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Nahverkehr in Tokio

Keine Frage: Die 23 Städte haben ein recht ausgedehntes U- und S-Bahnnetz. Alles, was wir erreichen wollten, haben wir mit schienengebundenen Verkehrsmitteln erreicht. Mit Ausnahme des Flughafen-Expresses nach Narita haben wir nie auf Fahrpläne geschaut. Das ist sehr angenehm. Hier ein Foto vom Bahnhof Ichigaya:

Je umfangreicher das Nahverkehrsnetz, umso größer die Herausforderungen an die Visualisierung. Vor Jahren bloggte ich über den neuen Linienplan von Moskau, das Netz der 23 Städte hat noch gewaltig Spielraum nach oben (siehe Liniennetz)

Und dieser Plan zeigt nur die U-Bahnen an. Die Eisenbahn- und Sonderlinien sind nur angedeutet, aber nicht minder wichtig. Dafür gab es wieder eigene Pläne. Und dann fängt man an, zwei Pläne übereinander zu halten. Und das I-Tüpfelchen: Manche U-Bahnen fahren im Außenbereich auch auf Eisenbahntrassen.

Das wäre an sich nicht das Problem, wenn es wie in Deutschland Verkehrsverbünde gäbe. Gibt es aber nicht. Man bezahlt in Japan für jede Gesellschaft einzeln. Wir hatten an einem Tag für die U-Bahn eine Tageskarte gelöst. Dann wechselten wir die U-Bahn – und standen vor einer Bezahlschranke, die sich nicht öffnen ließ. Die Tageskarte war für die Tōkyō Metro – aber das war nun eine Linie der Toei-U-Bahn. Das Irre an dieser Konstellation: die Tōkyō Metro gehört der Präfektur und dem japanischen Staat, die andere nur der Präfektur. Also beides gehört zu 100% der öffentlichen Hand.

(Das sind dann die Momente, wo ich verstehe, dass man Japanern gerne nachsagt, die lösen lieber gleich die größtmögliche Ticketkonstellation, um auf alle Eventualitäten vorbereitet und ja keinen Fehler zu machen.)

Zurück zu den U-Bahnen, die auf Eisenbahnen fahren: Als wir am letzten Tag eine Rundreise durch die östlichen Vororte machten, mussten wir am Bahnhof Shim-Matsudo auch aufpassen, nicht in eine Bahn zu steigen, die in ihrem weiteren Linienverlauf zur U-Bahn wird. Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn wir dann zu spät ausgestiegen wären…

Was sehr angenehm ist (und das habe ich auch schon in Osaka und Kyoto geschrieben): Jede Linie hat einen (oder ggf. auch mehrere Buchstaben bei den Eisenbahnen) und eine Farbe. Und jede Haltestelle einer Linie hat eine Nummer. Selbst wenn man die Ansagen auf Englisch nicht versteht: M17. Ich kann die Haltestellen einfach durchzählen.

Ebenso sehr angenehm sind die Anzeigen zu den einzelnen Haltestellen einer Linie. Wo sind Aufzüge und Treppen und wo kann ich insbesondere am Zielort schneller umsteigen:

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