzugekommen – ein Zuwachs von 128,81 Prozent!

Typisches Beispiel für statischen Bullshit. Die Registrierungspflicht wurde in Hamburg erst am 01.04.2019 eingeführt, die erste Anfrage basiert auf Mitte November 2019. Das sind also Daten von 7,5 Monaten. Allein das hochpoliert auf 12 Monate würde einen Anstieg von 60% rechtfertigen.

Hand aufs Herz: Hätte ich dieses Verhältnis Jahr 1 zu Jahr 7 schätzen sollen, ich hätte +300% geraten.