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Homepage von René Pönitz

Tokio: Shinjuku Gyoen Park

Nachdem wir in der Sommerhitze im Kokyo Gaien National Garden verweilten, fuhren wir anschließend zum Shinjuku Gyoen Park. Gegen kleines Eintrittsgeld gab es einen großen Park zum Verweilen. Ähnlich wie die anderen Parkanlagen ist auch diese aufwendig gepflegt. Allerdings gab es auch einige Liegewiesen.

Auf dem Lageplan gab es einen Abschnitt, der sich „Förmlicher Französischer Garten” nannte. Da der Park am anderen Ende lag, entschieden wir uns aus Zeitgründen dagegen. Was sicherlich schade war. Denn spannend ist es schon, was sich Japaner unter europäischen Gärten vorstellen. Wir blickten lieber auf den japanischen Teil.

Trotz dem bombastischen Wetters schloss der Park bereits um 17:30 Uhr.

Tokio: Kaiserpalast und Garten

Wir liefen vom Bahnhof Tokio hinüber zum Areal des Kaiserpalastes. Anfangs spendeten uns die Hochhäuser Schatten. An beiden Seiten der Flaniermeile sind drei bis vier Fahrspuren. Es ist zum Glück keine Rush-Hour, sondern Mitten am Tag. Und es war ein warmer Tag. Als wir die Hochhäuser hinter uns ließen, schwitzten wir um so mehr.

Wir standen auf einem riesigen Platz. Es ist der Vordergarten des Kaiserpalastes. Oder auch Kokyo Gaien National Garden. Nur anders als die anderen japanischen Gartenanlagen war es nicht besonders schön. Eher zweckmäßig. Viel asphaltierte Fläche. Es wirkt so, als war dieser Platz einst geschaffen worden, um Paraden abzuhalten.

Hinter einem Wassergraben blicken wir auf hohe Mauern. Und hinter denen ist der Palast des Kaisers. Leider war es ein ungünstiger Tag, da weder der Palast selbst, noch der Östliche Garten besichtigt werden konnten. So blieb der Blick nur auf die beiden Brücken und eben dieser riesige Paradeplatz.

Am Rande dieser weitestgehend sitzgelegenheitfreien Fläche gab es doch einige Bänke. Im Schatten. Der Mittag war für eine kleine Pause gerettet.

Tokio: Metropolitan Building vs. Roppongi-Towers

Wir waren also in den 23 Städten, die einst Tokio waren. Also wollten die endlosen Häusermeere von oben sehen. Dazu gibt es einige Möglichkeiten. Wir haben zwei genutzt:

  • Metropolitan Building, 45. Etage (Das ist das Gebäude der Präfekturverwaltung von Tokio)
  • Roppongi Hills Mori Tower, 53. Etage.

Der Vorteil des ersten: Es ist kostenlos. Der Vorteil des zweiten: Man kann es auch genießen.

Die Sonne drohte bereits mit ihrem Untergang – und inzenierte ein sehr schönes Abendrot:

Wir waren in Shinjuku, am gleichnamigen Bahnhof. Unzählige Menschen stiegen um – doch darauf blicken wir noch in einem anderen Artikel drauf.

Wir sahen das Tokyo Metropolitan Government Building:

Und wir sahen eine Menschenkette, an deren Ende ein Schild stand: Noch 30 Minuten Wartezeit. Und warteten. Entwegen mancher Erwartungen aus Europa waren es schnelle 30 Minuten. Also eher 20 Minuten. Die Fahrt im Fahrstuhl verging wie im Flug – und dann waren wir oben auf der Plattform.

Unzählige Menschen, vermutlich alles Touristen. Man drängelte um jede Fensterscheibe. In der Mitte gab es einen Touri-Shop, ein Café und einige wenige Sitzplätze. Wir ergatterten die Scheiben – und blickten in das Lichtermehr der Abenddämmerung der 23 Städte.

Wir sahen die Häuser von oben. Entspannend war es nicht, wenn jeder gegen jeden rempelte. Und ich wette, am Ende des Tages haben fast alle auch die selben Bilder gemacht.

Als wir wieder Platz für die nächsten machen wollten, gab es am Fahrstuhl die nächste Schlange. Noch mal ca. 10 Minuten warten.

Es war mittlerweile dunkel – und wir fuhren zum Roppongi-Tower.

Es gab hier keine Schlange. Nur eine Kasse. Und die wollten 1800 Yen pro Person (ca. 14 Euro). Aufgrund der Uhrzeit war die dazugehörige Galerie schon geschlossen, an der Höhe des Eintritts änderte das aber nichts. Wir zahlten – und durften in den Aufzug. Und waren allein.

Auf der Plattform gab es nur wenige Menschen. Dafür Sitzplätze mit Blick. Mit haben die Aussicht genossen. Und was macht man, wenn man in Ruhe in 237 Meter in die Ferne blicken kann? Richtig: ich reizte den 65x-Zoom meiner Digital-Kamera aus. In Richtung Flughafen Narida sah ich am Horizont ein helles Flackern. Und siehe da: eine Raffinerie wird sichtbar.

Es gibt noch viele weitere dieser Türme in Tokio (Siehe auch Die schönsten Aussichtspunkte und Rooftop Bars). Wir haben es bei den beiden belassen. Und freuten uns, zwei völlig verschiedene Plattformen an einem Tag mit sehr schönem Nachthimmel genossen zu haben.

Japan: Okonomiyaki (Restaurant)

Dieses Mal geht’s um Essen. Und zwei kleine erwähnenswerte Okonomiyaki-Restaurants in Hiroshima und Kyoto. Da Fisch nicht unbedingt so zentral auf unserer Speisekarte steht, eher Fleisch, haben wir diese Grillrestaurants besucht.

Nach einem langen Tag in Hiroshima suchten wir in der Nähe des Friedensparks nach etwas Essbaren. Unsere Telefone führten uns in eine kleine Nebengasse. Wir suchten den Laden und glichen Schriftzeichen ab. Als wir den Laden betreten haben, waren wir überrascht, wie klein er doch war. Ein typisches Teppanyaki-Restaurant. Zu deutsch: heiße Platte.

Der Küchenchef steht direkt an der großen, heißen Metallplatte in der Mitte des Raumes. Man kann entweder direkt an der Bar Platte sitzen, oder etwas weiter hinten an den 2-3 Tischen. Damit ist das Restaurant auch schon voll.

Wir wurden hereingewunken. Wir nahmen an der Platte Platz und bekamen die englische Karte, an der genau eine Variante auf Englisch beschrieben war: Pork, Egg, Cabbage, Soba (Buchweizennudeln). Wie wir später erfuhren, ist das der Klassiker in Hiroshima. (In der Region Osaka werden die Okonomiyaki dagegen leicht anders zubereitet.)

Die Essen wurden direkt vor unseren Augen zubereitet. Das Hauptwerkzeug waren kleine Spachteln, mit denen wir den Pfannkuchen Eierkuchen mundgerechte Stücke zerteilten. Später sahen wir, dass wir die Eierkuchen auch ohne Soba hätten bestellen können. Hätten wir das mal eher gewusst…

Preis: 1600 Yen (~12,50€) für 2 Personen.

Auch in Kyoto suchten wir im Ortsteil Gion nach einem langen Tag nach etwas Essbaren. Gar nicht so einfach – die Restaurants waren entweder teuer oder ausgebucht. Google schlug uns ein „authentisches” Restaurant vor, das sogar auf unserem Heimweg lag – Teppanyaki. Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen, dieses Soul Food noch einmal zu essen.

Als wir an der richtigen Hausecke stehen, fanden wir das Restaurant beinahe nicht. Ein kleiner Imbisstand mit dem Schild „closed” und 2 weitere Restaurants. Hmm. Als wir etwas ratlos davor standen, fragten uns die Gäste am Imbiss auf Englisch, ob wir etwas suchten – und wir standen doch direkt davor. Die Inhaberin, eine ältere Frau, konnte nicht glauben, dass jemand ihren Laden übers Internet gefunden hat und schüttelte mehrmals ungläubig den Kopf. In Japan, 2018.

Der Imbiss ist im Verhältnis zur Front von innen erstaunlich geräumig, aber genauso zugestellt, wie der in Hiroshima.

Da die Wirtin kein Englisch sprach, halfen die wenigen Gäste mit, uns zu bewirten. Für etwas Verunsicherung sorgten die rohen Eier, die auf den Bildern der Speisekarte abgebildet waren. Wir sind mutig und bestellen trotzdem. Glück gehabt – das Ei war gebraten. (Die Japaner haben es nicht so mit Lebensmittelfotografie)

Am Ende posierten wir zusammen mit der Wirtin vor ihrer heißen Platte und durften uns in ihre Gästebuch eintragen. Ganz analog.

Es waren zwei schöne Abende!