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Erinnerung ans Studium

Eines der einprägensten Zitate während meines Studiums stammte von einer Laborbetreuerin:

Wie kann ein Mensch nur so eine E-Mail denn zweimal öffnen?

Es war im vierten Semester. Ein Praktikum fiel aus. Der Professor, der die Hoheit auf ein Labor hatte, legte ein Rechnerpool komplett lahm, nach dem er – mit vollen Administratorrechten in der Domain – eine verseuchte E-Mail öffnete und den Virus auf den Rechnern verteilte. Das Labor war daraufhin eine Woche gesperrt.

Das Zitat fiel zwei Wochen später.

Das Halbzeit-Studium, das doppelt so lange dauert

Als ich vor fünf Jahren in England war, lernte ich bereits sogenannte Halbzeitstudenten kennen. Studenten, die nur die Hälfte ihrer Zeit studieren und die andere Hälfte arbeiten. Teilweise, weil sie bereits vorher schon einen Job hatten und das Studium nebenbei absolvieren, teils aber auch zur Studienfinanzierung, z.B. für die dortigen Studiengebühren. Auf jeden Fall waren die Halbzeitstudenten anstrengend – wenn man mit Ihnen zusammenarbeiten mußte. Sie waren dann meist nur an zwei Tagen präsent, die andere Hälfte teilweise in anderen Städten. Dabei wurde es hingenommen, daß ein Bachelor dann gute sechs Jahre dauerte. Vom Idealkandidaten der Wirtschaft (25 Jahre, Diplom, fünf Jahre Berufserfahrung) ist man damit noch weiter entfernt als wir.

Nun soll es solche Studienangebote auch in Deutschland geben, die Uni Heidelberg macht den Vorstoß.

Ich frage mich, wozu wir in Deutschland eigentlich vor Jahren das BAföG eingeführt haben? Das soll eigentlich den Lebensunterhalt sicher stellen, damit sich Studenten auf ihr Studium konzentrieren können – und nicht in die Lage versetzt werden, für die Finanzierung des Studiums selbiges in die Länge zu ziehen. In dem Kontext ist auch der Titel des Artikels völlig absurd: »Studierende sollen ohne Druck jobben«.

Die Universität der Informationsgesellschaft

Welche Universität in Deutschland ist für so einen Titel eigentlich würdig? Nunja, da wir alle in der selben Gesellschaft leben, wären es wohl alle oder keine. Aber doch scheinen Marketingexperten da anderer Meinung zu sein – und dann entseht beispielsweise so eine geistreiche Stilblüte:

Die Universität Paderborn ist mit dem Alleinstellungsmerkmal »Die Universität der Informationsgesellschaft« in der deutschen Hochschullandschaft fest verankert.

Und untermauert wird so eine These durch die Vergabe von Mini-Laptops – natürlich von der Wirtschaft gesponsert (und nicht etwa von Studiengebühren). Und natürlich an die reibungsfreien Universitätsabläufe angepaßt (Seite 1 und 2).

Aber mal im Ernst: hat eine Universität heute so ein Marketinggefassel wirklich nötig?

Lösch den Spam doch selber

Ich weiß zwar nicht warum mein elektronisches Postfach an meiner Auslandsuniversität nach über drei Jahren immer noch nicht gelöscht wurde – und so komme ich noch in den Genuß zahlreicher Ankündigungen, Warnungen, Fristhinweisen und natürlich auch Spam. In letzter Zeit schickt da andauernd jemand Ankündigungen des lokalen Theathers herum.

Ich zitiere die Fußzeilen:

If you wish to stop receiving these e-mails, outlook users please go to Tools, Rules Wizard select 'New Rule' and click on 'move message with specific words in subject'.

The specific words should be 'Arena Theatre' and the specified folder should be 'Deleted Items' – you can also select permanently delete message should you so wish.

Fröhliche Weihnachtspost

Mein E-Mail-Account in Wolverhampton existiert immer noch und so bekam ich in der Vorweihnachtszeit wieder eine aktuelle Zuordnung zwischen allen Informatikstudenten und deren E-Mail-Adressen, im Anhang eine eher nichts aussagende Datei im Flashformat. Und weil E-Mails mit 3000 Empfängern in Mode sind, schickten auch gleich drei weitere ihre Glückwünsche hinterher – selbstverständlich an die gesamte Liste.

English Version

My email-account in Wolverhampton is still working. In the pre-Christmas period I got an actual relation between IT-students and their email-addresses again, the attachment was just a meaningless flashfile.

But emails with 3000 recipients are trend-setting, so three other send their wishes to the whole list egain.