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Mini-Schneemänner

Auf einer Straßenbrücke hier in der Nähe wurde der Schnee genutzt, kleine putzige Mini-Schneemänner zu kreieren. Das hat etwas von StreetArt. Leider nach einem Tag schon wieder weg – aber es erfreute doch die Passanten im Vorbeigehen. Und zeigt, wie mit ganz wenigen Handgriffen Leute zum Schmunzeln und Fotografieren eingeladen werden. Auch in Corona-Zeiten.

Opferbeschuldigung bei Verkehrsunfällen (Ritterstraße)

Was stimmt mit manchen Menschen in diesem Viertel nicht, die so einen Quatsch hier an die Laternen kleben?

Da wurde vor vier Jahren eine Neunzehnjähige von einem rechtsabbiegenden LKW tödlich überrollt, weil ein LKW-Fahrer nicht aufpasste und die Vorfahrt nahm. Unsere Politik bekommt es immer noch nicht auf die Kette, Abbiege-Assistenten verbindlich vorzuschreiben. Die Stadt bekommt es ebenso nicht auf die Kette, die Radwege besser an Kreuzungen zu führen. Und nun schiebt hier jemand die Verantwortung den schwächeren Verkehrsteilnehmern zu – inklusive der Andichtung von Musik beim Fahren hören.

Sorry, wer am Steuer eines LKWs sitzt, muss sich den von ihm ausgehenden Gefahren bewusst sein. Und wer dazu nicht in der Lage ist, muss sich halt einen anderen Job suchen.

Die Fahrradspur im Sievekingdamm

In Sachen Radinfrastruktur ist Hamburg alles andere als eine Vorzeigestadt, eher das abschreckende Beispiel. Schaut man sich die Straßen kann, so bekommt man nicht gerade den Eindruck, als hätten im letzten Jahrzehnt die Grünen sechs Jahre mitregiert. Das aktuelle Beispiel der geschützten Radspur im Sievekingsdamm ist wieder ein halbgarer Ansatz – und das hilft niemand weiter.

Geschützte Radspuren (Protected Bike Lanes) erleben derzeit einen Trend. Mittels Poller werden einzelne Fahrspuren abgetrennt – der Radverkehr ist darin geschützt. Da dafür Fahrbahnen nicht umgebaut werden müssen, ist diese Maßnahme schnell und günstig realisierbar. Und das dachte sich wohl auch der rot-grüne Senat in Hamburg – und ließ im nördlichen Teil einen Abschnitt von ca. 300 Meter einrichten. Das habe ich nun einmal live angeschaut.

Wie war die Lage vorher? Es gab einen breiten Fußweg – auf dem Längsparken erlaubt war – und der Radweg führte genau dahin. Da allerdings fast alle neben dieser Spur querparkten, war die eigentliche Spur sogar für Radfahrende in der Regel befahrbar.

Ich stand also in der Kreuzung zu Saling. Ich wurde auf den Fußweg nun geführt – mit gelbmarkierten Strichen. Da fehlten – wie überall in Hamburg – ein paar Platten. Also wurden diese notdürftig aufgefüllt. Der reinste Flickenteppich:

Nach einigen Metern wird dieser Radweg recht abrupt auf die geschützte Radspur überführt:

An der Kreuzung Auf den Blöcken ist dann Schluss:

Wo soll ich als Radfahrer nun optimalerweise fahren? Soll ich

  • auf den schmalen Radweg fahen – in der Dooring-Zone der Falschparker, wo ich am Ende schon einen halb auf dem Radweg stehen sehe? Ein blaues Schild finde ich hier nicht…
  • oder soll ich auf der Fahrbahn fahren?

Man wird hier von der geschützten Radspur in den Mischverkehr auf einer Hauptstraße entlassen. Die schlechteste aller Optionen. Und damit verpufft die gesamte Idee. Unsichere Radfahrer werden diese Strecke wohl nur einmal fahren.

Wer nun aber auf die Grünen schimpft, sollte aber bitte schon auf die Wähler in Hamburg schimpfen. Dass Grüne grüne Politik in Hamburg schon lange aufgegeben haben, war vor der Wahl bekannt – und trotzdem gewannen sie an Zulauf.

Corona-Radtouren durch Hamburg

Durch die Corona-Krise gilt ja vor allem Stay-at-Home. Oder viel wichtiger: Stay-Alone. Wenn die Decke auf dem Kopf fällt, dann ist das Fahrrad ein gutes Werkzeug zum Sonne tanken, bewegen und frische Luft holen – auch das sollte dieser Tage nicht unterschätzt werden. Aber man sollte auch die Punkte meiden, wo möglichst viele Menschen unterwegs sind. Ein Gang zur Alster ist die denkbar blödeste Idee. Zubmindest bei dem Andrang da…

Also gehen meine Touren eher an den Rand der Stadt. Und trotz aller Wehwehchen mit der nun wirklich bescheuerten Fahrradinfrastruktur in Hamburg, so gibt es hier und da durchaus Perlen! Und so manche kleine Bachläufe kennengelernt

Öjendorf / Wandstal (31km)

Grob entlang der U2 zum Öjendorfer Friedhof bzw. Park und via Wandsetal zurück

  • Start am U-Bahnhof Burgstraße
  • Mit Velo-Route 8 bis Horner Rennbahn
  • Entlang U2 bis Schleemer Bach (Die Strecke ist stellenweise komplett neu gemmacht – und lässt sich gut fahren)
  • Schleemer Bach / Jenfelder Bach / Teilweise Velo-Route 14 (Der Weg an der U-Bahn endet am Schleemer Bach. Ab Da kann man dem Bach folgen. Bei der Glinder Straße teilt sich der Weg – und entlang des Jenfelder Baches fährt man östlich des Friedhofes entlang)
  • Öfendorfer Friedhof (Es gibt mehrere Straßen im Friedhof, sogar der Bus hat mehrere Haltestellen)
  • Öjendorfer Park (Vorsicht beim Imbiss im Nordosten – zu viele Leute)
  • Bruhnrögenredder (A24 queren)
  • Schleemer Bach (Auf der Barsbüttler Straße stadtauswärte hinter dem Tierfriedhof reinfahren)
  • Hohenhorstpark / Alt-Rahlstedt
  • Zum Wandsetal – und dieses komplett zurück via Pulverhofpark, Eichtalpark und Eilbekpark (Im äußeren Bereich wenig Querstraßen, innerhalb des Ringes 2 zu viele Leute)

Geestacht (82km)

An der Elbe bis Geestacht und über Bergedorf zurück

  • Start am Hauptbahnhof
  • Oberhafen-Connection (Grenzwertig viele Leute unterwegs)
  • Entenwerder
  • Kaltehofe (Sehr schöner Weg – auch sehr breit)
  • Tatenberger Schleuse / Dove-Elbe
  • ab da Entlang der Elbe (Fast komplett Straße. Es gibt freigegeben Fußweg, aber sobald Fußgänger ihn benutzen, sind die Abstände nicht mehr einhaltbar)
  • Bis Wohnmobilstellplatz Geestacht
  • B404 (Stellenweise grenzwertig zu befahren, viel Verkehr)
  • Etwas quer feld ein (u.a. Radelsweg, Speckenweg, Horster Damm – aus Ausweg zur B404)
  • Brookdeich (Angenehme Nebenstraße)
  • Grünzug entlang der Bille (Schöner Grünzug)
  • Bobberger Niederung (Ich bin dieses mal nördlich des Flugplatzes vorbei – der eigentliche Weg ist südlich)
  • Radweg entlang B5 (Teilweise sehr gut ausgebauter Weg, stellenweise nur Platten)
  • Horner Park

Wilhelmsburg / Bunthäuser Spitze (42km)

Eine Runde durch Wilhelmsburg mit dem Ziel der Bunthäuser Spitze

  • Start: Hauptbahnhof
  • Oberhafen-Connection (Grenzwertig viele Leute unterwegs)
  • Elbbrücken (ich verfluche die Enge – und hoffe, dass kein Gegenverkehr entgegenkommt)
  • Peute (Großes Industriegebiet. Außerhalb Corona wohl eine NoGo-Area wegen zu viel Schwerlastverkehr. Gehweg für Radverkehr freigegeben)
  • Verlauf der Norderelbe (der Fußweg ist freigegeben, aber da hier einige Radelnde unterwegs sind und er auch nicht die Breite hat, lieber Straße. Da die Straße nur die paar Dörfer anbindet, ist die Straße hier ok)
  • Bunthäuser Spitze mit Leuchtturm (Da, wo die Elbe sich in Norder- und Süderelbe trennt, steht ein alter, kleiner Leuchtturm. Man darf nicht über den Campingplatz rein, sondern der Weg, der beim Eingang um das Areal herum führt. Man kann auf den Leuchtturm die ca. drei Meter hochsteigen)
  • Verlauf der Süderelbe inklusive Unterquerung von A1, Eisenbahn, B75 und Alter Harburger Brücke)
  • Pollhorner Deich (Normalerweise viel Schwerlastverkehr, Corona-bedingt geht es)
  • Loop (bis zum Reiherstiegsknie)
  • Reiherstieger Hauptdeich
  • Klütjenfelder Hauptdeich
  • Veddeler Brückenstraße
  • Elbbrücken (und wieder hoffen…)

Ohlstedt (54km)

  • Start: U Wartenau
  • Fahrradstraße Uferstraße am Eilbekkanal (brechend voll, leider. Am besten meiden)
  • Stormarner Straße (als Umfahrung der Wandse)
  • ab Ring 2: Entlang der Wandse u.a. durch Eichtelpark
  • Im Bereich Zwischen den Auen Abbiegen auf Berner Au / Kupferteich
  • Ab U Oldenfelde entlang der Bahn
  • Volksdorfer Wald
  • Am Volksdorf verläuft westlich der U-Bahn der U-Bahnwanderweg bis zur Endstation
  • Ab Ohlstedt: Kleinbahn-Wanderweg bis Wohldorf
  • Wohldorfer Wald
  • Retour via Alster (u.a. Rodenbeker Quellental – hier gibt es unerwartet steiles Gefälle, Hochenbuchenpark, …) bis Außenalster

Alsterquelle (68km)

Die Alster ist in Schleswig-Holstein ein sehr unscheinbarer Rinnsal. Und erwartet nicht unbedingt etwas fließendes. Es ist eher eine stille Quelle. Mit einem Gullideckel aus Bronze, der zur Zeit unter Wasser steht.

Und so ist auch die Quelle in der Nähe von Henstedt.

  • Holperpisten im Bereich Adolph-Schönfelder-Straße und Saarlandstraße
  • Radweg Pergolenviertel (ca. 1,3km echt guter Radweg)
  • Ab Flughafen gibt es separate Wege, teils über Nebenstraßen. Sehr angenehm.
  • Langenhorner Chaussee (teilweise über Radweg neben der Straße)
  • dann entlang U1 bis Norderstadt-Mitte (häufig wechselt die Seite), weiter entlang AKN-Bahn
  • In Höhe von A Friedrichsgarbe entlang Hauptstraße (Ulzburger Straße – nicht sehr schön)
  • Via Henstedter Weg und Norderstedter Straße bis zum Ziel

Zurück:

  • Über Waldstück/Felder bis A Friedrichsgabe
  • Rantzauer Forst
  • Hartagen/Styhagen (schöne, leere Nebenstraße. Echt guter Asphalt!)
  • ab Ring 3: westlich von Niendorf ist durchgehender Grünstreifen bis Niendorfer Gehege
  • Güterumgeheungsbahn (Auch eine sehr schöne Strecke)
  • Entlang des Kanals Tarpenbek, führt zum Haynspark
  • Eppendorfer Landstraße / Klosterstern / Außenalster

Blankenese (45km).

  • zur Alster, weiter über Leinpfad
  • Durch Haynspark, da gibt es Grünzug entlang Tarpenbek/Eppendorfer Mühlenteich
  • Weiter entlang Tarpenbek und Kollau – hier gibt es etliche Kilometer durchgehender Weg ohne Kreuzungen (sehr parallel zur Güterumgehungsbahn). Sehr schön.
  • Nach Querung der Autobahn ist die Ausschilderung irritierend (Einer der Wegweiser zeigt auf ein Freibad – wo man nicht weiter kommt. Ich nahm die Ausschilderung Richtung Stellingen
  • Entlang Düngelau bis S Stellingen
  • Quer durch Altonaer Volkspark
  • Am Desy vorbei, Blomkamp ist angenehme Nebenstraße
  • Via Simrockstraße und Elbchaussee bis hinter zum Strandweg
  • Von da Retour entlang der Elbe via Övelgönne, St. Pauli Fischmarkt

Fazit

Bei allen Touren habe ich die Erfahrung gemacht: je weiter draußen man ist, um so weniger Leute sind unterwegs – und es fährt sich alleine schon deshalb entspannter. Vor allem werden die Abstände da auch eher eingehalten.

Ich habe viele entfernte Parks und Grünanlagen kennengelernt, von denen ich bisher kaum Kenntnis hatte. Es gibt viele kleine Rinnsale, an denen man radeln kann. Viele nimmt man gar nicht wahr – und oftmals sind diese Grünanlagen auch ganz gut miteinander verbunden. Man muss sie nur finden. Und viele der Wege habe ich beschrieben.

Arnsdorf, die 3.

In der letzten Woche ist erneut Arnsdorf bei Dresden zu unredlicher Berühmtheit dank des Braunen Mobs geworden. Und zwar nicht, weil es das braune Gesindel noch gibt, sondern dass auch die rechtsstaatlichen Prozesse offensichtlich nicht mehr funktionieren. Und die sächsische SPD kommunikativ völlig versagte.

Was war passiert? Vor reichlich drei Jahren stürmten vier Irre in Arnsdorf eine Kaufhalle, in der es eine Meinungsverschiedenheit mit Sprachbarriere zu Mobilfunkguthaben gab und fingen eine Schlägerei an. Als die Polizei eintraf, fand sie einen Menschen, der gerade in der Nervenklinik in Behandlung war, vor, der mit Kabelbindern an einem Baum befestigt wurde. Der Polizeipräsident griff danach noch mächtig in die Scheiße, der dieses Vorhaben als sinnvoll bzw. notwendig abhandelte, obwohl Freiheitsberaubung ganz klar eine strafbare Handlung darstellt.

Der Fall kochte 2017 erneut auf, als das Strafverfahren eingestellt worden war, bei der es unter anderem Drohungen gegen den Staatsanwalt gegeben haben soll (siehe Straffreie Fesselspiele).

Danach wurde es wieder ruhig um Arnsdorf, zumindest bekam ich davon wenig mit. Das meist stand nur hinter einer Bezahlschranke der Sächsischen Zeitung.

Die Bürgermeisterin positionierte sich zu den unredlichen Vorfällen, wurde bedroht und nahezu allein zurückgelassen. Der braune Mob tobt und bedroht. In dessen Folge gab eine politische Fraktion („Buntes Arnsdorf”) schon auf. Und die Bürgermeisterin bekam einen Burn-Out.

Mitte Oktober erschien in der Taz ein Interview mit ihr, dass den Titel trug: Jetzt stehst du ganz alleine da

Unbedingt Lesenswert!

Der sächsische Innenminister fordert Kommunalpolitiker auf, Anzeigen zu stellen. Die folgten. Doch es gab kaum Unterstützung oder Ermittlung durch die Polizei.

Noch viel erschreckender finde ich die SPD, die es in dieser Zeit nicht schaffte, sich klar hinter ihre Bürgermeisterin zu stellen. Das erinnert ein wenig an den Mordfall Walter Lübcke, wo die CDU nicht die Kurve bekommt, klar Haltung einzunehmen.

Als ich am 21.11. die Webseite der SPD im Landkreis Bautzen aufruf, stellte ich fest, dass ihr Name nicht mehr auftauchte. Wie ausradiert. Selbst im Vorstand, wo sie am 13.11. noch aufgeführt wurde, ist sie verschwunden. Erst durch Nachfrage, fühlte sie die SPD genötigt, überhaupt ein Statement abzugeben:

Martina Angermann hat als Bürgermeisterin in Arnsdorf einen großartigen Job gemacht. Ihre Position gegenüber den Angriffen auf die Demokratie ist untadelig und verdient unsere Solidarität. Martina Angermann bat aus persönlichen Gründen von der Aufgabe im SPD Kreisvorstand entbunden zu werden. Daher findet Ihr sie nicht mehr auf der Vorstandsseite.

Tolle Worte. Nur komplett zu spät. Und nicht nur der Kreisverband. Als das Kind in den Brunnen gefallen war, wachten einige in der SPD auf. Zu spät: Denn die Braunen hatten ihr erstes Etappenziel geschafft: Einen Abwahlantrag im Gemeinderat, dem die Bürgermeister durch einen Antrag auf vorzeitigen Ruhestand zuvorkam.

Sachsen im Jahre 2019.

Warum Hamburg nicht diesen Radentscheid braucht

Im ersten Teil schrieb ich, warum Hamburg einen Radentscheid (und vor allem ein Mobilitätsgesetz) braucht, in diesem Teil beschreibe ich, warum es nicht diesen benötigt.

Nach gut eineinhalb Jahren Arbeit habe ich mich aus dem Team zurückgezogen. Als einstiger Gründer spricht so eine Entscheidung durchaus Bände. Ich war auch nicht der Erste, der sich zurückgezogen hat. Auch andere in der Hamburger Fahrradszene aktive zogen sich zurück. Während ich letztes Jahr auf Weltreise war, nutzte ich die Gelegenheit, von außen auf das Team zu blicken.

Warum Hamburg einen Radentscheid braucht

(Radentscheid = Volksentscheid zur Verbesserung des Radverkehrs)

Dies ist der erste Teil. Der zweite Artikel trägt den Titel: Warum Hamburg nicht diesen Radentscheid braucht. Und im Dritten erläutere ich die Ziele.

Vielleicht hat es der eine oder andere schon mitbekommen: meine Wege führten mich Ende 2016 nach Hamburg. Daher endete auch meine aktive Mitarbeit beim Volksentscheid Fahrrad in Berlin. Allerdings war in meinem Koffer die Idee, so einen auch in Hamburg anzustoßen. Aus Gründen! Mit dem Beitrag möchte ich einiges zur Motivation sagen, zu meiner bisherigen Einschätzung und was ich aus Berlin mitgenommen habe.

Die A100-Verschwörung von Treptow

Zwei Meldungen, die ich in diesen Tagen so beiläufig aufgeschnappt habe:

  • Auf der Elsenbrücke wurden Risse in der Konstruktion festgestellt – allerdings nur in der östlichen Fahrbahn (also Richtung Friedrichshain) – Siehe Berliner Zeitung
  • Das Kino am Treptower Park soll abgerissen werden, auch wenn der Inhaber noch nichts davon weiß (siehe Berliner Zeitung)

Hoppla, da ist zur Zeit der Weiterbau der A100 politisch nicht durchzusetzen – und plötzlich hat die Elsenbrücke Risse. Aber auch nur auf der Seite, deren Abriss nötig wäre, um die A100 durchzuziehen – denn der Abstand zwischen Elsenbrücke und Bahnbrücken ist zu gering.

Selbstverständlich wird der Radstreifen gestrichen, Fußgänger werden auf den Gehweg verbannt. Die BVG kappt die Busverbindungen und schneidet den Treptower Park ab. Ganz so, als ist das Mobilitätsgesetz noch nicht in den Köpfen der Verwaltung angekommen. Nun kommt Bezirksbürgermeister Oliver Igel angerannt – und fordert den Weiterbau der A100:

Die Probleme mit der Elsenbrücke zeigen uns, in was für einem Dilemma wir stecken. Da brauchen wir nicht den Bau einer Behelfsbrücke an dieser Stelle. Dann wird dort in ein paar Jahren wieder gebaut und die Autofahrer stehen in unserem schönen Treptower Park im Stau. Der Weiterbau der A 100 nach Friedrichshain ist im Bundesverkehrswegeplan bereits enthalten. Wir sollten dafür jetzt das Planfeststellungsverfahren in die Wege leiten.

Ich bin kein Freund von Verschwörungen, aber hier kam der Riss manchen wohl zu gelegen, um das aktuelle Leid mit noch schrägeren Forderngen zu verbinden. Es ist kein Geheimnis, dass Oliver Igel kein Freund der Verkehrswende ist. Ansonsten würde er nicht darauf hinarbeiten, dass bei künftigen Rissen die Auswirkungen noch dramatischer ausfallen werden.