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Fiji: Propellorflug nach Taveuni

Drei Nächte waren wir auf der Hauptinsel – nun ging es weiter zur Insel Taveuni. Sie wird als „Garteninsel” oder auch „Garten Fijis” bezeichnet und ist wesentlich grüner als die Hauptinsel.

Dazu mussten wir aber zurück zum Flughafen Nadi. Für die gut 130 Kilometer brauchen wir auch wieder an die 3 Stunden. Während man Anfangs die langsamen Zuckerrohrlaster mangels Sicht kaum überholen kann, kann man sie spätestens ab Lautaki wegen des Verkehrs nicht mehr. Zum Glück haben wir noch großzügig Puffer eingeplant. Und so konnten wir noch diverse Fotos der Landschaft aufnehmen – auch für die Erinnerung.

Kurz hinter Lautoka werden wir noch Zeuge eines Unfalls: Ein Fahrzeug blinkt rechts, um in ein Grundstück fahren zu wollen. Der dahinter wollte links vorbei. Die Insassen des Fahrzeuges haben es sich wohl anders überlegt – und wollten aussteigen. Und als sie die Tür aufrissen, kollidierten sie mit dem Nachbarwagen.

Am Flughafen gaben wir den Mietwagen zurück. Und so lässig die Ausleihe war, so lässig war auch die Rückgabe. Eigentlich interessierte nur der Füllstand des Tanks.

Zweite Handlung: Kofferaufbewahrung. Für den Inlandsflug mit der Propellormaschine durften wir nur 15kg pro Person dabei haben. Die Optionen für Übergepäck waren kaum sehr restriktiv und vor allem auch nicht verlässlich. Sprich: Selbst wenn es auf dem Hinflug alles sein Gang geht, wir mussten damit ja auch wieder zurück. Also packten wir unsere Sachen in einem Koffer zusammen (der Koffer selbst durfte schwerer sein) – und gaben den anderen Koffer bei der Kofferaufbewahrung ab. Logistisch ist das schon anspruchsvoll bei zwei Menschen mit einem unterschiedlichen Empfinden für Ordnung und Gliederung in einem Gepäckstück.

(Für Interessierte: Es kostet ca. 10 FJD pro Tag. Also ca. 4 Euro)

Wir schlenderten durch das Internationale Terminal. Es ist modern. Gräumig. Luftig. Und auch verhältnismäßig neu. Wir liefen dann hinüber zum Domestic Terminal, also das für die Inlandsflüge. Das ist, wie zu erwarten, sehr kompakt gebaut und schon etwas in die Jahre gekommen. Zur Rechten gab es einige Sitzreihen. Gerade aus die Kofferabgabe – getrennt nach Zielflughafen.

Der Koffer also rauf auf die Wage. Zusammen hatten wir knapp 27kg, alles ok. Dann mussten wir auf die Waage. Mit Rucksack. Offensichtlich wurde der Sprit genau geplant. Weiter ging es zur Sicherheitskontrolle.

„Water?” – „Ok” – „Coke?” – „Ok”.

Für die Inlandsflüge gilt nicht diese Paranoia-Verordnung für Flüssigkeiten. Einzig und allein mussten wir durch den Metall-Scanner. Hier gab es eine kleine, lustige Panne: Der Gürtel von René piepte. Er musste ihn ausziehen. Dummerweise war es eine recht weite Hose, die ohne Gürtel rutschen würde. Diese Peinlichkeit verstand der Security-Mensch und gewährte eine Hand am Gürtel, während er die zweite scannte. Wir konnten uns vor Lachen kaum halten, der Security und dem restlichen Personal ging es ebenso..

Direkt nach der Security gab es den Wartebereich, den sie liebevoll „Lounge” nennen. Es gab eine Anzeigetafel über die nächsten Flüge. Im Grunde starten an dem Tag noch vier Maschinen. Die hinter mir saßen unterhielten sich, ob sie in ein Wasserflugzeug oder in einen Helikoptor steigen werden.

Als der verhältnismäßig große Andrang (ca. 30 Personen) durch war, scannten sich die Security-Menschen auch untereinander. Soll heißen: sie hatten Spaß. Wir quatschten noch mit dem Securiry-Menschen. Von der Mentalität auf Fiji können wir uns in Deutschland durchaus eine Scheibe abschneiden!

Dann ging es los. Beim Betreten des Rollfeldes wurden kleine Flaschen mit Flüssigkeit verteilt. Ich musste gestehen: ich hatte noch Bammel, nicht dass wir ins falsche Flugzeug steigen würden. Es gab auch keine Anzeigetafeln. Es gab auch weder einen Strumpf, noch einen Bus – man geht einfach über das Flugfeld. Und da stand sie dann: die Propellormaschine mit ihren exakt 19 Sitzplätzen.

Die Tür ist die Treppe. Es gibt keine Toilette, keine Stewards – dafür wäre kein Platz. Die Sitze waren so schon eng genug. Zum Glück war die Maschine halbleer, so konnten wir beide einen Fensterplatz ergattern.

Die Piloten begrüßten uns, doch wir verstanden sie nicht. Bereits auf dem Flugfeld waren die Propeller extrem laut. Ab auf die Landebahn. Der Typ hinter uns hielt sich die Ohren zu.

Das Flugzeug flog dann auch nicht so hoch, ist auch nicht so schnell. Sprich: Man kann die Korallenriffe im Wasser sehr schön erkennen. Und fotografieren.

Unter den Fluggästen gab es (nur) einen Einheimischen. Und wir kamen mit ihm ins Gespräch. Für ihn ist es der Rückflug auf seine Heimatinsel.

Dann überflogen wir fast unser altes Ressort – da hätte der Flieger aber auch einen Zwischenstopp machen können.

Es erscheinen viele kleinere, versprengte Inseln. Dann sahen wir Vanua Levu, die zweitgrößte Insel. Und wenig später Taveuni. Auffallend ist das satte Grün der Insel. Auf der verhältnismäßig kleinen Insel soll ein Großteil der Agrarproduktion stattfinden. Wir erkannten aus der Luft die Kokosplantagen.

Alle Bilder aus dem Überflug in einer Fotogallerie:

Dann landeten wir auf dem Flughafen Matei (Flughafencode: TVU). Der Flughafen selbst ist winzig. Im Grunde bestand er nur aus einem kleinen Imbiss- und Souvenirladen – und einem Schalter. Immerhin war die Landebahn bereits Asphalt. Die Koffer wurden ausgeladen, der unsrige war der letzte. Ab durch das Gitter und wir nahmen unseren Koffer in Empfang. Der Pilot stieg aus und überrreichte die Post.

Es warteten schon die Gäste für die Rückfahrt. Wir wurden gleich von Jim angesprochen, der uns nun zur Unterkunft fahren wird. Wir stiegen in den Geländewagen ein und fuhren los. Die Insel ist wahrhaftig grün und sehr tropisch. So stellt man sich das Paradies vor. Am Wegesrand sahen wir bekannte und unbekannte Obstbäume und Sträucher. Und schon wieder Zimmerpflanzen in extragroßer Ausführung. Papayas und Bananen wuchsen hier überall. Man muss nur die Hand ausstrecken.

Der Fahrer hupte ständig kurz auf. Manchmal einmal. Manchmal zweimal. Das soll soviel wie „Bula” heißen. Wer jemand warnen möchte, würde länger tuten. Viele winkten. Wir winkten auch. Hier kannte jeder jeden. Die Straße ist in diesem Abschnitt vollkommen in Ordnung, weit besser, als die Kings Road der Hauptinsel.

Kurz vor der Unterkunft gab es eine alte baufällige Brücke – also wurde einfach eine Umleitung gebaut. Oftmals bauen sie hier auch keine richigen Brücken mehr, sondern verlegen nur noch fette Rohre. Dann waren wir da! In unserem Ressort in Taveuni!

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