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Wer würde mit BGE trotzdem arbeiten?

Politik-Gespäch mit Johannes Ponader über das Bedingungslose Grundeinkommen. Mit dabei zwei Vertreter der volkstümlichen Musik und teils sehr konservativen Einstellungen. So verwundert es auch nicht, daß sie nicht wirklich etwas der Idee des bedingungslosen Grundeinkommen abgewinnen können. Sie zerreden die Kosten, die Finanzierbarkeit – und natürlich das Totschlagargument: es würde keiner mehr mehr morgens aufstehen, um zu arbeiten.

Der Moderator stellt eine Frage ins Pulbikem (da sie sehr ausschweifend ist, habe ich es sinngemäß gekürzt):

Wer würde hier im Publikum dennoch arbeiten, wenn er wüsste, den Funky-Tausender gibt es so oder so?

Es melden sich nicht wenige. Die Top-Antwort liefert Mariannte Hartl im Unterton:

Weil’s einem dann trotzdem noch besser geht, als nur den Tausender zu haben.

Yeah. Sie hat das BGE verstanden. Herzlichen Glückwunsch!

Zum selber schauen:

(bei ca. 24:00)

Bisherige Kommentare (8)

Kommentar von Zurück zur DDR

Für den Funky-Tausender bekommt man ja dank Inflation jedes Jahr weniger Grundeinkommen. Ergo: Eigentlich müsste jeder ein BGE in Naturalien erhalten, z.B. jeden Tag ein halbes Kilo Brot. Nur dann gibt es mit Inflation keine Wertminderung, insofern der Mensch bis ins hohe Alter den gleichen Brotbedarf hat. Dann müssten Bäcker subventioniert werden, damit er kostenlos an elle ein halbes Kilo Brot verschenken kann und damit wären wir wieder in der DDR. Hallelulia!

Kommentar von Weg von der BRD

@Rene: Ich glaube schon, dass »Zurück zur DDR« das BGE richtig verstanden hat. Bietest du jeder Person die Möglichkeit Brot zu kaufen, dann kann sich jede Person heute von diesem Geld 10 Brote kaufen — nach einem Jahr vielleicht nur noch 9 Brote; irgendwann nur noch 1. Das System zerbricht, wenn sich eine Person vom BGE nichts mehr leisten kann, weil alles teurer wird. Also gib den Leuten statt Geld sofort 10 Brote. Egal wie stark die Inflation ist: Das Grundeinkommen — das Nötigste zum Überleben — ist damit gesichert. Wer heute mit 10 Broten überlebt, tut das auch in 10 Jahren. Damit musst du aber die Bäcker subventionieren, damit sie überhaupt so viele Brote an die Leute verschenken können.

Davon mal abgesehen: Wenn jede Person einfach so 1000 Euro bekommt, dann muss es ja auch Personen geben, die dieses Geld erwirtschaften. Wenn alle Personen auf der faulen Haut sitzen, aber jeder bekommt monatlich 1000 Euro, dann ist der Staat in wenigen Monaten bankrott. Es ist doch dann irgendwie gemein, dass die arbeitenden Personen nicht nur dafür arbeiten, mehr als 1000 Euro BGE zu haben, sondern auch dafür schuften, das BGE für andere und sich selbst sicher zu stellen. BGE ist zwar äußerst sozial — kann aber nicht funktionieren, wenn es keinen gibt, der arbeitet.

Kommentar von Nini

Das ist in der Tat ein Problem. Es ist ja schon jetzt schwierig, die Renten zu finanzieren, wenn immer weniger Leute arbeiten. Das wird ja nicht besser.

Ich denke auch, dass das BGE EInfluss auf die Inflation haben würde... Die Händler sind ja auch nicht blöd.

Kommentar von Gebildeter

Im Gespräch mit René konnte ich herausfinden, dass er mit ´1. Inflationsausgleich´ meint, dass das BGE entsprechend der Inflationsrate jährlich angepasst werden müsste. In diesem Fall wäre es dann egal, ob der BGE-Bezieher 500 Brote bekommt oder inklusive dem Inflationsausgleich immer so viel Geld bekomt, dass er sich jedes Jahr 500 Brote kaufen kann.

Das Thema Stellschraube bleibt jedoch noch ungeklärt.

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