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Privatisierung

Die zukünftige Atomkoalition (oder gibt es bessere Namensvorschläge für diese Koalition. Rein farblich natürlich) planen schon ihre ersten Maßnahmen: Union und FDP wollen neuen Anlauf bei Bahn-Privatisierung.

Die Folgen des geplanten Börsenganges der Deutschen Bahn spüren wir in Berlin schon seit ziemlich genau drei Monaten. Um die Bahn börsenfähig zu machen, wurde massiv gespart — in diesem Fall bei der Wartung. Wem es noch nicht aufgefallen ist: seit gestern fährt wieder die S-Bahn zwischen Westkreuz und Alexanderplatz. Normalität werden wir in Berlin aber dieses Jahr nicht mehr erleben.

Wenn man den Presseerklärungen Glauben schenken darf, soll aber der allergrößte Fehler (siehe England oder Neuseeland) sich nicht wiederholen: Gleise und Bahnhöfe sollen in Staatshand bleiben.

Fragen darf man sich natürlich trotzdem, ob es keine anderen, ggf. wichtigeren Themen gib, die man erst einmal lösen sollte.

Exklusivität der Parteimitgliedschaft

Ich habe mir mal Gedanken gemacht, ob Leute, welche sich nicht hunderprozentig zu einer Partei zugehörig fühlen, sich mehreren Parteien anschließen dürfen. Entsprechende Regelungen finden sich dazu in den Parteisatzungen:

  • CDU: »Die Mitgliedschaft in einer anderen Partei [..] schließt die Mitgliedschaft und die Mitarbeit in der CDU aus.«
  • SPD: »Unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD ist die gleichzeitige Mitgliedschaft in einer anderen konkurrierenden politischen Partei oder Wählervereinigung«
  • FDP: »Die gleichzeitige Mitgliedschaft in der Freien Demokratischen Partei und bei einer anderen mit ihr im Wettbewerb stehenden Partei oder Wählergruppe ist ausgeschlossen.«
  • Grüne: »Mitglied [..] kann jede und jeder werden, der/die [..] keiner anderen Partei angehört«.
  • Piraten: »Die gleichzeitige Mitgliedschaft in der Piratenpartei Deutschland und bei einer anderen (mit ihr im Wettbewerb stehenden) Partei oder Wählergruppe ist nicht ausgeschlossen. Die Mitgliedschaft in einer Organisation oder Vereinigung, deren Zielsetzung den Zielen der Piratenpartei Deutschland widerspricht, ist nicht zulässig.«
  • Linke: »Mitglied der Partei kann sein, wer [..] keiner anderen Partei im Sinne des Parteiengesetzes angehört.«
  • Tierschutzpartei: ich finde die Satzung einfach nicht, im Mitgliedschaftsantrag muß man aber angeben: »Ich bin in keiner anderen Partei Mitglied.«

Fazit: Unter den wichtigsten Parteien erlaubt einzig die Piratenpartei eine nicht-exklusive Mitgliedschaft (die Zielsetzungen dürfen sich nicht widersprechen).

Anmerkung: wenn du noch eine andere kennst, schreibe doch einfach einen Kommentar. Ich aktualisiere dann den Beitrag.

Morchen - Morcheln

Zugegeben: der Witz ist nicht neu, aber doch ein eher angenehmerer über die sächsische Sprache. Die Ort der Handlung ist in einem sächsischen Gemüseladen:

  • »Moorchn.«
  • »Moorchn.«
  • »Morchln?«
  • »Morchln?«
  • »Morchln.«
  • »Morchn.«
  • »Morchn?«
  • »Morchn.«
  • »Moorchn.«
  • »Moorchn.«

Und die Auflösung:

  • Kunde: Moorchn. (= Guten Morgen)
  • Verkäufer: Moorchn.(= Guten Morgen)
  • Kunde: Morchln? (= Gibt´s Morcheln?)
  • Verkäufer: Morchln? (= Sie woll´n Morcheln?)
  • Kunde: Morchln. (= Ja, Morcheln.)
  • Verkäufer: Morchn.(= Die gibt´s morgen)
  • Kunde: Morchn? (= Erst morgen?)
  • Verkäufer: Morchn.(= Ja, erst morgen.)
  • Kunde: Moorchn.(= Bis morgen)
  • Verkäufer: Moorchn.(= Bis morgen)

(via)

Logoklau mit UiD

Das linke Logo ist von einem multidisziplinären und kreativen Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen aus s Ludwigsburg mit dem Namen „User Interface Design”. Das rechte nutzt die CDU, um ihre Mandatsträger zu informieren und tauft sich Union in Deutschland. Mehr als nur ein bißchen Ähnlichkeit.

Yeaahh!

Kommentar von Thomas Hinrichs (BR) zu den Flashmobs bei den CDU-Veranstaltungen:

Wir müssen aber zueinander finden, auch in der Sprache. Yeaahh Yeaahh ist nonsense.

Die Internetgemeinde muß aufhören, jeden für blöd zu erklären, der nicht in den Social Networks, also den Sozialen Netzwerken, unterwegs ist. Und die anderen einschließlich der Parteien müssen anfangen, ernsthaft im Netz aufeinander zu gehen. Dann wird es helfen, die Distanz zwischen Politik und Bürgern abzubauen.

Er hat es einfach nicht verstanden. Merkel übrigens auch nicht:

Und die jungen Leute hier sollten einfach mal besser zuhören, da können sie was fürs Leben lernen. Ich glaube, wir setzen das alles noch mal ins Internet, damit sie sich's dort angucken können.

Es geht nicht um Soziale Netzwerke, es geht nicht um Internet. Das ist allenfalls nur das Übertragungsmedium, ein Mittel zum Zweck. Ich habe von der Aktion — wie altmodisch — aus der Zeitung erfahren (auch wenn es die Online-Ausgabe war). Nein, es geht um einen inhaltsleeren Wahlkampf, den die CDU (mal wieder) betreibt — und dem setzt man nun ein inhaltsleeres »Yeaahh« entgegen. Nicht mehr und nicht weniger. Aber immerhin hat es in die Tagesschau geschafft.

Update: Für diejenigen, den der Begriff »Flashmob« nicht geläufig ist, gibt es hier eine schöne bebilderte Darstellung, wie so etwas funktionieren kann.

Update: Das originale Wahlplakat wird noch einem guten Zweck dienen. Es wird zugunsten einem Obdachlosencafé versteigert, 212 Euro ist der aktuelle Stand.

Nachtrag zur Demo Freiheit statt Angst 2009

Ich hatte die letzten Tage überlegt, ob ich hier an der Stelle auch noch ein kleines Resumé zur diesjährigen »Freiheit statt Angst« reinstelle. Abwägungen zwischen Freiheit und Angst. Und wer zumindest den Vortrag der Abschlußkundgebung von Anne Roth gehört hat, kann das sicherlich nachvollziehen.

include{standard}(9793). Was mich aber am meisten gestört hat: die Parteiflaggen. Man hat dieses Jahr verzweifelt nach durchdachten und witzigen transparenten gesucht, weil überall nur Parteilogos gewedelt worden. Allen voran die Piratenpartei, für die die Demonstration die absolute Wahlkampfveranstaltung war (immerhin decken sich die Demoziele vollständig mit dem Wahlprogramm) — aber immerhin transportierten sie noch zwischen den ganzen Flaggen Inhalte, bspw. mit dem transparenten Wohnzimmer.

Die Grünen haben leere Zettel verteilt und gaben dem Demonstranten die Freiheit, welche Botschaft er nun drauf schreibt. Die FDP überläßt nichts dem Zufall — und so zeigten alle Zettel nahezu identische (und vor allem vorgefertigte!) Botschaften. Die Jusos sahen dagegen schon ziemlich verloren aus mit ihren sechs Fahnen (man konnte sie wirklich abzählen) ohne jeglichen Inhalt und gespaltener Meinung zur Hauptpartei.

Auffällig waren zumindest die folgenden Botschaften:

Ja, bleibt letztendlich nur noch zum Fazit eine Abschätzung des praktischen Erfolgs der Demo — und diese wird man wohl leider noch nicht so schnell sehen.

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