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Dokumente gliedern mit MS Word

Ein LaTeX-Dokument zu gliedern ist einfach: es gibt einen Satz Befehle, die in jedem Grundlagenbuch beschrieben sind. Ein section ist demnach immer ein Gliederungspunkt in der zweiten Ebene, nach der alle tieferen Ebenen wieder bei 0 anfangen zu zählen.

Ein HTML-Dokument zu gliedern ist auch einfach. Ein <h2>-Tag ist immer ein Gliedungspunkt in der zweiten Ebene — und mit bestimmten CSS-Eigenschaften kann man diese nummerierte Gliederung auch im Browser darstellen.

Eine Microsoft Word Datei sollte eigentlich auch ganz leicht zu gliedern sein. Ich kann einer Textabschnitt zuweisen, daß er eine Überschrift dritter Ordnung ist. Die Funktionalität kann man Word auch extra noch einmal erklären, was er wann zu tun hat:

Trotzdem meint manchmal Word, bestimmte Gliederungsstufen zu ignorieren. Da paßt die zweite Ebene nicht zur ersten und die dritte nicht zur zweiten, aber wenn man Glück hat zur ersten. Entfernt man die Nummerierungseigenschaften der Überschriften und fügt diese erneut identisch zu, paßt die zweite zur ersten, aber die dritte plötzlich zu gar nichs mehr. Und wiederholt man das Spielchen noch einmal, paßt die Dritte zur ersten und ignoriert die Zweite. Und investiert man noch einmal Zeit, erreicht man wieder Variante eins.

Und spätestens an der Stelle wünscht man sich LaTeX im Berufsalltag zurück — um sich wieder auf das Eigentliche konzentrieren zu können.

Bisherige Kommentare (8)

Kommentar von Matthias

> Und spätestens an der Stelle wünscht man sich LaTeX im Berufsalltag zurück &#8211; um sich
> wieder auf das Eigentliche konzentrieren zu können.
Und das soll sein, Latex zu lernen oder wie? Erklär' Du mal einem normalen Angestellten, warum er/sie ein normales Dokument nicht durch Klicken erstellen kann, sondern erst eine eigene »Programmiersprache« lernen soll. Und das nur, um ein paar Briefe zu erstellen. Ich sehe — abgesehen von Dokumenten mit mathematischen Inhalten — keinen wirklichen Vorteil von Latex gegenüber OpenOffice.

Kommentar von Nini

Muss ja theoretisch nicht ein striktes »entweder oder« sein. Es wäre doch schön, wenn man [Word|OO|whatever] Dokumente auch ordentlich im Quelltext bearbeiten könnte, trotz schöner GUI. Nur für den Fall, dass Word wieder so rumzickt.. Für Latex gibt es ja leider keinen guten WYSIWYG Editor. ;-(

Kommentar von René

@Matthias: Ich will jetzt eigentlich keine Grundsatzdiskusion starten. Mir geht es um die Erwartungshaltung. Und mir fällt es leichter, einem normalen Angestellen zu erklären, welche Vorteile er durch die Erlernung von LaTeX hat (insbesondere g-brief), als die Ursache des dargestellten Fehlers (sowie der unzähligen anderen) in MS Word 2003 zu beschreiben ...

@Nini: wenn man mit Spatzen auf Kanonen schießen will, könnte man live im Hintergrund bei jeder Änderung das LaTeX-Dokument neu rendern. In ein paar Jahren dürften das die Rechner von ihrer Leistung auch schaffen ;-)

Kommentar von Matthias

@Rene: Irgendwo scheint bei Latex eben doch ein Wurm drin zu sein. Was ist an dem Rendern so schwer, wenn es heutzutage eben noch nicht performant klappt? Wenn ich das mit (X)HTML vergleiche, so ist das heutzutage mit jeder uralten Gurke (100 MHz aufwärts) möglich, das in völlig akzeptabler Zeit zu rendern. Selbst live rendern ist mit 1 GHz aufwärts ohne Probleme möglich. Was darunter ist, weiss ich mangels »alter Gurke« leider nicht. Wo also steckt das Problem bei Latex?

Und das Lernen von Latex halte ich für einen durchschnittlichen Angestellten für schlicht unmöglich. Es reichen ja leider nicht die einfachen Formatierungen wie fett, kursiv etc. Man braucht auch ab und zu mal eine Tabelle, Grafiken oder evtl. sogar das Einbinden eines weiteren Dokumentes. Mit dem Erstellen eines Geschäftsbriefes aus einer SQL-Datenbank fange ich jetzt gar nicht mal an ;)

Kommentar von René

@Matthias: LaTeX ist auch für die Druckstufe ausgelegt. Zudem passiert auch beim Rendern auch etwas mehr als bei HTML (Silbentrennung, Absatzoptimierung, Verzeichnisse, PDF-Generierung).

Ansonsten gibt es Editoren, bei denen man Befehle nicht unbedingt kennen muß, man sieht sie nur im Dokument.

Was die Serienbrieffunktion angeht: hier sehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht das Problem. LaTeX-Dokument generieren und durch den LaTeX-Interpreter werfen (Vielleicht das Ergebnis auch gleich auf den Drucker werfen?)

Kommentar von ericpp

Matthias hört sich an, als habe er schonmal vergeblich versucht, Latex zu lernen... ;o)

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Vor zwei Jahren wollte eine Praktikantin ihre hübch unter Office for Mac erstellten Dokumente ins Office 2003 laden — wohlgemerkt: gleicher Hersteller. Das hat auch so weit funktioniert — bis auf die Dokumentengliederung. Was das an Nacharbeit kostete kann man sich leicht denken.

Und das sind auch die Momente wo es mir nicht mehr ganz klar ist, was dieser Hersteller tut. Aber vielleicht bessert es sich ja mit dem neuen XML- basierten Format. Zumindest kann man da auch im Quelltext arbeiten, wenn die GUI es zum Frecken nicht hinkriegen will.

Kommentar von Matthias

> Zudem passiert auch beim Rendern auch etwas mehr als bei HTML (Silbentrennung,
> Absatzoptimierung, Verzeichnisse, PDF-Generierung).
Und diese Funktionen machen also 90% des gesamten Rendering-Prozesses aus?

> Matthias hört sich an, als habe er schonmal vergeblich versucht, Latex zu
> lernen... ;o)
Wozu sollte ich Latex lernen? Aber Deine Aussage zeigt schon, dass es eben anscheinend doch nicht so einfach ist, mal eben Latex zu lernen.

@eric: Da Du (vermutlich) von dem Microsoft-Produkt sprichst: Du kannst nicht ein Office-Paket stellvertretend für alle anderen (womöglich wesentlich stabileren, kompatibleren und ausgereifteren) Office-Suiten runterziehen. Es gibt neben MS-Produkten auch andere Office-Suiten, die eben nicht die von Dir beschriebenen Probleme haben.

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