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Model vs. Realität - Weltjugendtag

Aus der Lehrveranstaltung Informatik und Gesellschaft von Prof. Pfitzmann:

Wenn sie einen Unterschied zwischen Model und Realität feststellen, was würden sie dann ändern? [kurze Denkpause] Nun, jeder vernünftige Mensch würde natürlich sagen: das Model! Informatiker fangen jetzt erst einmal an, zu überlegen.

Aber schlimmer als die Informatiker ist die katholische Kirche: sie hält an ihrem Model fest, bei dem sich die Realität über die Jahrhunderte schon meilenweit entfernt hat. Und das hat sie wieder einmal zum Weltjugendtag bewiesen: Surfen ohne Sünde.

Aber wer Zensur betreibt, wird dabei nicht unbedingt seine Ansicht durchdrücken können. Im Gegenteil: bei der Veranstaltung hat die Kirche die Möglichkeit, mit ihren Ansichten die Leute zu überzeugen. Wenn aber die Diskussion gesperrt wird (wie eben hier durch Informationsbeschneidung), verlagert sich lediglich der Diskussionsort — und dann scheidet die Kirche als Diskussionspartner aus. Zugegeben: so ein veraltetes Model verkauft sich schlecht, aber es verkauft sich noch schlechter, wenn keiner auf die Fragen der Kunden eingeht!

Bisherige Kommentare (1)

Kommentar von Stephan

von http://www.heise.de/newsticker/meldung/62943:

"Nachfragen von heise online ergaben allerdings, dass der Teufel in diesem Fall wohl eher im Detail steckt: Die Kölner Weltjugendtag gGmbH hatte als Veranstalter des Kirchenfestivals einen Auftrag zur Installation der Kommunikationsinfrastruktur öffentlich ausgeschrieben und dabei auch Sicherheitsvorkehrungen wie Viren- und Content-Filter für die Internet-Nutzung verlangt. Den Zuschlag für das internationale Großereignis erhielt schließlich der Kölner Carrier NetCologne. Ähnlich wie etwa bei der zentralen Administration des Kölner Bildungsservers setzte NetCologne eigenen Angaben zufolge standardmäßig Filter, die den Zugriff auf Porno- sowie Gewalt-und Nazi-Seiten unterbinden — mit der Folge, dass auch viele Seiten nicht geöffnet werden können, deren Beschreibung die Buchstabenfolge sex (wie in Homosexualität) enthält.

Diese Filter waren bis zum gestrigen Abend aktiv und sorgten laut Nina Schmedding, stellvertretende Sprecherin des Kölner Weltjugendtages, für das »große Missverständnis«. Keineswegs habe man vorgehabt, die Arbeit der mehr als 6500 akkreditierten Journalisten aus aller Welt zu zensieren, erklärte Schmedding. Möglicherweise seien aber die Filter zu streng eingestellt gewesen. Inzwischen seien die Internet-Zugänge jedoch »voll geöffnet«. Judith Schmitz von NetCologne bestätigte gegenüber heise online, dass die Veranstalter des WJT nach ersten Beschwerden über die eingeschränkte Nutzung des Internet die Anweisung gegeben hätten, die Filter zu öffnen. Die These, man wolle Journalisten beim Weltjugendtag davon abhalten, nach kirchenkritischen Inhalten zu fahnden, dürfte vor diesem Hintergrund also wohl kaum haltbar sein."

Also nix mit Zensur.
Gruss Stephan

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