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Homepage von René Pönitz

Berlin sein oder nicht Berlin sein ...

Zugegeben: Berlin hat einen Berg von Problemen – aber wenn es eins nicht ist: dann ist es der Bekanntheitsgrad der Stadt. Nun soll es eine neue Image-Werbung geben, die die hochverschuldete Stadt wieder um 210.000 Euro ärmer macht. Das Motto der Kampagne lautet „Be Berlin” – wahnsinnig originell. Der Spreeblick hat das Programm mal genauer unter die Lupe genommen. Kurz: Nichts, was man wirklich braucht.

Dafür zieht dieses Projekt einen kleinen Skandal hinter sich her, daß etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. So beschwerten sich einzelne Agenturen, daß deren Konzept vom Sieger geklaut wurde. In diesem Zusammenhang deckt der Werbeblogger eine Personalunion auf: Prof. Pläcking. Er

  • hat die Stadt beraten, daß diese so eine Kampagne durchführt
  • hat den Wettbewerb begleitet
  • ist Aufsichtsratsmitglied bei der Siegeragentur

Zudem gibt es ähnliche Verflechtungen bei der „Berlin Partner” die ebenso am Entscheid beteiligt war.

Zu den Vorwürfen gab er eine interessante Stellungnahme ab, mit der er – eher unfreiwillig – diese Vorwürfe noch bestätigte. Ich glaube, es ist Nebensache, ob da wirklich noch eine Idee geklaut wurde oder nicht.

Grow Island

Neues aus der Grow-Reihe: Grow Island. Das Ziel ist wieder die Erkenntnis der Zusammenhänge, die mit einer recht abstrakten Logik verknüpft sind.

Ursprünglicher Link

Anmerkung: das Spiel hat bei einem bestimmten Lösungsversuch einen kleinen Bug gehabt (Spielabfolge bricht ab) — wenn man auf diesen stößt, ist man dem Ziel schon sehr nahe. (Danke, Claudia)

Winrar licens

Es ist schon manchmal krass, was man für tolle E-Mails erhält:

Hallo,
Ich hab sie in Google gesehen dass sie Winrar licens haben wenn ya dann bitte
schicken sie mir die licens an der oberen adresse
Danke und auf Wiederhören!!!!!!!!!

Ich nehme an, er oder sie meint diese Aktion — aber die ist lange vorbei.

Ringkonzept vs. Pilzkonzept

In Berlin hat die Deutsche Bahn das sogenannte »Pilzkonzept« durchgesetzt: die Züge kommen gebündelt von Süden zu einem zentralen Bahnhof und blättern sich danach in zwei Richtungen auf (einen Pilz da drin zu erkenne fällt allerdings schwer). Dabei wird ein nur wenige Jahre zuvor aufwendig sanierter und denkmalgeschützter Bahnhof komplett abgerissen.

Nun fand ich einen alternativen Ansatz im Netz: das sogenannte Ringkonzept von 1990. Anstelle eines zentralen Bahnhofes gibt es entlang des Ringes und in den Außenästen die großen Bahnhöfe. Nicht nur, daß der Ansatz preiswerter ist (die Strecken gab es eigentlich schon alle, es hätten nur einzelne Weichen und Bahnhöfe errichtet werden) — es ist auch leistungsfähiger als ein zentraler Bahnhof. Zudem sind die Strecken so miteinander vermascht, daß ein Wechsel zwischen nahezu allen Verbindungen möglich ist (siehe auch Kaufhäuser mit Gleisanschluß)

Mitbewohner gesucht (auf VOX)

In der WG, in der ich wohne, werden zur Zeit zwei Zimmer frei — so kann man es auch in verschiedenen WG-Börsen finden. Und so erhielt ich in dieser Woche einen Anruf (Vorwahl Köln), in dem ein Herr sich nach dem Stand der beiden Zimmer erkundigte. Als ich ihm sagte, daß eins bereits vergeben sei, meinte er schade. Er hätte da zwei nette Damen, die sich die Zimmer anschauen würden. Auf meine Rückfrage, warum die Frauen nicht selbst aktiv werden, meinte er, er mache eine Reportage für VOX mit dem Titel »Mitbewohner gesucht«. Es ist ja toll, für welche alltäglichen Situationen es heute Dokumentationsreihen gibt, wie man der Homepage entnehmen kann, mittlerweile Folge 64.

Als sich das Gespräch dann dem Ende neigte, fragte der Herr noch einmal nach, ob man nicht die WG-Suche etwas »faken« könnte. Also so tun, als seien noch zwei Zimmer zu haben. Natürlich könnte man für die WG-Kasse einen kleinen Obolus als Aufwandsentschädigung bekommen.

Etwa eine Stunde später hatte ich noch einen Anruf, diesmal erkundigte sich eine Frau, ob wir noch die Zimmer für zwei nette Frauen zu vergeben hätten.

Keine 50 Euro mehr für Rücklastschrift

Der Billig-Flug-Betreiber German Wings darf nicht mehr in seinen kleingedruckten Bedingungen vermerken, daß sie 50 Euro bei einer fehlgeschlagener Lastschrift verlangen. Ein Dankeschön für das Urteil geht an die Verbraucherschutzzentrale NRW.

Das Urteil hätte ich vor einigen Jahren gerne schon gehabt, als es in den Kontodaten einmal einen Dreher gab. Jedoch durfte ich mich damals sehr glücklich schätzen, daß man in der Fehleingabe keinen Vorsatz sah — und somit den Betrag als Kulanz auf 25 Euro reduzierte. Wenn man bedenkt: es war immer noch mehr als ein Viertel des Flugpreises.

Einmal CeBIT und Zurück

Anfang März fand wieder in Hannover das »Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation« (kurz CeBIT) statt. Insbesondere da die Messegesellschaft jedes Jahr großzügiger mit Freikarten umgeht (die Besucherströme sind seit einigen Jahren rückläufig, die Aussteller allerdings auch), war es praktisch den Besuch auf zwei Tage zu verteilen. Ansonsten kann so ein Tag auch sehr stressig werden ... Aber schon der erste Schock setzt ein, wenn man sich die Übernachtungspreise sich anschaut: bis zu 100 Euro für eine Nacht in einem Hostel im Sechs-Bett-Zimmer — wenn man Glück hat (aber man muß ja nicht in Hannover pennen).

Die interessantesten Dinge:

3D-Drucker

Es wird vermutlich nichts für den Heimanwender werden und daß ist gar nicht einmal eine Frage des Preises (ca. 45.000 Euro) und der Größe des Gerätes — nein: so ein 3D-Objekt muß auch erst einmal erstellt werden. In der Erstellung von Prototypen findet es am ehesten seinen Nutzen.

Die Maschine verstreut ein eine feine Pulverschicht, die anschließend mit Farbe besprüht wird. Und am Ende wird alles, was nicht mit Farbe besprüht wurde, abgesaugt — und fertig ist ein Modell.

tobii

tobii ist eine Firma, die Geräte für Blickbewegungsregistrierung (Neudeutsch: Eyetracking) herstellt. Dabei wird die Position und Bewegung der Augen analysiert und entsprechend ausgewertet. Auf der Messe präsentierten sie einen Prototypen mit dem man nur durch Blickbewegungen eine E-Mail schreiben kann. Dabei blickt man auf den Buchstaben einer Tastatur und nach einer gewissen Zeit erscheint der Buchstabe. Pratkisch ist so etwas äußerst träge, denn es soll nicht auf jede versehentliche Augenbewegung reagieren. Vielleicht ist die Welt auch noch nicht reif für die Augen als Eingabegerät. Für Blickpunktstudien bringen diese Geräte einen besseren Nutzen.

Mixed Reality Interface

Verschiedene Modelle wie beispielsweiese Autos sich aus verschiedenen Blickwinkeln anzeigen zu lassen, ist nichts neues mehr — wohl aber die Form der Eingabe. Auf einer mit Milchglas versehenen Platte bewegt man verschiedene Gegenstände. Der auf der Unterseite aufgedruckte Code wird durch eine Kamera unter dieser Scheibe analysiert und ausgewertet. So kann man wie im Beispiel zu sehen Auto und Kamera bewegen, aber auch die Eigenschaften des Autos verändern (der farbige Chip ist bspw. für die Farbe). Die Drehung wird dabei auch berücksichtigt, eine eventuelle Kippung wird leider nicht erfaßt.

Ich weiß nicht, wie flexibel die Erkennung der Grundfläche ist — aber in der aufgestellten Demonstration sind lediglich 15 Kombinationen möglich.

Sonstiges

  • Auch dieses Jahr gab es im Vorfeld Meldungen über Produktpiraterie — und ich konnte mindestens fünf chinesische Anbieter sehen, die in ihrem umfangreichen mp3-Player-Sortiment nicht mindestens ein oder zwei Imitate zum iPod hatten.
  • Das Wochenende sollte man meiden: es springen einfach viel zu viele Leute herum, insbesondere Spiele-Freaks.
  • In den Hallen für die Heimtechnik gab es mehrere Anbieter, die mit Körperbemalung von halbnackten Damen die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Man achte auf die Kameras...
  • Es gibt Firmen, die bieten auf der CeBIT Staubsaugerroboter an — für 700 Euro bekommt man den Dreck zumindest da weg, wo man ihn auch ohne Mühen mit einem Staubsauger mit einem Bruchteil der Zeit wegbekommen hätte.

Der totale Streik in Berlin

Diese und vor allen die nächste Woche wird es in Berlin recht abenteuerlich werden: nicht nur die Berliner Verkehrsbetriebe (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) streiken ab heute ca. eineinhalb Wochen, nein auch noch die Lokführer der Deutschen Bahn (S-Bahn, Regionalbahn) wollen am kommenden Montag auf die Barikaden gehen.

Da es bisher zwei getrennte Unternehmen sind, hat Berlin in der Vergangenheit immer das große Glück gehabt, daß in der Stadt wenigstens irgendetwas rollt. Und meist das andere Unternehmen mit Taktverdichtung auch etwas gegensteuert. Wenn aber am Montag sich gar kein Rad sich mehr dreht...