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Die Waldschlößchenbrücke in Dresden

Die Waldschlößchenbrücke ist ein Projektname für eine seit Jahren geplante Elbbrücke in Dresden. Sie soll künftig die Fetscherstraße in Johannstadt mit der Stauffenbergallee in der Neustadt verbinden.

Baudaten

Die Brücke soll eine Gesamtlänge von 636 Meter haben, wovon 145 Meter die Spannweite eines Brückenbogens ist. Der höhste Punkt der Fahrbahn soll ca. 16,5 Meter über der Wasseroberfläche liegen. Im Jahr 2000 sollte die Brücke zweispurig werden – mit der Option für eine Straßenbahn. Vier Jahre später wurde umgeplant: damit die Stadt 60% der Baukosten durch das Land abgedeckt werden, wird eine vierspurige Trasse gefordert – im Gegenzug wurde die Option für eine spätere Straßenbahn gestrichen.

Bau- und Betriebskosten

Am 15.08.1996 fasste der Stadtrat mit knapper Mehrheit den ersten Beschluss zum Bau der Waldschlößchenbrücke mit einem Gesamt-Budget von 100,7 Mio Euro. Im Jahr 2000 lagen die geplanten Kosten bei ca. 139 Mill Euro, nach der Planänderung sprangen diese auf 157 Mill Euro an. Nachdem des Regierungspräsidium Ende Februar 2004 die Planfeststellung beendet hat, kommen 68 Auflagen (u.a. notwenige Schutzmaßnahmen für die 6000 betroffenen Anwohner, bautechnischen und wasserrechtlichen Vorgaben sowie Ausweitung des Lärmschutzgebietes) hinzu, die die Stadtkasse mit ca. 6,5 Mill Euro zusätzlich belasten.

Kosten anderer Brückenbauten über die Elbe:

  • In Torgau wurde eine neue Elbebrücke für 12,3 Mio EUR errichtet. Sie ist seit 1993 in Betrieb.
  • Die neue Brücke in Meißen wurde 1997 eingeweiht. Die Gesamtkosten für dieses Projekt betrugen 12,1 Mio EUR.
  • Im Jahre 1999 wurde der Brückenbau in Pirna für 36,9 Mio EUR abgeschlossen.
  • Die neue Elbebrücke in Riesa kostete 13,4 Mio EUR und wurde im Jahr 2001 eröffnet.

Die jährliche Belastung liegt bei ca. 1 Mio Euro für die Betriebskosten sowie einer weiteren Mio. für die Zinslast.

Ablauf der Planung

Scheitern des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2000

Am 14.07.2000 gab das Regierungspräsidium Dresden die Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens für den Bau der Waldschlößchenbrücke bekannt. Als wesentliche Gründe wurden dabei die prognostizierten Überschreitungen der Lärmgrenzwerte um bis zu 15 dB(A), eine sich daraus möglicherweise ergebende „enteignungsgleiche Wirkung“, sowie ein hohes Klagerisiko von betroffenen Bürgern angeführt. (siehe Pressemitteilung 29/2000 Regierungspräsidium Dresden).

Planfeststellungsverfahren 2003

Vom 1. bis 8. September 2003 fanden im Planfeststellungsverfahren die Erörterungstermine statt. Im Ergebnis dieser Anhörungen hat nun das Regierungspräsidium Dresden von der Stadt weit reichende Nachbesserungen gefordert. Die 42 Punkte umfassende Liste folgt dabei im Wesentlichen den von den Einwendern, speziell der BI Waldschlößchenbrücke und der Grünen Liga, vorgebrachten Bedenken gegen dieses Bauwerk. Im Einzelnen werden z.B. folgende Punkte durch das RP nachgefragt:

  • „Welches sind die planerischen Ziele der Waldschlößchenbrücke, insbesonders solche, die sich mit Brücken an anderen Standorten (Alexander-Puschkin-Platz, 3. Marienbrücke) nicht erreichen lassen?”
  • „Es muss dargelegt werden, dass die Tunnelvariante gegenüber der Brückenvariante nicht vorzugswürdig ist. Wesentlicher Vorteil des Tunnels ist die Schonung der Elbauen. Welche Nachteile würde ein Tunnel mit sich bringen?”
  • „Nach wie vor streitig erscheint die Hochwassertauglichkeit der V-Stützen. Das in den Unterlagen enthaltene Gutachten der TU Dresden spricht sich für Ringpfeiler aus. Gleichermaßen positioniert sich auch das Staatliche Umwelt-Fachamt (StUFA) Radebeul im Erörterungstermin. Die Kritik muss aufgegriffen und fachlich fundiert entkräftet werden.”
  • „Müssen auf Grund steigender Dieselanteile im Verkehr die Ergebnisse der lufthygienischen Untersuchung korrigiert werden?”
  • Berücksichtigung der Brücke Erfurter Straße in den Verkehrsprognosen
  • Beeinflussung der Siedlungsgebiete und Lebensräume einer geschützen Vogelart (Wachtelkönig) sowie einer geschützten Fledermausart (Kleine Hufeisennase)
  • Nachforderung zusätzlicher Lärmuntersuchungen für Fetscher- und Charlottenstraße

Alle durch das RP bemängelten Punkte müssen vor einem Planfeststellungsbeschluss von der Stadt widerlegt und durch Gutachten zugunsten des Bauwerks entkräftet werden. Damit scheint der Baubeginn für die Waldschlößchenbrücke in weite Ferne gerückt und das gesamte Projekt grundsätzlich in Frage gestellt.

Regierungspräsidium erteilt Baurecht mit Auflagen

Das Regierungspräsidium Dresden hat der Stadt mit Auflagen das Baurecht für die Waldschlößchenbrücke erteilt (die entsprechende Pressemitteilung findet sich hier). Damit bleibt nur noch der Klageweg offen, um dieses Bauvorhaben zu stoppen.

Die Chancen für eine Klage scheinen allerdings gut zu stehen: Zum einen beruft sich das RP bei seiner Argumentation auf zweifelhafte Gutachten (so z. B. das bereits in der Presse abgehandelte Gutachten zum Wachtelkönig). Zum anderen wächst die Front der Gegner des Mammutprojektes weiter an: Neben den bereits in einer öffentlichen Stellungnahme geäußerten Bedenken prominenter Dresdner hatte zuletzt die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt den Bau abgelehnt. Sie befürchtet erhöhte Lärm- und Abgsabelastungen für insgesamt 6000 ihrer Wohnungen. Verbunden damit wären 6,5 Mill. Euro zusätzlicher Kosten für die Stadt, um die notwendigen Schutzmaßnahmen zu finanzieren.

Das RP erteilte insgesamt 68 Auflagen für den Bau. Dazu zählt neben bautechnischen und wasserrechtlichen Vorgaben auch eine Ausweitung des Lärmschutzgebietes. Die Stadt schätzt diese Auflagen als umsetzbar ein und will noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.

Argumente gegen die Brücke

Die größten Probleme der Brücke sieht man im Anstieg des innerstädtischen Verkehrs. In offiziellen Prognosen der Landeshauptstadt geht eine Zunahme der Elbüberquerung aufgrund der Brücke hervor.

Das größte Problem ist zudem die Altstadt. Wenn man den Zahlen der Stadt Dresden Glauben schenken darf, fahren dann 45.500 Autos je Tag über die neue Brücke am Herzzentrum vorbei. Allerdings endet diese Straße nac der vierten großen Kreuzung (Kollwitzufer, Blasewitzer Straße, Fetcherplatz, Comeniusplatz) am Großen Garten. Wo soll diese Automenge hin? Da mit der Brücke insbesondere der Osten angebunden werden soll, ist mit sehr vielen Linksabbiegern zu rechnen – allerdings gibt es keine der abgehenden Straßen komplett zweispurig ausgebaut.

Bürgerentscheid

Der ADAC bewirkte zusammen mit der CDU und FDP ein Bürgerbegehren, welche 15% der wahlberechtigten Bevölkerung unterschrieben haben. Am 27. Februar gab es dann den Bürgerentscheid mit der Frage:

Sind Sie für den Bau der Waldschlößchenbrücke? – einschließlich des Verkehrszuges der abgebildeten Darstellung:

Der Bürgerentscheid hatte eine Wahlbeteiligung von 50,79%. Dabei entschieden sich 67,93% für die Brücke. Die Wahlbezirk Äußere Neustadt hatte die meisten Gegner gehabt.

Bis zum Bau der Brücke gibt es allerdings noch zwei Probleme:

  • Klärung von 47 Klagen in Bezug auf die Brücke
  • der aktuelle Stadthaushalt

Ausgewählte Beiträge

Qualifizierte Bürgerbeteiligung statt populistischer Abstimmung

Stellungnahme von Friedrich Boltz (Bürgerliste Dresden) vom 25.06.2004:

Derzeit läuft zur Waldschlößchenbrücke eine „Abstimmung” in der SZ, die PDS hat einen stadtweiten Bürgerentscheid zum Bau der Waldschlößchenbrücke beantragt. Dies scheint auf den ersten Blick eine weitgehende direkte Beteiligung der BürgerInnen zu sein, ist aber in Wirklichkeit ein Missbrauch des Begriffes „Bürgerbeteiligung”.

Ein Bürgerentscheid ist nur dann sinnvoll und hat ein legitimiertes Ergebnis, wenn alle stimmberechtigten BürgerInnen zur Fragestellung des Bürgerentscheides die gleiche Stellung haben, wenn sie vom Ergebnis der Abstimmung gleichermaßen betroffen sind.

Dies trifft weder auf die „Abstimmung” in der SZ noch auf den von der PDS beantragten Bürgerentscheid zu. Ein stadtweiter Bürgerentscheid zu der Frage: Waldschlößchenbrücke Ja oder Nein ignoriert weitgehend die Interessen der unmittelbar Betroffenen, die stadtweit gesehen eine absolute Minderheit sind.

Anders gesagt: Legitim entscheiden kann nur, wer auch die Folgen der Entscheidung trägt. Konkret für den „Fall Waldschlößchenbrücke” heißt das, dass über den Bau der Waldschlößchenbrücke diejenigen entscheiden müssten, die in den angrenzenden Stadtteilen Neustadt und Striesen/Johannstadt leben.

Sie sollen nach den Argumenten der Politiker und Planer die wesentlichsten Vorteile von der Waldschlößchenbrücke haben: eine direkte Verbindung zwischen den Stadtteilen beiderseits der Elbe und eine bessere Verkehrserschließung für Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV-Nutzer und Automobilisten. Sie haben gleichzeitig die negativen Folgen des Verkehrszuges zu tragen. Je weiter die Menschen von der Brücke entfernt sind, um so geringer sind sie von den negativen Folgen betroffen. Subjektiv gesehen hat der Verkehrszug für sie nur Vorteile – selbst wenn diese nur sachlich nicht begründbare Hoffnungen sind (Verkehrsentlastung vor der Haustür, weniger Stau in der Stadt, günstigere Verkehrsrelationen). Weder haben sie selbst Nachteile und Belastungen zu tragen, noch haben sie für die von ihren erwarteten Vorteile eine Kompensation gegenüber denjenigen zu leisten, die die Nachteile und Belastungen zu tragen haben.

Ein weiterer Aspekt ist die sachliche Aufklärung. Nach wie vor sind in der Dresdner Bevölkerung selbst die wichtigsten Fakten zur Waldschlößchenbrücke unbekannt, werden schlicht falsche Behauptungen verbreitet.

Wie wenig Faktenwissen bekannt ist, zeigt der Stadtrat Jan Mücke in der SZ vom 23. Juni. Jan Mücke beschäftigt sich im Stadtrat seit Jahren mit dem Brückenbau, sein Faktenwissen liegt weit über dem Wissen der „Normalbevölkerung”. Er wurde vom SZ-Redakteur Marco Mach als fachkundiger Brückenbefürworter für die Pro-Argumentation ausgewählt. Und seine wesentlichsten fachlichen Argumente sind nachprüfbar falsch!

Wie also ist es dann um das Fachwissen der „Normalbevölkerung” bestellt, denen anders als Jan Mücke nicht die Planungsunterlagen und die Diskussionen in den Fachausschüssen und im Plenum des Stadtrates kennen, sondern ihr Wissen lediglich aus der Berichterstattung der Medien beziehen? Wie sollen sie sachkundig werden, wenn sie mit einem ununterscheidbaren Gemisch von Fakten und Falschinformationen überschüttet werden?

Für das Thema Waldschlößchenbrücke ist als qualifiziertes Bürgerbeteiligungsverfahren nur die Planungszelle> nach Prof. Dienel geeignet. SZ-Abstimmung und PDS-Bürgerentscheid sind populistische Scheinbeteiligung ohne akzeptierbares Ergebnis.

Stellungnahme von prominenten Dresdnern

Stellungnahme zum geplanten Bau der Waldschlößchenbrücke

Wir geben zu bedenken, dass Dresden seine internationale Ausstrahlung nicht nur seiner Geschichte, seinen Menschen, seinen Leistungen in Kunst und Wissenschaft verdankt, sondern auch in hohem Maße seiner landschaftlichen Schönheit.

Vor diesem Hintergrund ist der geplante Bau der Waldschlößchenbrücke ein Zerstörungswerk! Einer der schönsten Orte Dresdens mit Blick auf den Fluß, die Auen, die Stadt mit der krönenden Frauenkirche wird zerschnitten, verstellt, entweiht.

Während andere Städte versuchen, den Autoverkehr zu begrenzen, organisiert sich Dresden mit diesem Verkehrszug eine Verkehrslawine durch die Stadt. Im Wissen darum, dass dieses Verkehrsbauwerk zugleich an hunderten von Stellen geltende Normen des Umweltrechtes bricht, aber auch der Stadt für Jahre hinaus die entscheidenden Gelder für Kultur und Soziales entreißt, fordern wir die Behörden auf, das Vorhaben zurückzuweisen. Es gibt Alternativen!

In höchster Sorge wenden wir uns an alle Bürgerinnen und Bürger, denen Dresdens Zukunft am Herzen liegt: Führt euch die negativen Auswirkungen dieser teuersten, je in Deutschland geplanten Stadtbrücke vor Augen! Setzt euch für einen verantwortungsvolleren Umgang mit unseren immer geringer werdenden Ressourcen ein – sagt nein zum Bau der Waldschlößchenbrücke!

Dresden, 17. Februar 2004, gezeichnet Heidemarie Dreßel, Künstlerin; Angela Hampel, Malerin; Hartmut Haenchen, Dirigent; Wolfgang Hentrich, Musiker; Gerda Lepke, Malerin; Heinrich Magirius, Kunsthistoriker; Undine Materni, Schriftstellerin; Thomas Rosenlöcher, Schriftsteller; Günther „Baby” Sommer, Musiker; Martin Schmeding, Organist; Uwe Steimle, Kabarettist; Max Uhlig, Maler; Karin Weber, Galeristin

Der ADFC Dresden e. V. zur Waldschlößchenbrücke

Wir wollen Sie nicht!

Die Waldschlösschenbrücke birgt verlockende Möglichkeiten, warum wir sie trotzdem nicht wollen, soll hier kurz erläutert werden:

Pro: Der ADFC ist nicht unbedingt Umweltschutzverein, sondern ein Interessensverband, der zum Beispiel auch Oberflächenversiegelung fordert. Genauso wünschen wir uns Abkürzungen zu schaffen. Hier könnte man gut eine Viertelstunde sparen, wenn man per Rad von Striesen in die Neustadt oder nach Klotzsche wollte.

Unsummen sind bereits in die Planung investiert. Jetzt nicht bauen, das wäre blamabel. Sprächen wir als ADFC Dresden uns dagegen aus, dann setzten wir uns wieder in die Ecke derjenigen, die blockieren, die unrealistisch jede Veränderung zum Fortschritt in Dresden verhindern. Das kennt man ja schon, jeder hat was zu nörgeln und am Ende bleibt alles beim Alten! Zur Waldschlösschenbrücke gab es außerdem schon früher eine detaillierte Kritik des ADFC (7/2000 ES), warum also jetzt ganz dagegen sein?

Contra: Wer einmal am Waldschlösschen gesessen hat, weiß, wie herrlich entspannend der Blick auf die weite Flussaue mitten in der Stadt ist. Am anderen Ufer ist keine Brücke zu sehen. Mitten in der Großstadt, wo gibt es das heute noch? Seit Jahrhunderten ist dieser Blick unverbaut.

Welcher Verlust in Dresdens Stadtbild! Die Waldschlösschenbrücke kostet planungsgerecht mindestens 130 Mio. Euro. Folgekosten im Unterhalt werden in der Regel mit 1% angesetzt, d.h. 1.3 Mio. Euro im Jahr nach Fertigstellung! Zum Vergleich: Der Etat für Radverkehrsförderung beträgt 0,2 Mio. Euro!!! So viel Geld ist also da!

Warum verkommt dann das vorhandene Verkehrsnetz so derart? Überall fürchtet der Radler Schlaglöcher. Instandsetzungsmaßnahmen werden nur in Verbindung mit Landesfördergeldern durchgeführt, Straßenräumung wird oft genug gar nicht auf Radverkehrsanlagen ausgedehnt, bei Bauabsperrungen sind Fahrrad-Umleitungen immer „zu teuer”, Großpflaster wie am Fetscherplatz, seit Jahren völlig durchgedrückt und gefährlich! Auch die seit sechs Jahren fällige Umsetzung der StVO-Novelle: Alles zu teuer, heißt es!

Weshalb auf einmal diese Verschwendung? Auch die Stadt sollte gewarnt werden, nicht in die Schuldenfalle zu tappen. Wir wünschen uns stattdessen eine störungsfreie Fahrradroute auf der Pfotenhauerstraße, das wäre dann nicht mehr möglich. Und schließlich: Wer Autostraßen baut, der wird Autoverkehr ernten. Die Verlängerung der Stauffenbergallee bis zur Fetscherstraße läuft zwingend auf die Untertunnelung des Großen Gartens hinaus. Kosten über Kosten. Und dazu immer mehr Autos in der Innenstadt.

Wir habe lange diskutiert, und sind zu einem klaren Ergebnis gekommen: der ADFC lehnt die Waldschlösschenbrücke ab. Den genauen Text des ADFC-Einspruches kann man bei uns anfordern.

Quelle: Speiche 04/2003 (Zeitschrift des ADFC Dresden )

Unterlagen zur Problematik

Links zum Thema

Bisherige Kommentare (7)

Kommentar von Seewald

Ich bin in jedem Fall gegen den Bau der Brücke. Es muss auch noch andere Möglichkeiten geben um Verkehrsströme zu lenken. Es darf nicht alles einen ungehinderten Verkehrsstrom preisgegeben werden. Es muss in dieser Welt auch noch anspruchsvollere Ziele geben. Die UNESCO hat aus diesem Grunde auch eine „Warnfunktion”. Damit nicht alles kaputt geht. Allein die Tatsache, dass jetzt „pro und contra” ernsthaft diskutiert wird, ist ein wunderschöner Erfolg. Dieser Blick gehört tatsächlich der ganzen Welt. Der ADAC betreibt ohnehin reine Lobbyistenpolitik in eigener Sache. Das war schon damals so, als der ADAC für „Freie Fahrt für Freie Bürger” warb. An diese Peinlichkeit, von der hier im Osten nur wenige wissen, muss auch jetzt wieder erinnert werden.

Meine Kündigung der ADAC Mitgliedschaft ist im Briefkasten. Helfen Sie bitte, diese Meinung zu verbreiten. Mögen viele Kündigungen beim ADAC eingehen. Einzig und allein möglichst viele Kündigungen werden den selbsternannten „Autofahrer-Heilsbringer” zum Umdenken zwingen. Wie damals schon bei der Aktion „Freie Fahrt für Freie Bürger”! Wenn Sie diesen Lobbyisten zum Umdenken zwingen dann wird dieses einzigartige Kulturerbe siegen. Man stelle sich vor, der Blick auf die Frauenkirche und dazwischen ein Betonmolch sondergleichen. Wo bleiben eigentlich die Damen und Herren, welche sich für den Bau der Frauenkirche eingesetzt haben? Hat, z.B., Herr Gürtler auch eine Meinung? Lautstark öffentlich vorgetragen?

Kommentar von sylvia

hallo ich hoffe es kommt nicht so weit..der eine entscheidet über den anderen – das noch das ärgste dabei..ein ständiges hin und her, sowas als vorbild da verkommt dresden eher mehr..bitte mehr sensibilität!! die natur kann man schnell schaden aber der größte schaden tragen wir hinterher!! ja was soll man dazu noch dazu sagen?

Kommentar von Gerlach, Ruth

Nur ein Bürgermeister, der für die Bürger da ist, leitet den Verkehr nicht mitten in die Stadt, sondern um sie herum: Aber Dresden holt ihn sich herein!
Das spricht für sich. Bürger existieren scheinbar für die Leute im Rathaus nicht, darum wird ja auch die WOBA an einen Amerikaner verschleudert. Hat schon jemand, gehört, was die Bürger davon haben, außer dass es langsam los geht mit Mieterhöhungen?

Es gibt auch bezüglich Bürgerentscheid zur Brücke nichts mehr zu prüfen: Den Bürgern wurden wichtige Fakten vorenthalten, damit sie dafür stimmen.
Das ist Betrug!

Allerdings ist es schon bedenklich, wie viele Bürger Natur, Geschichte und Stadtbild unberührt lassen. Wenn die Bürger ihre Stadt, ihren Lebensraum einer Brücke opfern, während die vorhandenen vor sich hinbröckeln, dann verdienen sie nichts anderes, als „heißes Pflaster” unter den Füßen und dem Hintern.
Dann immer rein mit Lärm und Gestank. Und auch gleich die Wiesen gepflastert, Alle Bäume umgelegt, damit asphaltiert, betoniert und verglast werden kann, was das Zeug hält.
Aber beschwert euch nicht über zunehmend unnatürliches Wetter …

Kommentar von Fara aus Dresden

Unlauterer Bürgerentscheid, Lechzen nach den Fördermitteln, Machtspiele der CDU, Sturheit entgegen jeglicher Logik – so sieht neuerdings die Welt Dresden. Wir blamieren nicht nur unsere Stadt, sondern unser ganzes Land, wenn die Brücke gebaut wird. Mir kommen die Tränen vor Wut, wenn ich an die völlig sinnlose Betonkonstruktion am lauschigen Waldschlösschen denke. Wir brauchen diese Brücke nicht. Das wurde bereits von mehreren Universitäten wissenschaftlich erprüft. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um EINE Partei, die nicht einsehen will, das ihre Glanzzeit vorbei ist. Deshalb „muss die Brücke auch so schnell wie möglich gebaut werden”, so die FDP und die CDU – bevor sie an der Spitze Dresdens abgelöst werden. Und die Dresdner lassen das Ganze mit sich machen. Dabei möchte ich wetten, hat sich die Hälfte der einstigen Befürworter längst gegen die Brücke entschieden, seitdem die UNESCO (hoffentlich unsere Retterin) Dresden auf die Rote Liste gesetzt hat… Mit oder ohne Brücke: Wir haben uns schon genug blamiert. Das will aber auch nichts anderes heißen, als dass die Dresdner endlich Vernunft annehmen und gegen das Brückenmonstrum aktiv werden müssen.

Kommentar von F.R.

Dem ist denke ich nichts hinzuzufügen. Schöne und umfassende Darstellung des Sachverhalts. Kompliment an den/die Schreiber ;-)

Leider lässt sich nicht jeder, insbesondere mancher Entscheider in Dresden von rationalen Argumenten beeinflussen ;-)

http://www.psycho-blog.net/200608c.htm#30_338

http://www.psycho-blog.net/200607c.htm#20_311

Grüße von einem Dresdner Blogger

Kommentar von Dani

DRESDEN BRAUCHT DIE BRÜCKE

So sehr ich ein Mensch bin der die Umwelt liebt, finde ich, dass nicht noch mehr Geld Sprichwörtlich in den Sand gesetzt werden sollte.
Eine Brücke ist immerhin noch besser für die Umwelt als ein Tunnel bei dem der halbe Elbhang weggerissen und dass gesamte Flussbett der Elbe umgeleitet werden muss.
So drastisch es klingen möge habe ich mich eine ganze weile mit dem Thema wohl oder übel auseinander setzen müssen und bin auf den Entschluss gekommen, dass die Brücke trotz Weltkulturerbe gebaut werden muss um alle anderen Brücken, wie auch den Verkehr in der Dresdner Innenstadt zu entlasten.
Das Weltkulturerbe der UNESCO kostet Dresden jährlich auch noch Geld und wer als Tourist wirklich Interesse an der Schönheit Dresdens hat, der kommt auch trotz Entzuges des Weltkulturerbetitels.
Im Enddefekt war Dresden auch schon vor Verleihung des Titels ein gefragtes Touristen Ziel.

Ich möchte hiermit darauf hinweisen, dass dies meine Persönliche Meinung ist und ich andere Meinungen auch toleriere aber ich denke diese Entscheidung bereut im Nachhinein Niemand, spätestens wenn sie mit ihrem Fahrzeug von der Brücke Gebrauch machen.

Ich stimme Fara in dieser Hinsicht auch voll und ganz zu.

Kommentar von René

Es mag sein, daß ein Tunnelbau auch gewisse Nebenwirkungen hat. Aber das sei mal dahingestellt: ich stelle jegliche Querung an dieser Stelle in so einer Dimension in Frage. Insbesondere von Bauwerken, die ein Drittel ihres Verkehrs selber induzieren. Und wie der Verkehr abfließen kann, könnte mir leider auch noch keiner der Befürworter sinnvoll erklären

Was die Touristen angeht: auf nationaler Ebene sind die Unescos egal. Auf internationaler Ebene spielen sie durchaus eine Bedeutung. Ich verweise auf einen Artikel am 8.4. in der Sächsischen Zeitung: Trotz erneuten Rückgang der Übernachtungszahlen nahmen die Übernachtung ausländischer Gäste zu.

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