U5 - und die Ausdünnung des Busverkehres
Für den kommenden Regionalausschuss am 09.11. gibt es eine Eingabe, die sich mit der Zukunft der Linie 172 beschäftigt
Mit großer Besorgnis habe ich aus den Gutachten zur Nutzen-Kosten-Untersuchung der neuen U5 erfahren, dass nach deren Fertigstellung wesentliche Teile der Buslinie 172 – insbesondere zwischen Barmbek und der Mundsburger Brücke – ersatzlos gestrichen werden sollen.
An sich ist die Information nicht neu, sie wurde 2023 im Transparenzportal der Stadt im Rahmen der Kosten/Nutzenanalyse für den U-Bahn-Bau veröffentlicht
Warum es jetzt auf die Agenda kommt? Vermutlich wegen einem neueren Artikel in der taz (und sehr wahrscheinlich, weil die Linke wieder gegen die U-Bahn mobilisiert)
Aber zurück zu diesem Gutachten: es stehen zahlreiche Linien zur Disposition:
In diesem Gebiet würde es auch die Linien 6, 17 und auch die inzwischen nicht mehr existente 173. Westlich der Alster betrifft es vor allem Linie 4 und 5.
Die Liniennummern sind teilweise veraltet und beziehen sich wohl auf das Jahr 2016. Seit dem gab es ja natürlich schon einige Linienveränderungen. Bemerkenswert ist die Linie X22, die schon im Plan enthalten war (obwohl sie erst 2020 eingeführt wurde).
Allerdings ist diese Tabelle kein Grund für Panik. Die Kosten-Nutzen-Analyse dient vor allem dem Zweck, diesen Bau wirtschaftlich zu rechnen. Nicht, damit damit sich Hamburg anlügt, sondern damit es Geld vom Bund für ÖPNV-Zuschüsse gibt. Und wer Geld gibt, gibt auch die Spielregeln. Und natürlich gehört dazu, dass unmittelbare Parallelverkehre dann nicht mehr fahren müssen. In Hamburg wurde dies aber etwas mehr als großzügig gerechnet.
Das ist also nicht gleichzeitig ein Todesurteil für die Linien bzw. Linienabschnitte. Aber das Risiko besteht. Und darüber ist die Debatte wichtig. Jetzt können wir noch ein- und gegenwirken.
Würden bspw. die Linien 6 und 17 im Gebiet Uhlenhorst abgeschafft werden, würde teilweise Wege von bis zu 1 Kilometer zurückgelegt werden, um den U-Bahnhof Beethovenstraße zu erreichen. Damit sind diese Gebiete nicht mehr öffentlich erschlossen. Umgekehrt ist gerade dieser dichte Berufsverkehr auf 6/17 dann wirklich nicht mehr nötig. Durch die fehlende U-Bahn fahren die Busse da im Berufsverkehr im 3-Minuten-Takt.
Was wäre also ein realistisches Szenario für Uhlenhorst / Barmbek-Süd?
- Entfall der Linie 6
- Unveränderter Betrieb der Linie 17 (im 10er Takt)
- Der X22 ist strategisch und wird unverändert betrieben (er kreuzt nur die U-Bahn)
- Die neue Linie 18 dürfte wegen Biedermannplatz notwendig bleiben, würde damit Zubringer zur U5 werden. Allerdings wird der Bedarf in Richtung Zentrum entfallen (wenn Linie 17 fährt)
- Die Linie 172 wäre in der Jarrestaße obsolet, wenn die Linie 17 fährt. Dann wäre lediglich der Bereich Schumann/Bach/Mozart offen
- Denkbar wäre eine neue Haltestelle der Linie 18 zwischen Schumann- und Bachstraße.
- Ein komplett neuer Linienlauf? Bspw. von Alster kommend via Zimmerstraße die üblichen Wege in die Barmbeker Straße – und dann von der Barmbeker direkt in den Wiesendamm (Da oben gibt es eine Haltestelle, die derzeit nur vom Nachtbus angefahren wird).
- Neue Linienführung der 261 (Die Linie fährt eh schon kreuz und quer, um irgendwelche Lücken abzudecken. Da kommt es auf eine weitere Ecke auch nicht mehr an)
Das sind aber erst einmal nur meine Gedanken. Bis es soweit ist, vergehen noch viele Jahre. Denn man kann erst dann Linien einstellen, wenn auch die U-Bahn fährt. Aber es ist gut und wichtig, dass wir uns über unsere künftigen Linien auch mit der U5 Gedanken machen müssen. Und vielleicht ersetzen wir ersetzen wir bis dahin noch den einen oder anderen Bus durch eine Straßenbahn?.


