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Gora

Gora war die größte Enttäuschung unserer Reise. Nicht nur wegen dem Wetter. Es war ein Touri-Hotspot und das Naherholungsgebiet von Tokio. Als solches war es auch zur Nebensaison völlig überlaufen. Und abgeranzt.

Nach einer langen Bahnfahrt (u.a. mit dem Romance Car) kamen wir am Bahnhof in Gora an. Wir wollten mit der Standseilbahn drei Stationen bergauf fahren. Doch leider fuhr diese um die Zeit nicht mehr. Wir hätten uns mit den anderen Touris um ein Taxi schlagen können. Doch wir liefen lieber. Es war auch nicht wirklich weit – wenn man von den unzähligen Höhenmetern absieht. Mit den zwei mal 23kg.

Das waren die Steigungen. Und ich habe die Ringe im Beton verflucht.

Wir kamen am Hotel an.

Zugegeben: Das Zimmer war schön.

Den Abend vergnügten wir uns wieder in einem Onsen. Wir hatten die Wahl zwischen einem privaten und einem öffentlichen Onsen. Das private kostete extra. Doch das war es uns Wert. Leider war das Onsen nicht mehr wirklich gut im Schuss. Wenn das Licht nur noch mit Tape gehalten wird und die Fliesen schon von der Wand gefallen sind…

Egal: Wir genossen das warme Wasser.

Ein Bild aus dem Badezimmer. Ein Spiegel, der in den entscheidenden Bereichen nicht anläuft. Auch haben will!

Wir hatten Frühstück inklusive. Also werfen wir einen Blick auf das Buffet eines japanisches Hotels:

Und auf meinen Teller:

Beim Essen beobachtete ich ein japanisches Pärchen. Und stellte fest, dass die Frau nahezu die selbe Art und Weise hatte, die Stäbchen zu halten wie ich. Er hielt sie völlig anders. Wann immer mir Leute erklärten, wie man die Stäbchen halten muss, um das Essen in den Mund zu befördern – es ging bei mir schief. Nun war ich in Japan und musste durch. Ich eignete mir wohl irgendwie eine Technik an, mit der ich klar kam. Und stellte fest, dass es eben nicht die Technik gibt.

Nach der morgendlichen Stärkung wollten wir die Rundreise machen: Standseilbahn, Seilbahn, Piratenschiff und zurück mit Bus. Wir liefen zunächst zurück zur Talstation.

Mit 12% Gefälle:

Dort kauften wir ein Zwei-Tages-Kombi-Ticket für die Bahnen und Busse. Und nachdem wir gekauft haben, erfuhren wir, dass die Seilbahn wegen eines aufziehenden Gewitters ihren Betrieb einstellt. Dummerweise war die Seilbahn auch die Komponente mit dem teuersten Einzelfahrpreis.

Wir fuhren mit der Standseilbahn wieder hoch. Dort fuhr zwar die Seilbahn noch, aber nur zum Aussteigen. Es konnte auch niemand sagen, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden wird. Dafür gab es eine kleine Karte, mit welchen Buslinien man die Seilbahnstrecke umfahren konnte. Nur die Takte dieser Busse waren alles andere als toll – und welch Überraschung – nicht durch dieses Kombi-Ticket abgedeckt.

Und während wir in dieser Station warteten, nahmen wir auch den Duft der Toiletten war. Toll. Es war das einzige Mal in Japan, wo die Toiletten mal sowas von gar nicht in Ordnung waren.

Also fahren wir mit der Standseilbahn wieder zurück zur Talstation (also zurück zum Bahnhof Gora).

Das Wetter … reden wir nicht drüber!

Wir standen an der Warteschlange für den Bus. Doch entschieden uns dann doch erst einmal für ein Restaurant. Doch auch dies erwies sich als schwierig. Viele Lokalitäten hatten schon geschlossen. Wir fanden eins und orientierten uns wieder an der Plastik-Essen-Auslage:

Doch auch hier wurden wir rausgekehrt, als sie schließen wollten.

Wir fuhren und liefen zurück zum Hotel und beendeten den Tag.

Am Folgetag holten wir das Programm nach. Wir ließen die Koffer im Hotel zurück und starteten mit der Seilbahn. Zunächst war es wie eine übliche Seilbahn: Man gewinnt Höhe und blickt auf eine hügelige Landschaft.

Doch nach der ersten Bergkuppe blickten wir auf Ōwakudani, ein Vulkantal mit schwefelhaltigen Gasaustritt.

Am Rand dieses Tales war die Bergstation – und man konnte an die frische Schwefelluft. Ja, es roch total danach. Und es gab auch Schwefeleier zu kaufen. Und ein Museum rund um Schwefel.

(Wir hatten 2018 Glück, dass sie Seilbahn überhaupt fuhr. Im Jahr 2019 musste wegen der Aktivitäten die Seilbahn wieder eingestellt werden)

Nach einigen Atemzügen fuhren wir mit der nächsten Seilbahn hinab zum See Ashinoko.

Wir wollten ursprünglich auch in das Piratenschiff einsteigen, ließen den Teil aber ausfallen – und fuhren wieder zurück.

Nichts gegen Piratenschiffe. Aber auf einem reinen Binnengewässer wohl extrem unwahrscheinlich.

Bei gutem, klarem Wetter wäre hier der Fuji zu sehen:

Hatte ich schon erwähnt, dass es geregnet hat? Nein?

Wir holten im Hotel unsere Koffer und es ging zurück zur Talstation.

Von da ging es mit dem Zug nach Odaware. Und von da mit dem Shinkansen bis Tokio.

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