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Weltkulturerbe adé

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat mit einem Beschluß vom 9. März grünes Licht für den Bau der sogenannten Waldschlößchenbrücke — und damit indirekt der Aberkennung des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal gegeben.

Bisherige Kommentare (13)

Kommentar von Dr. Oliver Hensel

Für Dresden ist die Entscheidung des OVG Bautzen vom 13.03.2007 katastrophal. Was in Jahrhunderten an Kulturlandschaft entstanden ist, wird durch ein kurzsichtiges Verkehrskonzept zunichte gemacht. Wie wurden Abrisse von historischen Gebäuden, die Großflächenenttrümmerung und andere Schandtaten zu DDR-Zeiten von denen nach der Wende gegeißelt, die heute nach dem Brückenbau rufen. Trotz der DDR-Bausünden haben wir den Welterbetitel und dennoch wird er auf's Spiel gesetzt. So viel Scheinheiligkeit ist nicht mehr auszuhalten. In der unsachlichen Diskussion ist doch nie ernsthaft nach einem Komporomiß, z.B. ein Tunnel, gesucht worden. Hier geht es nicht mehr um Dresden und seine zauberhafte Stadtlage, hier geht es um Kurzsichtigkeit und und Kulturlosigkeit. Aber wahrscheinlich wollen es die Bürger der »Kultur«-Stadt Dresden nicht anders, sonst würde jetzt ein Aufschrei durch die Stadt gehen. Ich bin Dresdner und bin äußerst unglücklich darüber, mit welcher Ignoranz vor Dresdens Geschichte (einschlißelich der furchtbaren Zertsörung 1945) hier unter dem Dekmantel der Demokratie entschieden und gehandelt wird

Kommentar von Marcus

Hallo!

Die Kultur ist die eine Seite. Die andere Seite der Medaille ist, dass Dresden in seiner wirtschaftlichen Entwicklung durch das Nichtvorhandensein der Brücke eingeschränkt ist und sich nicht optimal weiterentwickeln kann.
Vielleicht sollte man andere Wege gehen, um das Verkehrsproblem zu lösen!? Untertunnelung o.a.!?

Gruß,
Marcus

Kommentar von René

Kannst du mir erklären, wie sich Dresden durch den Nichtbrückenbau nicht optimal entwickeln kann. Entwickelt es sich nur mit Brücke optimal? Entwickelt es sich überhaupt optimal? Und würde es sich nicht noch optimaler entwickeln, wenn man noch zwei weitere Brücken baut?

Aber mal im Ernst: welches Verkehrsproblem hat Dresden, daß mit der Brücke gelöst werden soll?

Ein persönliches Resumée, was ich aus DER Podiumsdiskussion zur Brücke Ende Januar gezogen habe: die Tunnellösung ist auch nicht der Stein der Weisen. Ein Tunnel hat stets etwas bedrückendes, zudem auch höhere Wartungskosten. Wenn schon etwas gebaut werden sollte, dann Brücke vor Tunnel. Aber es gibt auch schöne Brücken — und kleinere. Nichts desto trotz: welches Verkehrsproblem?

Kommentar von Matthias

»Nichts desto trotz: welches Verkehrsproblem?«
Du bist anscheinend noch nie in einer anderen Stadt Auto gefahren, oder?
Wenn ich Dresden mit Hamburg, Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart, Kiel, Lübeck (ja selbst da fährt es sich trotz autofreier Innenstadt besser) o. ä. vergleiche muss ich feststellen, dass autofahren in DD einfach nur chaotisch ist.
- Nirgends darf man links abbiegen, man muss deshalb Umwege über München fahren, damit man an seinem Ziel ankommen kann, wenn man überhaupt ankommt.
- Zu bestimmten Zeiten geht an vielen Punkten überhaupt nichts mehr, und das regelmässig jeden (Werk-)Tag.
- Die Ampeln brauchen Ewigkeiten, um auf Grün zu springen.
- Manche / verhältnismässig viele Strassen fahren sich schlechter als woanders die ungepflasterten Landwege für Bauern.

Ich frag' mich schon seit Jahren, warum es in DD so ein miserables Verkehrskonzept gibt, wo es hier doch so viele gute Verkehrsstudenten gibt...

Kommentar von René

Und welches dieser Probleme soll die Waldschlößchenbrücke lösen? Die Kö bekommt dadurch auch keinen neuen Belag. Das Straßennetz wird dadurch nicht perfekt, mögliche Brennpunkte werden verlagert — und der Fetscherplatz überlastet. Das Nicht-Linksabbiegen-Dürfen ist dagegen noch ok, Linksabbieger halten den Verkehr schließlich auf, wenn für eine Abbiegespur kein Platz ist. Das wäre ja auch Wahnsinn, wenn ich von der Grunaer links in die Zirkusstraße biegen dürfte ... oder auch wieder raus ... da bräuchte man noch eine Ampel mehr ...

Und ich habe selber verschiedene Städte nun miterlebt — und Köln ist das Paradebeispiel für ein miserables Straßennetz. Zu Beginn des Berufsverkehres benötigte ich ne reichliche Stunde, um den Rhein zuwechseln. Und es war keine Baustelle, Unfall oder so was.  Hat irgendwer schon einmal ne Stunde gebraucht, um vom Pirnaischen zum Carolaplatz zu kommen (mal am 13.2. ausgeschlossen) ... oder vom Körnerplatz zum Schillerplatz. Und wehe man verpaßt eine Kreuzung — dann geht´s ab in den nächsten Tunnel und man ist sonst wo — und wenden darf man kaum.

Kommentar von Matthias

Keines der Probleme wird die Brücke lösen können, ich meinte damit auch eher, dass das Geld statt in eine Brücke lieber in ein ordentliches Verkehrskonzept gesteckt werden solle.

> Das Nicht-Linksabbiegen-Dürfen ist dagegen
> noch ok, Linksabbieger halten den Verkehr
> schließlich auf
Aber wenn man stattdessen 10 Minuten länger auf der Strasse ist, weil man Umwege über Haste-nich-jesehn machen muss hält das weniger auf?
Wo Du gerade beim Beispiel Grunaer Str/Zirkusstr. bist: Fahr' mal die Grunaer Str. Richtung Strassburger Platz und versuche, irgendwie in die Zirkusstr. zu kommen. Warum ist am StraPl kein U-Turn erlaubt? Dann wäre ich in einer Minute bei Dir.

Kommentar von René

Ganz einfach: fahr entweder vorher auf die Petersburger bis Synagoge ... oder bieg in die Blüherstraße, da kann man unkompliziert wenden ... oder biege am Strassi drei mal nach rechts ....

Kommentar von Matthias

»oder biege am Strassi drei mal nach rechts ....«
Also von hinten durch die Brust ins Auge. Trotzdem sehe ich das U-Turn-Verbot am StraPl als völlig sinnlos an. Wen bitte behindere ich dadurch?
Als »Dredner« lernt man so langsam jede Möglichkeit kennen, diese »Links-Abbiegen-Verboten«-Schilder gekonnt zu umgehen, doch bei jedem Besuch muss ich mir anhören, dass man nach über 500 km Fahrt fast wieder umgedreht wäre, weil man keine legale Möglichkeit hätte, zu mir zu kommen (ja selbst bei mir gibt es anscheinend grosse Probleme).

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